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Artikel von Markus Bauer +
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  • Das Wichtigste in Kürze
  • Mit nur 258 Gramm fühlt sich der Razer Raiju V3 Pro für einen vollwertigen PS5-Pro-Controller erstaunlich leicht an.
  • Die Form funktioniert auch mit größeren Händen hervorragend und gehört für mich zu den größten Stärken des Controllers.
  • 209,99 Euro (UVP) sind teuer. TMR-Sticks, sechs zusätzliche Tasten und viele Anpassungsmöglichkeiten liefern dafür eine starke Ausstattung.

Bei einem Controller für 209,99 Euro (UVP) sind meine Erwartungen automatisch hoch. Sehr hoch sogar. In dieser Preisklasse reicht es nicht, einfach ein paar zusätzliche Tasten auf die Rückseite zu schrauben und „Pro“ auf die Verpackung zu schreiben. Genau deshalb war ich beim Razer Raiju V3 Pro for PS5 zunächst etwas skeptisch.

Diese Skepsis war zumindest beim ersten Eindruck schnell weg. Der Controller liegt hervorragend in der Hand. Und das sage ich vor allem aus einem Grund: Ich habe größere Hände und bei manchen Controllern merkt man nach längeren Sessions schnell, dass Griffe, Sticks oder Schultertasten für die eigenen Finger einfach nicht optimal positioniert sind. Manchmal schlafen sogar die Finger ein. Beim Raiju V3 Pro hatte ich dieses Problem nicht.

Im Gegenteil. Die etwas großzügigere Form kommt größeren Händen sehr entgegen. Gleichzeitig fühlt sich das Gamepad niemals klobig an. Ich erinnere mich dabei an den „Duke“-Controller der ersten Xbox. Razer schafft hier eine ziemlich gute Mischung aus Größe, Ergonomie und niedrigem Gewicht.

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Der Razer Raiju V3 Pro ist überraschend leicht

Der zweite Punkt, der unmittelbar auffällt, ist das Gewicht. Laut Razer bringt der Controller lediglich 258 Gramm auf die Waage. Das stimmt und das fühlt man sofort. Der Raiju V3 Pro wirkt in der Hand beinahe ungewöhnlich leicht. Anfangs hatte ich kurz die Befürchtung, dass dadurch der typische Premium-Eindruck verloren gehen könnte. Das war bei mir allerdings nicht der Fall. Das Gehäuse fühlt sich trotzdem stabil an, während das geringe Gewicht gerade bei längeren Sessions angenehm wird.

Das ist natürlich Geschmackssache. Wer einen schweren Controller bevorzugt, könnte den Raiju zunächst fast etwas zu leicht finden. Für mich funktioniert das Konzept aber hervorragend. Gerade wenn man mehrere Stunden spielt, ist weniger Gewicht an den Händen keine schlechte Sache.

Man merkt hier auch ziemlich deutlich, für wen Razer diesen Controller entwickelt hat. Der Raiju V3 Pro ist kein Controller, der möglichst viele Show-Effekte liefern möchte. Er soll schnell, leicht und präzise sein.

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TMR-Sticks statt Angst vor Stick-Drift

Bei einem Controller dieser Preisklasse sind langlebige Analogsticks praktisch Pflicht. Razer setzt deshalb auf TMR-Sticks. TMR steht für „Tunnel Magnetoresistance“ und arbeitet wie Hall-Effect-Technik berührungslos mit Magnetfeldern, soll dabei aber eine besonders hohe Präzision mit geringem Energieverbrauch verbinden.

Die beiden Sticks bleiben dabei klassisch symmetrisch angeordnet, wie man es von einem PlayStation-Controller erwartet. Die Stick-Kappen lassen sich austauschen. Es gibt sogar „Ersatz“ mit in der Verpackung. Neben den normalen konkaven Varianten liegen höhere Alternativen bei, mit denen du beispielsweise bei Shootern feinere Bewegungen bevorzugen kannst.

Über die Razer Controller App beziehungsweise Razer Synapse lassen sich außerdem Deadzones und weitere Einstellungen verändern. Wer seinen Controller einfach einschalten und spielen möchte, muss sich damit nicht beschäftigen. Gerade für kompetitive Spieler steckt hier aber viel Potenzial nach oben hin.

