Razer Viper V4 Pro White Edition im Test: Federleicht, pfeilschnell, aber mir etwas zu laut
Diese Maus richtet sich ziemlich eindeutig an Spieler, die möglichst wenig zwischen ihrer Hand und dem Mauszeiger spüren möchten.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
- Das Wichtigste in Kürze
- Die Razer Viper V4 Pro wiegt gerade einmal 50 Gramm und gleitet dadurch extrem leicht über das Mauspad.
- Sensor, 8.000-Hz-Polling und die direkte Bedienung machen sie besonders für schnelle Shooter interessant
- Mich störte beim Spielen ohne Kopfhörer allerdings das deutlich hörbare Klicken. Meine "uralte" Roccat Burst konnte sie deshalb nicht dauerhaft verdrängen.
Bei einer Gaming-Maus habe ich inzwischen ein ziemlich simples Kriterium: Nach ein paar Tagen sollte ich möglichst vergessen, dass ich überhaupt eine neue Maus benutze. Genau das schafft die Razer Viper V4 Pro White Edition erstaunlich schnell. Sie ist so leicht, dass sich die ersten Bewegungen beinahe ungewohnt anfühlen. Nach kurzer Eingewöhnung möchte man das geringe Gewicht allerdings nicht mehr missen.
Die weiße Variante bringt laut Razer nur 50 Gramm auf die Waage. Die schwarze Version ist sogar noch ein Gramm leichter. Warum auch immer. Auf dem Papier klingt dieser Unterschied zu einer normalen Gaming-Maus zunächst nicht spektakulär. In der Hand merkt man ihn sofort. Gerade schnelle Bewegungen gehen ausgesprochen leicht von der Hand. Die großen PTFE-Gleitflächen unterstützen diesen Eindruck zusätzlich. Man schiebt hier keinen schweren Plastikblock über den Tisch, sondern bewegt die Maus mit sehr wenig Kraftaufwand.
Die Viper V4 Pro liegt extrem leicht in der Hand
Das symmetrische Design richtet sich laut Razer an Rechtshänder und funktioniert bei unterschiedlichen Griffarten. Für mich lag die Maus sofort angenehm in der Hand. Sie ist mit 127,1 Millimetern Länge nicht winzig, wirkt durch das niedrige Gewicht aber trotzdem niemals klobig.
Besonders gut gefällt mir die Oberfläche der White Edition. Das sogenannte Smooth-Touch-Finish fühlt sich glatt an, ohne dass mir die Maus deshalb ständig aus der Hand rutscht. Auch nach längerer Nutzung blieb der Griff angenehm.
Beim Arbeiten fand ich die Viper V4 Pro deshalb fast schon überraschend unterhaltsam. Das geringe Gewicht macht schnelle Bewegungen zwischen Browser, Photoshop, WordPress und anderen Anwendungen angenehm. Eine Maus muss fürs Büro natürlich keine 8.000 Hz erreichen. Aber gute Ergonomie und wenig Gewicht weiß man auch außerhalb eines Spiels schnell zu schätzen.
50.000 DPI und 8.000 Hz sind mehr, als die meisten von uns brauchen
Technisch fährt Razer ziemlich groß auf. Im Inneren sitzt der Focus Pro 50K Optical Sensor Gen-3 mit maximal 50.000 DPI, 930 IPS und einer maximalen Beschleunigung von 90 G. Dazu kommt HyperSpeed Wireless Gen-2 mit einer Polling Rate von bis zu 8.000 Hz, sowohl kabellos als auch per Kabel. Eine „Polling Rate“ von 8.000 Hz bedeutet vereinfacht gesagt, dass die Maus ihre Position bis zu 8.000 Mal pro Sekunde an den PC melden kann. Bei 1.000 Hz passiert das 1.000 Mal. Ob man den Unterschied tatsächlich bemerkt, hängt stark vom eigenen Setup, dem Spiel, der Bildwiederholrate des Monitors und nicht zuletzt vom Spieler selbst ab.
Für mich ist wichtiger, wie sich die Maus tatsächlich anfühlt. Und hier gibt es wenig auszusetzen. Bewegungen werden unmittelbar umgesetzt, schnelle Richtungswechsel fühlen sich kontrolliert an und gerade bei Shootern passt das extrem geringe Gewicht hervorragend zum Charakter der Viper. Über Razer Synapse kannst du DPI, Polling Rate, Lift-off-Distanz und zahlreiche weitere Parameter anpassen. Wer wirklich jedes Detail seiner Maus abstimmen möchte, bekommt hier entsprechend viel Spielraum.
