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Artikel von Markus Bauer +
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Während PlayStation immer stärker in Richtung Digital-Zukunft steuert, könnte Xbox einen etwas anderen Weg vorbereiten. Laut einem neuen Bericht von The Verge arbeitet Microsoft an einer Disc-to-Digital-Funktion für Xbox – wir berichteten bereits früher davon. Damit könnten Spieler ihre physischen Xbox-Spiele in digitale Berechtigungen umwandeln.

Das klingt erst einmal nach einer technischen Komfortfunktion. Im aktuellen Moment wirkt es aber deutlich größer. Denn Sony hat erst kürzlich angekündigt, ab Jänner 2028 keine physischen Discs mehr für neue PlayStation-Spiele zu produzieren. Neue Titel sollen danach nur noch digital über den PlayStation Store oder digitale Formate bei Händlern erscheinen. Genau deshalb könnte Microsoft mit Disc-to-Digital plötzlich einen Nerv treffen. Während PlayStation das klassische Disc-Zeitalter offiziell beendet, könnte Xbox Besitzern physischer Spiele zumindest eine Brücke in die digitale Zukunft bauen.

So soll Xbox Disc-to-Digital funktionieren

Laut The Verge wird das System derzeit intern von Xbox-Mitarbeitern getestet. Die Funktion soll mit Xbox One- und Xbox Series X-Discs funktionieren. Spiele der originalen Xbox und Xbox 360 sollen dagegen nicht unterstützt werden. Der Ablauf klingt vergleichsweise einfach: Spieler legen eine kompatible Disc in eine Xbox-Konsole ein, installieren und starten das Spiel und verknüpfen es mit einem Microsoft-Konto. Danach entsteht eine digitale Berechtigung für diese physische Disc. Diese digitale Berechtigung soll ähnlich funktionieren wie ein Kauf im Microsoft Store.

Besonders spannend: Wenn ein Spiel Xbox Play Anywhere unterstützt, könnte der digitale Zugriff auch auf PC und Handhelds funktionieren. Ist der Titel über Xbox Cloud Gaming verfügbar und besitzt der Spieler ein Game-Pass-Abo, wäre theoretisch auch Streaming möglich. Damit würde eine alte Disc nicht einfach ersetzt werden, sondern in Microsofts Xbox-Ökosystem eingebunden.

Die Disc bleibt trotzdem wichtig

Ganz losgelöst von der Disc wäre das System aber nicht. So bleibt die digitale Berechtigung an die jeweilige physische Disc gebunden. Das bedeutet: Die Disc funktioniert weiterhin, aber wer sie verkauft oder verleiht, verliert auch die digitale Berechtigung. Das ist ein wichtiger Punkt. Microsoft würde damit offenbar nicht einfach jede Disc dauerhaft in einen frei nutzbaren Download umwandeln. Stattdessen bleibt die Disc der „Besitznachweis“. Die digitale Berechtigung folgt der Disc, nicht nur dem Konto.

Für Sammler ist das ein zweischneidiges System. Einerseits bleibt der physische Datenträger relevant. Andererseits könnte man seine Spiele komfortabler digital nutzen, ohne ständig die Disc einlegen zu müssen. Gerade bei einer künftigen Xbox ohne Laufwerk wäre das enorm wichtig.

Soll es auch Einschränkungen geben? Ja. Multi-Disc-Titel und Spiele, die einer Konsole beilagen, sollen unterstützt werden. Manche Xbox One-Discs könnten allerdings wegen Herstellungsunterschieden nicht kompatibel sein. Microsoft soll internen Testern erklärt haben, dass es davon abhänge, wann und wie eine Disc produziert wurde.

Die Funktion wäre kein perfekter Rettungsanker für jede physische Sammlung. Wer eine große Xbox-Bibliothek im Regal hat, müsste damit rechnen, dass nicht jedes Spiel problemlos übertragen werden kann.

Offiziell angekündigt ist die Disc-to-Digital-Funktion noch nicht. Microsoft testet sie laut The Verge derzeit intern. Sollte sie tatsächlich veröffentlicht werden, käme sie aber zu einem perfekten Zeitpunkt. Für Xbox könnte genau das wichtig werden. Microsoft braucht derzeit positive Argumente für sein Ökosystem. Eine Funktion, die physische Sammlungen in die digitale Zukunft mitnimmt, wäre eines davon.

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