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Artikel von Markus Bauer +
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Die Xbox 360 steht offenbar vor einem zweiten Leben. Nicht als neue Konsole. Nicht als Mini-Version für das Regal. Microsoft will Spiele der erfolgreichen Xbox-Generation auf den PC und moderne Gaming-Handhelds bringen. Damit würde Microsoft seine erst kürzlich gestartete Xbox-Abwärtskompatibilität auf dem PC deutlich ausbauen. Bisher stehen dort lediglich vier Spiele der ursprünglichen Xbox bereit. Künftig sollen auch Titel der Xbox 360 folgen.

Das geht aus einem geleakten Dokument hervor, das laut The Verge an Entwickler verschickt wurde. Microsoft selbst hat den „Xbox 360“-Teil des Programms bisher nicht öffentlich angekündigt.

„Xbox 360“-Spiele sollen ab 2027 auf den PC kommen

Nach dem derzeitigen Zeitplan soll die Unterstützung schrittweise zwischen 2027 und 2028 ausgerollt werden. Die Spiele könnten anschließend auf klassischen Windows-PCs, unterstützten Handhelds und Microsofts kommender Xbox-Hardware mit dem Codenamen Project Helix laufen. Das Ziel dahinter ist ziemlich klar: Die Xbox-Bibliothek soll nicht mehr an eine bestimmte Konsole gebunden sein. Ein gekauftes Spiel soll dich theoretisch auf Konsole, PC und Handheld begleiten können.

Steam macht es seit Jahren vor. Microsoft will nun offenbar nachziehen. Die technische Grundlage existiert bereits. Im Juli startete Microsoft die erste Version von „Xbox Backward Compatibility on PC“. BLiNX: The Time Sweeper, Conker: Live and Reloaded, Crimson Skies und Fuzion Frenzy können seitdem offiziell auf „Windows 11“-PCs und ausgewählten Handhelds gespielt werden.

Besitzt du bereits eine digitale Lizenz für eines dieser Spiele, wird sie dank Xbox Play Anywhere auch auf dem PC erkannt. Zusätzlich bietet Microsoft unter anderem höhere Auflösungen, VSync, Kantenglättung und verschiedene Bildmodi an.

Der große Haken? Die Publisher müssen mitmachen!

Das bedeutet allerdings nicht, dass plötzlich jedes 360-Spiel von damals auf dem PC erscheint. Die Entscheidung liegt offenbar bei den jeweiligen Entwicklern und Publishern. Sie müssen ihre Spiele aktiv für das Programm freigeben. Außerdem sollen sie bestimmen dürfen, wie viel ein Titel kostet und ob er im Xbox Game Pass angeboten wird.

Genau dort könnte es kompliziert werden. Viele Studios aus der glorreichen „Xbox 360“-Ära existieren nicht mehr. Andere Marken haben inzwischen den Besitzer gewechselt. Bei Spielen mit lizenzierter Musik, echten Fahrzeugen, Sportlern oder Filmcharakteren müssen möglicherweise alte Verträge neu ausgehandelt werden.

Ein Beispiel: Ein Rennspiel wie Project Gotham Racing besteht nicht nur aus Programmcode. Darin stecken Automarken, Musikstücke und reale Schauplätze. Selbst wenn Microsoft die Technik bereitstellt, bedeutet das noch lange nicht, dass alle Rechte wieder verfügbar sind. Die Xbox 360 kommt zurück. Aber vermutlich nur eben Stück für Stück.

Wer es vergessen hat: 2013 startete GTA Online, der Multiplayer-Modus von GTA 5, auf Xbox 360 und PS3. Die Online-Versionen für diese Konsolen-Generation wurden am 16. Dezember 2021 eingestellt. - Bilder: Rockstar Games, SIE, Microsoft - Bildmontage DG

Wer es vergessen hat: 2013 startete GTA Online, der Multiplayer-Modus von GTA 5, auf Xbox 360 und PS3. Die Online-Versionen für diese Konsolen-Generation wurden am 16. Dezember 2021 eingestellt. – Bilder: Rockstar Games, SIE, Microsoft – Bildmontage DG

Auch Microsofts „Disc-to-Digital“-System rückt näher

Im gleichen Dokument finden sich neue Angaben zu Microsofts geplantem Disc-to-Digital-System. Der geplante Ablauf: Eine Xbox-One- oder Xbox-Series-Disc wird in eine Konsole mit Laufwerk eingelegt. Anschließend erhält der Spieler eine digitale Berechtigung, die gleichzeitig mit seinem Microsoft-Konto und der jeweiligen Disc verbunden bleibt.

Wird die Disc verkauft, soll auch die digitale Berechtigung an den neuen Besitzer übergehen. Der bisherige Besitzer verliert den Zugriff. Die Scheibe wäre damit weiterhin handelbar und nicht nur ein einmal verwendbarer Schlüssel.

Eine öffentliche Testphase war ursprünglich für Juli vorgesehen, wurde jedoch verschoben. Im geleakten Zeitplan wird August als allgemeiner Start genannt. Ob Microsoft diesen Termin noch einhalten kann, ist derzeit noch unklar.

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