Beim Klicken scheiden sich für mich die Geister
Und dann gibt es einen Punkt, der mir wesentlich stärker aufgefallen ist als 50.000 DPI oder irgendwelche theoretischen Latenzwerte: Die Mausklicks sind für meinen Geschmack ziemlich präsent. Razer setzt bei den Haupttasten auf Optical Mouse Switches Gen-4. Die Auslösung fühlt sich sehr direkt und knackig an. Beim Arbeiten fand ich das teilweise sogar ganz witzig. Man bekommt bei jedem Klick ein sehr eindeutiges akustisches und mechanisches Feedback.
Beim Spielen sieht die Sache für mich anders aus. Mit Kopfhörern ist das überhaupt kein Thema. Spiele ich allerdings ohne Headset, stört mich das Klickgeräusch nach einer Weile. Gerade bei Spielen, bei denen man ständig die Maustasten betätigt, wird aus dem schönen knackigen Feedback irgendwann ein Geräusch, das ich ziemlich bewusst unangenehm wahrnehme.
Das ist natürlich sehr subjektiv. Wer ohnehin immer mit einem geschlossenen Gaming-Headset spielt oder ein deutlich hörbares Klickgefühl mag, wird darin wahrscheinlich überhaupt keinen Nachteil sehen. Für mich gehört es trotzdem in einen Test, weil es einer der wenigen Punkte war, der mich im Alltag tatsächlich gestört hat. Alt werde ich…
Keine RGB-Show, dafür volle Konzentration auf E-Sport
Interessant ist auch, worauf Razer bewusst verzichtet. Die Viper V4 Pro besitzt keine RGB-Beleuchtung. Persönlich fehlt mir hier überhaupt nichts. Die weiße Variante sieht auch ohne leuchtendes Logo sauber und hochwertig aus. Stattdessen steckt das Geld offensichtlich in der Technik. Neben dem neuen Sensor gibt es ein optisches Mausrad, optische Hauptschalter und getrennte Seitentasten, damit man nicht versehentlich beide gleichzeitig erwischt.
Das ist eine andere Philosophie als bei Gaming-Mäusen, die mit zwölf Seitentasten, Beleuchtungszonen und zusätzlichen Gewichten auftrumpfen. Die Viper möchte möglichst wenig Ballast besitzen. Für Shooter ergibt das absolut Sinn.
Bis zu 180 Stunden Akku, aber nicht bei 8.000 Hz
Auch die Akkulaufzeit kann sich sehen lassen. Razer verspricht bei einer Polling Rate von 1.000 Hz bis zu 180 Stunden. Wer die vollen 8.000 Hz nutzt, kommt laut Hersteller noch auf bis zu 45 Stunden.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Die maximale Polling Rate kostet erwartungsgemäß deutlich mehr Energie. Ich würde 8.000 Hz deshalb nicht automatisch aktivieren, nur weil die Maus es kann. Wer den Unterschied in seinen Spielen nicht wahrnimmt, bekommt mit einer niedrigeren Einstellung erheblich mehr Akkulaufzeit.
Verbunden wird die Maus kabellos über den mitgelieferten HyperSpeed-Empfänger. Alternativ kannst du sie über USB-C direkt verkabeln und gleichzeitig laden. Also ist für alle was dabei.

Razer Viper V4 Pro im Test glänzte auch damit, dass sie ohne Kabel 1:1 funktionierte wie mit Kabel. – Bild: Markus Bauer
179,99 Euro sind eine Menge Geld für eine Maus
Beim Preis kommen wir wieder in eine Region, bei der man sehr genau wissen sollte, was man eigentlich möchte. Razer verlangt offiziell 179,99 Euro (UVP) für die Viper V4 Pro White Edition. Im Handel ist sie teilweise günstiger erhältlich, billig wird sie dadurch allerdings nicht.
