Neue Studie

Manche Menschen sehen die Welt mit einer „höheren Bildrate“

Mehr FPS in Ego-Shootern? Die meisten Menschen erkennen gar keine 60 Bilder pro Sekunde!

Call of Duty: Modern Warfare 3 - (C) Activision

Laut neuesten Erkenntnissen aus der Wissenschaft ist es einigen Menschen möglich, die Welt mit einer „höheren Bildrate“ zu sehen als andere. Die Forschenden geben an, dass diese Eigenschaft diesen Menschen sogar einen Vorteil verschaffen könnte, wenn es um Wettkampfspiele und Sport geht. Es sind jedoch noch Untersuchungen erforderlich, um dies tatsächlich zu beweisen.

Für viele Videospieler sind FPS („Bildrate pro Sekunde“) ein bedeutender Faktor, wenn es darum geht in Ego-Shootern „besser“ zu sein als andere Spieler. Laut einer neuen Studie, die in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht wurde (via IGN.com), sehen manche Menschen die Welt mit einer höheren zeitlichen Auflösung als andere Menschen.

„Da wir nur Zugang zu unserer eigenen subjektiven Erfahrung haben, könnten wir naiverweise erwarten, dass alle anderen die Welt auf die gleiche Weise wahrnehmen wie wir“, so Kevin Mitchell, außerordentlicher Professor für Entwicklungsneurobiologie am Trinity College Dublin, einer der Mitautoren.

„Beispiele wie Farbenblindheit zeigen, dass das nicht immer stimmt, aber es gibt auch viele weniger bekannte Möglichkeiten, wie die Wahrnehmung variieren kann“, fuhr Mitchell fort. „Diese Studie charakterisiert einen solchen Unterschied – in der ‚Bildrate‘ unserer visuellen Systeme. Manche Menschen scheinen die Welt tatsächlich schneller zu sehen als andere.“

Wie können manche Menschen eine höhere Bildrate „sehen“?

In der Studie mit 88 Freiwilligen wurde ein LED-Licht durch eine Schutzbrille beobachtet. Diese wurde so manipuliert, dass die Teilnehmer das Licht mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten blinkend sahen. Dieser Test ermöglichte es den Forschern, die Anzahl der Blitze pro Minute oder Frequenz zu verfolgen.

Dabei wurde festgestellt, dass die „Flackerschwelle“ erheblich zwischen den Probaten variierte. Einige konnten eine Frequenz von bis zu 60 Bildern pro Sekunde sehen während andere keine Unterbrechungen eines Lichts erkennen konnten, das nur 35 Mal pro Sekunde blinkt. Weitere Tests an aufeinanderfolgenden Tagen zeigten keine Änderungen bei den Teilnehmern.

„Wir glauben, dass individuelle Unterschiede in der Wahrnehmungsgeschwindigkeit in Hochgeschwindigkeitssituationen sichtbar werden könnten, in denen man sich schnell bewegende Objekte lokalisieren oder verfolgen muss, wie etwa bei Ballsportarten, oder in Situationen, in denen sich visuelle Szenen schnell ändern“, so Mitautorin und Doktorandin Clinton Haarlem.

Warum diese Forschung für Videospieler wichtig ist? Die zeitliche Auflösung hat erheblichen Einfluss auf die „sportliche Leistung“ und das Können, vor allem in schnellbewegenden Spielen wie Ego-Shootern ála Call of Duty und Co. Natürlich hilft es auch bei normalen Sportarten, wie Fußball oder Tennis, wenn man den Ball „schneller“ verfolgt, als seine Gegenspieler.

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