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Half Life Alyx – Wendepunkt in der VR-Geschichte – Review

Spektakuläre Sequenzen, beste Videospielmusik und jede Menge Action. Für ein paar Stunden.

Review von
Half-Life Alyx (VR) - (C) Valve

Es ist schon wieder passiert. Ein neues Half-Life-Spiel ist auf dem Markt. Das letzte Mal hatte ich noch kein Haus und keine Kinder, also dauerte es fast eine ganze Generation. 13 Jahre liegen zwischen Half-Life 2: Episode 2 und Half-Life: Alyx. Eine lange Zeit, wie gesagt. Als Valve den Titel ankündigte und einen ersten Trailer zeigte hatte ich Pipi in den Augen. Hat sich die Warterei gelohnt? Erfährt ihr alles im Review.

Okay, bevor ihr euch mühsam durch hunderte Wörter voller Lob durchquälen müsst: Ja. Ja, das Warten hat sich definitiv gelohnt, auch die Investition in eine VR-Brille mit meinen PC. Half-Life: Alyx ist ein außergewöhnliches und revolutionäres Erlebnis. Und das Beste: es kann von Anfang bis Ende mit seinen Vorgängern mithalten.

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Kommen wir zur Handlung: Diese findet, wie bereits bekannt, 5 Jahre vor den Ereignissen von Half-Life 2 statt, also ein Prequel. Gordon Freeman ist noch nicht in City 17 angekommen. Alyx Vance hat den Auftrag einen Reaktor aus den Klauen der Combines zu beschaffen. Nicht ganz planmäßig läuft die Sache schief und Eli Vance, Alyxs Vater, wird gefangen genommen. Eine verwobene Geschichte beginnt.

Half-Life Alyx (VR) - (C) Valve

Von überraschenden Auftritten einiger bekannter Charaktere bis zu einer erstaunlichen Endung, die man selten in Videospielen erlebt, fasziniert der Titel von Anfang bis Ende. Es ist wie die Sache die man als Kind immer haben wollte, aber nie bekommen hat. Nun bekommt man sie und man ist voll damit zufrieden. Eine Erfahrung die man nicht oft im Leben macht, so ist die Handlung in diesem Prequel. – Irgendwie werde ich den Gedanken dabei nicht los, wenn ich so darüber nachdenke, dass uns Valve damit testet ob sich ein Half-Life 3 auszahlen würde…

Half-Life: Alyx – Nix für Angsthasen

Die Spielerfahrung ist übrigens nichts für schwache Nerven. Es gibt, wie auch schon in Half-Life 2, einige Horror-Momente. Waren die am normalen Bildschirm okay, sind sie in VR schon ziemlich nahe. Für einige Spieler können diese Szenen durchaus unangenehm und beängstigend sein, so meine Warnung. Diese Hose wird nicht voll – keine Angst – aber gefilmt werden möchte ich dabei auch nicht, wenn ich es beim ersten Mal spiele.

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VR only!

Half-Life: Alyx ist thematisch wie seine Vorgänger, verfolgt jedoch einen ganz anderen Ansatz, um seine VR-Erfahrungen zu liefern. Jetzt verstehe ich auch, warum Valve gesagt hat, dass dieses Prequel NUR für Virtual Reality gemacht wurde und eine Bildschirm-Version nicht kommen wird, obwohl man damit eine größere Anzahl von Spielern erreichen könnte. Wenn man VR am PC daheim hat, bieten sich einem die vollen Möglichkeiten. Diese reichen von Sitz- bis Stehpositionen, Teleportations- und Fortbewegungsbewegungen sowie Finger-Tracking- oder Trigger-basierten Controller-Eingaben. Das Spiel ist durch und durch für VR entwickelt, mit Maus und Tastatur hätte man nicht die gleiche Erfahrung.

Half-Life Alyx (VR) - (C) Valve

Jedes Half-Life-Spiel hatte seinen Gegenstand mit Unterschrift. Was ich damit meine? Half-Life hatte seine Brechstande, Half-Life 2 hatte die Schwerkraftwaffe und Alyx verfügt – wie passend – über die Schwerkrafthandschuhe. Ein wenig fühlte ich mich wie Darth Vader beim Spielen, wovon ich nicht abgeneigt war…

Diese „Gravity Gloves“ werden für eine Vielzahl von physikbasierten Aktivitäten verwendet, die von einfachen Aufgaben bis hin zur Gesundheits- und Statusanzeige reichen. Damit hat man das HUD-System auf dem Bildschirm auch reduziert und es sieht wunderbar aus.