Für das Geld bekommst du zweifellos High-End-Technik. Der Sensor gehört zur absoluten Oberklasse, 8.000-Hz-Polling funktioniert kabellos, das Gewicht liegt bei lächerlich niedrigen 50 Gramm und der Akku hält bei normalen Einstellungen ausgesprochen lange. Aber genau hier kommt für mich der entscheidende Punkt: Eine Gaming-Maus ist ein extrem persönliches Stück Hardware. Mehr technische Leistung bedeutet nicht automatisch, dass sie sich für jeden Nutzer besser anfühlt.
Warum meine Roccat Burst trotzdem auf dem Tisch bleibt
Ich hatte während des Tests eigentlich wenig Grund, über die Viper V4 Pro zu schimpfen. Sie liegt gut in der Hand, ist unglaublich leicht, gleitet schön über das Mauspad und arbeitet genau so präzise, wie man es von einer modernen High-End-Gaming-Maus erwartet. Trotzdem hatte ich nach dem Test nicht das Bedürfnis, meine Roccat Burst endgültig in die Schublade zu legen. Und genau das sagt bei einer Maus wahrscheinlich mehr aus als jede technische Tabelle.
Das liegt nicht daran, dass die Roccat (die Marke ist mittlerweile gestorben) objektiv die bessere Hardware besitzt. Die Viper V4 Pro ist technisch moderner und in vielen Bereichen klar stärker ausgestattet. Mir gefällt das vertraute Gesamtgefühl meiner Burst aber weiterhin besser. Dazu kommt das für mich angenehmere Klickverhalten. Wer von einer älteren oder deutlich schwereren Gaming-Maus kommt, kann mit der Viper V4 Pro dagegen einen wesentlich größeren Aha-Effekt erleben. 50 Gramm verändern tatsächlich, wie leicht und schnell sich eine Maus bewegen lässt. Ich bin dauerhaft für diese Veränderung anscheinend noch nicht bereit gewesen.
Fazit zur Razer Viper V4 Pro White Edition im Test: Eine hervorragende Gaming-Maus, aber…
Die Razer Viper V4 Pro White Edition ist technisch schwer zu kritisieren. Sie ist extrem leicht, präzise, schnell und besitzt eine ausgezeichnete kabellose Verbindung. Die schlichte weiße Optik gefällt mir ebenfalls sehr gut. Die fehlende RGB-Beleuchtung ist mir auch ziemlich egal. Beim Arbeiten habe ich sie überraschend gerne verwendet. Beim Gaming spielt sie ihre technischen Stärken natürlich noch deutlicher aus. Gerade schnelle Shooter passen perfekt zu diesem geringen Gewicht.
Mein größter Kritikpunkt ist ausgerechnet etwas, das kein Datenblatt vernünftig ausdrücken kann: das Klickgeräusch. Ohne Kopfhörer war mir die Maus auf Dauer einfach etwas zu präsent. Andere Spieler werden genau dieses knackige Feedback möglicherweise lieben.
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Und dann bleibt meine alte Roccat Burst eben dort, wo sie ist. Neben meiner Tastatur. Die Viper V4 Pro ist leichter, moderner und auf dem Papier zweifellos beeindruckender. Trotzdem wollte ich nach meinem Test nicht tauschen. Manchmal entscheidet bei einer Maus eben nicht der Sensor mit den meisten DPI, die beste Technik oder sonst etwas.
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Test-System: AMD Ryzen 9 9950X3D; 64GB Dominator RAM DDR5-6000; AMD Radeon RX 7900 XTX 24GB DDR6; Gespeichert auf NVMe M.2. Corsair MP600 PRO XT; ASUS ROG STRIX X670E-F GAMING Motherboard
Die Razer Viper V4 Pro White Edition ist eine technisch hervorragende eSport-Maus, die mit nur 50 Gramm fast schwerelos über das Mauspad gleitet. Sensor, Funk und Ausstattung spielen ganz oben!
- Mit nur 50 Gramm extrem leicht
- Liegt sehr angenehm in der Hand
- Hervorragendes Gleitverhalten
- Sehr präziser 50K-Sensor
- Bis zu 8.000 Hz Polling Rate
- Sehr gute kabellose Verbindung
- Bis zu 180 Stunden Akkulaufzeit bei 1.000 Hz
- Schlicht und schön
- Klickgeräusch für meinen Geschmack deutlich zu präsent
- Mit 179,99 Euro (UVP) ziemlich happig
- 8.000 Hz kosten deutlich Akkulaufzeit und bringen nicht jedem Spieler einen spürbaren Vorteil







