Gaming-Markt steigt auf 195,6 Milliarden US-Dollar, doch Investoren ziehen sich zurück
Der Gaming-Markt wächst 2025 auf 195,6 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig brechen private Investitionen um 55 Prozent ein.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Laut dem neuen „State of Video Gaming 2026““Report von Matthew Ball (via wccftech.com / matthewball.co) erreichten die globalen Software-Umsätze 2025 beeindruckende 195,6 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf den ersten Blick klingt das nach einer Erfolgsgeschichte. Doch unter der Oberfläche zeigen sich Risse. Private Investitionen in die Branche sind im selben Zeitraum um massive 55 Prozent eingebrochen. Und das verändert gerade mehr, als viele denken.
Besonders spannend: Konsolen-Software-Umsätze erreichten mit 41,6 Milliarden Dollar ein neues Allzeithoch. Damit hat sich der Markt vom Post-COVID-19-Tief erholt. Doch hier kommt die Überraschung: Die meisten Einnahmen stammen nicht aus klassischen Spieleverkäufen. Stattdessen dominieren Plattform-Services wie PlayStation Plus, Xbox Game Pass oder Nintendo Switch Online.
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Reine Spielekäufe gingen im Vergleich zum Vorjahr um fast 11 Prozent zurück. Das erklärt, warum Abo-Modelle für Plattformbetreiber inzwischen überlebenswichtig sind. Und es zeigt, warum Sony (und Microsoft) vergleichsweise entspannt auf stagnierende Hardware-Verkäufe blickt: Das Geld kommt längst aus dem Ökosystem.
PC-Gaming-Markt wächst und China spielt eine Schlüsselrolle
Während Konsolen erst wieder in Fahrt kommen mussten, hatte der PC-Gaming-Markt keinen nennenswerten Einbruch nach der Pandemie. Seit 2020 sind die PC-Inhalte-Umsätze um rund 30 Prozent gestiegen. Ein großer Treiber dabei: China. Rund 20 Prozent der weltweiten Spielerausgaben stammen mittlerweile aus dem chinesischen Markt.
Selbst ohne China liegt das PC-Wachstum aber noch immer 6,7 Milliarden Dollar über dem Konsolenwachstum.
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Der vielleicht wichtigste Punkt des Reports ist nicht das Umsatzwachstum, sondern der massive Rückgang privater Finanzierung. Kleinere Studios trifft das besonders hart. Wenn ein Projekt nicht sofort ein Hit wird, fehlt oft das finanzielle Polster, um weiterzumachen.
Das erklärt die anhaltende Welle von Entlassungen, die du in den letzten Jahren immer wieder gelesen hast. Es geht nicht nur um schlechte Verkäufe, sondern um fehlendes Risikokapital. Eine direkte Folge: Studios lagern mehr Arbeit aus, um Kosten zu senken. Outsourcing wird zum Überlebensinstrument.
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Ein Faktor, den viele unterschätzen: Roblox
Ein weiterer Wachstumsfaktor ist Roblox. Die Plattform erreichte im September 2025 unglaubliche 100 Millionen tägliche Nutzer. Roblox gehört inzwischen zu den meistgespielten Titeln weltweit. Doch der Erfolg ist nicht ohne Kontroversen. Das Unternehmen steht unter Druck, weil es lange für einen zu lockeren Umgang mit Kinderschutz kritisiert wurde. Verbesserungen wurden angekündigt. Ob sie ausreichen, bleibt abzuwarten. Verbote stehen im Raum.
195,6 Milliarden US-Dollar Umsatz ist eine wahnsinnig große Zahl. Rekordwerte bei Konsolen. Starkes PC-Wachstum. Allerdings ist der Gaming-Markt alles andere als „lustig“. Wenn Investoren ausfallen werden vor allem kleinere Studios immer wieder verschwinden oder von Publishern aufgelöst. Entwickler und Publisher werden also weiterhin auf Sequels und bekannte Marken setzen. Weniger Experimente. Die Spieleindustrie ist größer als je zuvor. Aber der Mut, Neues zu wagen, steht gerade auf dem Prüfstand.
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