4 Min. lesen
Artikel von Markus Bauer +
DailyGame bei Google merken

Counter-Strike 2 ist weiterhin einer der größten Namen auf Steam. Valves Shooter erreicht regelmäßig enorme Spielerzahlen und bleibt für viele PC-Spieler der wichtigste Multiplayer-Titel überhaupt. Doch gerade passiert etwas ziemlich Spannendes: Ausgerechnet Counter-Strike: Global Offensive legt wieder deutlich zu.

Wie PCGamer.com zuerst berichtet, hat CS:GO seit seiner erneuten Trennung von Counter-Strike 2 einen neuen Spielerrekord erreicht. Laut SteamDB.info waren zuletzt etwas mehr als 68.000 Spieler gleichzeitig in Global Offensive aktiv. Für ein 14 Jahre altes Spiel, das man nicht einmal normal über die Steam-Suche findet, ist das ziemlich beachtlich.

Der Vergleich zu Counter-Strike 2 hinkt natürlich. CS2 kommt weiterhin auf weit über eine Million gleichzeitige Spieler und bleibt damit Valves großer Dauerbrenner. Trotzdem zeigt der neue CS:GO-Erfolg etwas Wichtiges: Viele Spieler wollen offenbar nicht einfach nur die neueste Version. Sie wollen genau das Counter-Strike spielen, das sie jahrelang kannten.

Werbung

CS:GO wurde erst geschluckt und dann wieder ausgespuckt

Als Counter-Strike 2 erschien, wurde Global Offensive praktisch ersetzt. CS2 übernahm den Platz in der Steam-Bibliothek, während CS:GO für viele Spieler verschwand oder nur noch eingeschränkt erreichbar war. Für Valve war das nachvollziehbar: Eine große Community sollte auf die neue Version wechseln.

Doch nicht alle waren glücklich damit. Counter-Strike 2 brachte neue Technik, neue Beleuchtung, neue Rauchgranaten und natürlich die Source 2-Engine. Gleichzeitig fühlte sich das Spiel für manche Veteranen anders an. Hitreg, Movement, Performance, Maps und kleine Details wurden immer wieder diskutiert. Wer seit 20 Jahren die selbe Map spielt, weiß wenn etwas geändert wird.

Doch es hat sich etwas getan. Inzwischen ist Global Offensive wieder als eigenständigere Version verfügbar. Genau das reicht offenbar, um viele Spieler zurückzuholen.

Werbung

Dust2 in Counter-Strike 2 ist anscheinend zu schick? Wahrscheinlich nicht. Als Counter-Strike-Spieler fühlt man sich halt in gewohnter Atmosphäre wohl. - Bild: Valve

Dust2 in Counter-Strike 2 ist anscheinend zu schick? Wahrscheinlich nicht. Als Counter-Strike-Spieler fühlt man sich halt in gewohnter Atmosphäre wohl. – Bild: Valve

68.000 gleichzeitige Spieler sind mehr als nur Nostalgie

68.000 gleichzeitige Spieler klingen neben CS2 vielleicht klein. Im größeren Steam-Vergleich ist das aber stark. Aktuell liegt der Titel auf Platz 30 der meistgespielten Titel. Knapp hinter Baldur’s Gate 3 (Platz 29) und vor Palworld (Platz 31), aber auch Battlefield 6 (Platz 35), DayZ (Platz 36) oder Ubisofts Dauerbrenner Rainbow Six Siege (Platz 35).

Das ist der eigentliche Punkt. CS:GO ist seit 2018 Free-to-Play und ist kein neues Spiel, bekommt keine große Marketingkampagne und ist nicht bequem über die normale Suche sichtbar. Trotzdem zieht es zehntausende Spieler an. Das spricht für die enorme Bindung, die dieses Counter-Strike über Jahre aufgebaut hat. Es zeigt aber auch, dass alte Multiplayer-Spiele nicht automatisch sterben, nur weil ein Nachfolger existiert. Gerade bei kompetitiven Spielen zählt Vertrauen. Wenn Spieler tausende Stunden in ein Spiel gesteckt haben, wechseln sie nicht nur wegen besserer Grafik.

Werbung

Falls du Counter-Strike: Global Offensive in deiner Steam-App nicht findest, dann gibt es einen einfachen Trick, um den Titel in deine Steam-Bibliothek zu bekommen. Wenn du im Browser auf Steam einloggt bist einfach nach „Counter-Strike Global Offensive Steam 4465480“ via Suchmaschine suchen oder hier einfach den Link klicken. Das ist nicht wieder das alte volle CS:GO wie früher, nur ohne normales Matchmaking sondern über Community-Server. Der Download ist „nur“ 32 GB groß.

Counter-Strike ist groß genug für mehrere Versionen

Offenbar ist Platz für vier Counter-Strike-Spiele. Counter-Strike 1.6 hat im 24-Stunden-Peak noch immer 12.000 gleichzeitige Spieler. Counter-Strike: Source sogar 17.400. Für die Top 100 der meistgespielten Titel reicht es nicht, aber es zeigt, dass langjährige Spieler nicht zu vertreiben sind. Genau deshalb gibt es bis heute Fans, die lieber 1.6, Source oder Global Offensive spielen, statt automatisch zur neuesten Version zu wechseln.

Counter-Strike war ursprünglich ein Half-Life-Mod. - Bild: Valve

Counter-Strike war ursprünglich ein Half-Life-Mod von Minh “Gooseman” Le und Jess Cliffe. Die erste öffentliche CS-Beta erschien am 19. Juni 1999. Erst später wurde daraus ein offizielles Valve-Spiel. – Bild: Valve

Werbung

Valve dürfte das nicht unbedingt stören. Am Ende bleiben die Spieler im Steam-Ökosystem. Trotzdem ist die Rückkehr von CS:GO ein interessantes Signal. Sie zeigt, dass ein Nachfolger nicht zwangsläufig den Vorgänger komplett ersetzen muss, auch wenn er extrem erfolgreich mit 1,41 Millionen Spielern im 24-Stunden-Peak ist.

Vielleicht ist genau das die spannendste Erkenntnis: Counter-Strike 2 ist die Zukunft der Reihe. Aber die älteren Counter-Strike-Versionen sind für viele Spieler noch lange nicht Vergangenheit. Auch ich kehre nach neuen Battlefield- oder Call of Duty-Spielen immer wieder zurück zu Counter-Strike. Egal welche Version. Bei Train, Inferno, Dust und Dust 2 fühle ich mich immer wie daheim. Auch in Aztec, obwohl das Balancing so unausgeglichen ist, dass sogar Nostalgie aufkommt.

Hast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein !

Kategorie(n)

Mehr entdecken

Weiterlesen