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Razer Synapse App: Hier kannst du so ziemlich alles einstellen. - Bild: Razer

Razer Synapse App: Hier kannst du so ziemlich alles einstellen. – Bild: Razer

Sechs zusätzliche Tasten, ohne die Hände zu verrenken

Auf der Rückseite sitzen vier zusätzliche Mausklick-Tasten. Dazu kommen zwei weitere Bumper im oberen Bereich, die Razer als Claw Grip Bumpers bezeichnet. Insgesamt bekommst du damit sechs zusätzliche Eingabemöglichkeiten. Das ist vor allem bei Shootern praktisch. Springen, Nachladen, Waffen wechseln oder andere Aktionen lassen sich auf zusätzliche Tasten legen, ohne ständig den rechten Daumen vom Analogstick nehmen zu müssen.

Auch hier spielt die Größe des Controllers meiner Meinung nach eine wichtige Rolle. Mit größeren Händen lassen sich die zusätzlichen Tasten gut erreichen. Ich hatte nicht das Gefühl, meine Finger unnatürlich positionieren zu müssen, nur damit ich an irgendeine Rücktaste herankomme. Wer solche zusätzlichen Buttons nicht benötigt, kann die hinteren Tasten sogar entfernen. Razer liefert dafür entsprechendes Werkzeug und alternative flachere Abdeckungen mit.

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Die HyperTriggers sind für Shooter besonders interessant

Bei L2 und R2 kannst du zwischen einem normalen analogen Weg und einem sehr kurzen Auslöseweg wechseln. Razer nennt das Pro HyperTriggers. Bei einem Rennspiel möchte ich beispielsweise einen analogen Trigger, damit Gas und Bremse fein dosiert werden können. Bei einem Shooter kann dagegen ein kurzer Klick sinnvoller sein. Dort interessiert mich nicht, ob ich den Abzug zu 40 oder zu 70 Prozent drücke. Ich möchte einfach möglichst schnell schießen.

Genau für diese unterschiedlichen Anforderungen kannst du die Trigger umstellen. Zusätzlich lässt sich der Auslösepunkt über die Software anpassen. Das gehört für mich zu den Funktionen, bei denen ein Pro-Controller gegenüber einem normalen Gamepad tatsächlich einen spürbaren Mehrwert bieten kann. Wenn man es braucht.

Das steckt in der Verpackung. - Bild: Razer

Das steckt in der Verpackung. – Bild: Razer

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Bei den Tasten fühlt sich der Raiju eher nach Maus als DualSense an

Auch die Aktionstasten unterscheiden sich vom normalen DualSense. Razer verwendet seine Mecha-Tactile-PBT-Tasten, die deutlich klickender auslösen. Das Feedback ist direkter und erinnert stellenweise eher an einen Mausklick als an die weicheren Tasten eines normalen Controllers.

Das gilt auch für das schwebend gelagerte 8-Wege-Steuerkreuz. Ob man dieses deutlich taktilere Gefühl bevorzugt, bleibt Geschmackssache. Zum Charakter des Raiju V3 Pro passt es aber. Alles ist auf schnelle und klar erkennbare Eingaben ausgelegt.

Der größte Manko: Kein haptisches Feedback

Bei all den Pro-Features gibt es allerdings einen ziemlich großen Haken, der mich etwas gestört hat. Der Razer Raiju V3 Pro besitzt kein haptisches Feedback. Razer bestätigt das selbst und begründet den Verzicht mit dem Fokus auf geringes Gewicht und kompetitives Gaming.

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Das muss man wissen, bevor man die 200 Euro auf den Tisch legt. Gerade auf der PlayStation 5 gehört das haptische Feedback des DualSense für mich bei vielen Spielen zum Erlebnis. Dazu kommen die adaptiven Trigger des Sony-Controllers, mit denen Entwickler Widerstände und unterschiedliche Effekte erzeugen können.

Der Raiju V3 Pro verfolgt bewusst eine andere Philosophie. Seine Trigger sollen schnell und individuell einstellbar sein, nicht unterschiedlich stark gegen den Finger drücken. Bei Call of Duty oder anderen kompetitiven Spielen kann ich auf das DualSense-Gefühl problemlos verzichten. Bei einem stark auf Immersion ausgelegten Singleplayer-Spiel würde ich persönlich dagegen weiterhin zum normalen DualSense greifen.

Bis zu 36 Stunden ohne Ladekabel

Razer gibt die Akkulaufzeit mit bis zu 36 Stunden an. Die Verbindung zur PS5 erfolgt kabellos über den mitgelieferten 2,4-GHz-USB-Dongle. Ein zwei Meter langes Kabel befindet sich ebenfalls im Lieferumfang.

