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Neues Gaming Forschungszentrum für Heidelberg

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Bildquelle: Pexels.com

Die Stadt Heidelberg in Baden-Württemberg bekommt ein Gaming-Zentrum, das mehr Möglichkeiten zur Produktion von bestimmten Videospielen bereitstellen soll. Der GamesHub dient dazu, sogenannte „Serious Games“ zu entwickeln und wird vom Land finanziell unterstützt. Diese Spiele haben nicht wie andere Titel eine reine Unterhaltungs-Funktion. Lernspiele dienen zur Vermittlung von Bildung und Informationen, wie zum Beispiel bei einem Flugsimulator, welcher eine der frühesten Formen von Serious Games darstellt. Weitere Anwendungsgebiete sind Ärzteschulungen, Wirtschaftssimulationen oder Spiele mit militärisch-strategischen Aspekten. Das sind allerdings nur einige der Optionen. Die Möglichkeiten sind prinzipiell uneingeschränkt und sollen auch in Zukunft neue Lernfelder abdecken.

Gaming-Industrie wird immer wichtiger

Insgesamt ist Gaming eine jetzt schon riesige Branche, die auch zukünftig an Wichtigkeit gewinnen wird. So gibt es in Deutschland rund 34 Millionen Gamer, was deutlich zeigt, dass Zocken längst nicht mehr nur für Kinder und Jugendliche gedacht ist. Auch in Österreich werden 5,3 Millionen der rund 8,9 Millionen Einwohner als Gamer eingestuft. Immer mehr Menschen sind mit dem Umgang von Konsolen vertraut, weshalb auch Serious Games weiterhin Anerkennung und Einsatzgebiete finden. Auch eSport unterstreicht die Bedeutung von Gaming in unserer heutigen Zeit und wird in den Medien immer präsenter. Dabei zeugen die Zahlen dahinter längst von einer gigantischen Branche. Die internationalen Dota 2 Meisterschaften beispielsweise haben einen Preispool von knapp 35 Millionen Dollar. Turniere für League of Legends, Fortnite oder Call of Duty haben ebenfalls Gewinnsummen im Millionenbereich. Auch seriöse Wettanbieter bieten mittlerweile die Möglichkeit an auf eSport zu tippen, was den Schritt in Richtung einer anerkannten Sportart betont.

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Doch in Heidelberg wird sich erstmal auf die praktische Anwendung von Spielen fokussiert. Beteiligt an der Errichtung des GamesHub sind sowohl die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg als auch die Stuttgarter Hochschule der Medien und die Stadt Heidelberg. Eine Förderung gibt es für das Projekt außerdem vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. 110 000 Euro werden in das Vorhaben investiert.

Im Mittelpunkt der Produktion stehen Games und Anwendungen im Bereich Gesundheit und Lebenswissenschaften. Die Einrichtung steht nach Fertigstellung Entwicklern, vor allem Start-Ups, zur Verfügung. Neben Lernspielen kann Technologie wie Virtual Reality auch zur Neurorehabilitation benutzt werden. Ein Heidelberger Start-Up arbeitet im Moment an einem solchen Projekt, das im Universitätsklinikum getestet wird.

Optimale Startbedingungen

Es soll außerdem ein Punkt des Vernetzens werden. So können die Spieleentwickler vor Ort mit Unternehmen in Kontakt treten, die im Bereich Medizintechnik oder Biotechnologie tätig sind. Die Rhein-Neckar-Region ist als wichtiger Standort für diese Branchen bekannt. Es wird auch deswegen von offizieller Seite stark unterstützt. Neben der fachlichen Expertise, die Entwickler unterstützen soll, sollen während den Projekten auch ihre unternehmerischen Fähigkeiten geschult werden. Von jungen Talenten in der Branche profitiert die ganze regionale Wirtschaft.

Im Sommer wird dann die Eröffnung des GamesHub folgen. Die Einrichtung soll für bis zu fünf Teams von Entwicklern Platz bieten. Diese Gruppen werden durch eine Jury von Experten ausgewählt. Die Startbedingungen sollen perfekt sein, auch wenn genaue Details noch ausbleiben. Zum einen soll den Teams ein Koordinator für fachliche Betreuung zu Verfügung stehen. Zum anderen sind die Arbeitsplätze voll ausgestattet und auf dem neuesten Stand der Technik. Ab dem 12. April können sich Gruppen auf die Plätze bewerben. Im Fokus sollen Virtual Reality und Augmented Reality aus dem Bereich Lifesciences stehen.

Die Eröffnung des GamesHub im Sommer wird ein Meilenstein für Heidelberg und für Serious Games Entwickler in Deutschland. So wird Baden-Württemberg über die Grenzen hinaus an Bedeutung für diese Branche gewinnen. Und die Zukunft von Serious Games ist vielversprechend. Neben der Gesundheitsindustrie ist auch Bildung und Game-based Learning ein wichtiger Bestandteil dieses Feldes. Es existieren bereits Spiele für Kinder ab 9 Jahren, bei denen Grundlagen der Geometrie gelehrt und angewendet werden.

Das überaus interessante Projekt wird die Umgebung in Zukunft zu einem wichtigen Standort für Spiele-Entwickler machen. Man darf sicherlich auf die Resultate und deren Einfluss auf das Gesundheitswesen gespannt sein.

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