Schwache KI oder schwacher Schwierigkeitsgrad?

Im Schwierigkeitsgrad „Normal“ erlebt man das Spiel beim ersten Mal sicherlich am bestem, vor allem wenn man sich extra für dieses Spiel erstmals ein VR-Headset zugelegt hat. In diesem Modus sind die Gegner noch leicht und koordinieren sich nicht. Desto höher der Schwierigkeitsgrad, desto besser die Strategie der Combines um Alyx auszuschalten. Über die Gegner hinaus ist das Spiel vielleicht ein wenig zu leicht. Mein erster Kritikpunkt. Warum? Weil es einfach an den kniffligen Rätseln fehlt. Da hätte man sich schon ein wenig mehr ins Zeug legen können, andererseits fühlt man sich auch wie in einer Demo, die zeigt was VR schon alles kann. Und nicht falsch verstehen, das Spielerlebnis geht weiter über eine Demo hinaus, aber irgendwie fühle ich mich in einer neuen Welt, die gerade erst zu Leben beginnt.

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Großartige Kämpfe

Half-Life: Alyx macht aber auch vieles richtig, wie die Kampfszenarien. So gibt es brillante Schießmechaniken, die vor in der „Horror-Seite“ des Spiels zur Geltung kommen. Ich liebe es. Es gibt dabei das bewährte Waffenarsenal: Pistole, Schrotflinte, Sturmgewehr, einige Granaten, die Combine-Waffen und die Möglichkeit allen ein Upgrade zu verpassen. Das macht Spaß.

Was zugegeben auch viel Spaß macht ist die Optik. Die Source 2-Engine bietet detaillierte Charaktermodelle, hervorragende Lichteffekte und detaillierte Umgebungen. Aber auch die Gegner sind gut gelungen, vor allem die Headcrabs – ein Markenzeichen von Half-Life-Spielen. In visueller Hinsicht ist Half-Life: Alyx ein beeindruckend aussehendes Spiel. Die Engine scheint an einer vollständigen physischen Rendering-Pipeline festzuhalten und lässt eine noch nie dagewesene Interaktivität mit der Umgebung zu. Ich freue mich auch mehr Spiele, die das können!

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Optik passt. Physik passt. Story passt. Gameplay passt. Was fehlt noch? Richtig, der originelle Soundtrack. Mike Morasky, der Mann hinter dem sensationellen Soundtrack des Spiels, verdient viel Anerkennung für die Lieferung einer absolut verrückten Musikpartitur. Von der unheimlichen Seite, die die Jagd von Headcrumbs begleitet, bis zu dem Titel, der abgespielt wird, wenn man einem bestimmten Gegner im Spiel entkommen ist, trägt die Musik zur Spannung eines bereits adrenalingeladenen Erlebnisses bei.

Fazit

Half-Life: Alyx ist ein Wendepunkt für Virtual Reality-Spiele, genau wie seine Vorgänger es für das Ego-Shooter-Genre waren. In den knappen 6 Stunden hat es viele Seiten gezeigt und bei mir viele Emotionen ausgelöst. Nicht nur die Rückkehr nach City 17 ist für einen Fan der Serie wie ein Wiedersehen von alten Freunden, sondern auch das Level-Design, die gute Musik, die Kampfszenen sowie die Upgrades für die Waffen sind ein VR-Erlebnis, dass ich noch nie erlebt habe. 10/10 hätte es gegeben wenn die Kampagne länger gewesen wäre.

Bei den Steam Awards 2020 konnte das Spiel nun auch noch einen der heiß ersehnten Preise für sich entscheiden!

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ReviewWertung

9SCORE

Willkommen zurück, Alyx Vance. Ich hoffe nur das nächste Half-Life-Spiel braucht keine 13 Jahre (oder länger). Bitte Valve, tue mir und meinen Gamer-Freunden das nicht mehr an.

Detail-Wertung

Grafik

10

Sound

10

Gameplay

8

Motivation

8

Steuerung

10

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