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Etwas kurios für einen offiziell lizenzierten PS5-Controller: Der Raiju V3 Pro kann die PlayStation 5 nicht aus dem Ruhemodus aufwecken. Laut Razer erlaubt Sony diese Funktion ausschließlich mit dem DualSense. Das ist kein großes Problem, bei einem Controller für über 200 Euro aber trotzdem etwas, das man wissen sollte.

Mitgeliefert wird dafür ein ordentliches Transport-Etui. Darin lassen sich Controller, Kabel, zusätzliche Stick-Kappen und das Werkzeug für die Rücktasten gemeinsam verstauen.

Neben der weißen Variante gibt es den Razer Raiju V3 Pro for PS5 auch in schwarz und "eSports Grün" (für weitere +10 Euro). - Bild: Razer

Neben der weißen Variante gibt es den Razer Raiju V3 Pro for PS5 auch in schwarz und „eSports Grün“ (für weitere +10 Euro). – Bild: Razer

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209,99 Euro sind trotzdem schwer zu ignorieren

Und damit kommen wir zum dritten Diskussionspunkt: Der Razer Raiju V3 Pro kostet 209,99 Euro. Das ist viel Geld für einen Controller. Da gibt es nichts schönzureden. Technisch bekommt man dafür einiges. TMR-Sticks, sechs zusätzliche Tasten, verstellbare Trigger, umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten, kabellose Verbindung, austauschbare Stick-Kappen und ein Transport-Etui ergeben ein ziemlich komplettes Paket.

Die Frage ist eher, ob man diese Funktionen wirklich benötigt. Wer hauptsächlich gemütlich Singleplayer-Spiele auf der Couch spielt, bekommt mit dem normalen DualSense das für die PS5 teilweise sogar passendere Erlebnis. Dafür bietet Sony haptisches Feedback und adaptive Trigger, die der Raiju bewusst nicht besitzt.

Wer dagegen regelmäßig Shooter, Fighting Games oder andere Spiele spielt, bei denen schnelle Eingaben und zusätzliche Tasten wichtig sind, versteht wesentlich schneller, warum es solche Controller gibt.

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Fazit zum Razer Raiju V3 Pro: Teuer, aber verdammt angenehm

Mein größtes Kompliment für den Razer Raiju V3 Pro ist am Ende überraschend einfach: Ich nehme ihn gerne in die Hand. Das klingt bei einem Controller selbstverständlich, ist es aber nicht. Die Kombination aus der etwas größeren Form und dem extrem niedrigen Gewicht funktioniert für mich hervorragend. Gerade mit größeren Händen lässt sich der Controller sehr angenehm bedienen. Nichts wirkt gequetscht, die wichtigsten Tasten sind gut erreichbar und auch nach längeren Sessions hatte ich nicht das Gefühl, einen schweren Klotz festzuhalten.

Dazu kommen sehr gute Voraussetzungen für kompetitives Gaming. Die TMR-Sticks, zusätzlichen Buttons und HyperTriggers bieten echte Anpassungsmöglichkeiten und sind nicht einfach nur Features für die Verpackung.

Der Preis bleibt trotzdem happig. 209,99 Euro (UVP) machen den Raiju V3 Pro zu einem Luxusprodukt. Dass ausgerechnet bei diesem Preis das typische haptische PS5-Feedback fehlt, dürfte für manche Spieler ein Ausschlusskriterium sein. Außerdem sind Updates nur über die App zu tätigen, für die man einen PC benötigt. Wer aber genau einen leichten, sehr gut in der Hand liegenden und auf schnelle Eingaben optimierten PS5-Controller sucht, bekommt hier einen der interessantesten Pro-Controller für Sonys Konsole.

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Test-System: PlayStation 5

Bewertung von Markus Bauer
Gut
7

Wer einen optimierten PS5-Controller sucht, wird hier fündig. Teuer? Definitiv. Gut? Ebenfalls definitiv. Dir muss nur bewusst sein, dass du auf typische PS5-Funktionen verzichtest!

  • Liegt hervorragend in der Hand
  • Auch für größere Hände sehr angenehm
  • Mit 258 Gramm erstaunlich leicht
  • Präzise TMR-Analogsticks
  • Sechs zusätzliche frei belegbare Tasten
  • Sehr flexible Trigger-Einstellungen
  • Umfangreiche Konfiguration per App
  • Transport-Etui und Zubehör inklusive
  • Verbindungsprobleme, wenn du nicht die neueste Version am Controller hast (die über die PC-App eingespielt wird)
  • Mit 209,99 Euro (UVP) sehr teuer
  • Kein haptisches Feedback
  • Keine DualSense-artigen adaptiven Trigger
  • Kann die PS5 nicht aus dem Ruhemodus wecken

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