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Artikel von Markus Bauer +
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Steam ist auf dem PC die wichtigste Gaming-Plattform. Für viele Spieler ist Valves Store längst der Standard. Spiele kaufen, Bibliothek verwalten, Freunde einladen, Reviews lesen, Mods nutzen: Steam ist tief im PC-Gaming verankert. Doch ausgerechnet Epic-Chef Tim Sweeney sieht bei Valve ein großes ungenutztes Potenzial. Ausrechend der Epic-Chef Tim Sweeney plauderte über seine Idee eines offeneren Gaming-Ökosystems. Dabei sagte er sinngemäß, dass Steam Milliarden liegen lasse, weil einige der größten Live-Service-Spiele nicht auf der Plattform vertreten seien. Dazu nennt er Fortnite, die Spiele von Riot Games (Valorant, League of Legends) und Genshin Impact.

Das ist bemerkenswert. Denn Epic und Valve stehen seit Jahren in direkter Konkurrenz. Der Epic Games Store wurde genau als Alternative zu Steam aufgebaut. Trotzdem klingt Sweeney nun offen dafür, dass Valve Teil seines „Team Open“-Gedankens werden könnte.

Fortnite auf Steam wäre ein gewaltiger Schritt

In einem Interview mit PCGamer.com, erklärte Sweeney, Steam habe zwar ein sehr starkes Geschäft auf dem PC, erreiche aber nicht alle Spieler. Wörtlich fragt er sinngemäß, welchen Anteil der PC-Spieler Steam wirklich erreiche, wenn dort Fortnite, Riot-Spiele, Genshin Impact und viele andere Top-Titel fehlen. Valve verpasse viele Chancen?

Der Gedanke ist einfach: Steam ist riesig. Fortnite ist riesig. Riot ist riesig. Genshin Impact ist riesig. Aber diese Welten laufen bisher weitgehend außerhalb von der Valve-Plattform. Für die Counter-Strike-Macher bedeutet das weniger Umsatz, weniger aktive Nutzer in bestimmten Segmenten und weniger Kontrolle über einige der wichtigsten Live-Service-Communitys auf dem PC. Für Epic wäre Fortnite auf Steam aber ebenfalls ein heikler Schritt. Einerseits könnte das Spiel dort zusätzliche Reichweite bekommen. Andererseits würde Epic damit ein Stück Kontrolle an den größten Konkurrenten im PC-Markt abgeben.

Fortnite Disney - Bild: Epic Games

Fortnite – Bild: Epic Games

Der eigentliche Streitpunkt bleibt die Store-Gebühr

Sweeneys Aussage ist nicht nur eine Einladung an Valve. Sie ist auch ein Angriff auf das klassische Store-Modell. Epic kritisiert seit Jahren die üblichen Plattformgebühren. Steam nimmt bei vielen Spielen traditionell bis zu 30 Prozent Umsatzanteil, während der Epic Games Store mit 12 Prozent wirbt. Für ihn ist das Teil eines offeneren Modells, in dem Stores auf mehreren Plattformen verfügbar sind und Entwickler bessere Konditionen bekommen.

Aus Sicht von Valve ist die Lage aber komfortabel. Steam hat eine enorme Nutzerbasis, eine starke Infrastruktur, eine eingespielte Community und eine gewachsene Bibliothek. Valve muss Epic nicht entgegenkommen, solange Entwickler und Spieler trotzdem auf Steam bleiben. Genau deshalb wirkt Sweeneys Vorstoß interessant, aber nicht automatisch realistisch. Valve hat Steam über Jahrzehnte aufgebaut und verändert seine Strategie meist vorsichtig. Epic Games dagegen denkt stärker in Richtung Plattformöffnung, niedrigere Gebühren, alternative Stores und rechtliche Auseinandersetzungen mit Apple und Google.

Ob daraus jemals Fortnite auf Steam wird, ist offen. Valve hat wenig Druck, seine Strategie zu ändern. Epic wiederum müsste entscheiden, ob zusätzliche Reichweite den Verlust an Kontrolle und mögliche Gebühren wert wäre.

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