Ubisoft entlässt 40 Leute in Toronto, aber das Splinter Cell-Remake lebt trotzdem weiter
Ubisoft Toronto verliert 40 Mitarbeiter durch Stellenabbau. Das Splinter Cell Remake ist laut Ubisoft nicht betroffen.
Tim Rantzau Tim ist seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Nintendo-Fan und hat seine Begeisterung für Spiele mit einem Studium in Game Design vertieft. Beruflich arbeitet er an der Konzeption von Videospielen und kennt dadurch die Branche nicht nur von außen, sondern auch von innen. Seine größte Leidenschaft gilt jedoch dem Spiele-Journalismus, in dem er Trends einordnet, Hintergründe erklärt und mit viel Erfahrung über neue Entwicklungen berichtet.
Ubisoft hat bestätigt, was viele befürchtet haben. Rund 40 Mitarbeiter bei Ubisoft Toronto wurden entlassen. Das entspricht etwa acht Prozent der Belegschaft des Studios. Die Massnahme ist Teil einer konzernweiten Umstrukturierung, die Ubisoft seit Monaten vorantreibt, mit Studiostreichungen, Projektabsagen und einem massiven Sparkurs im Rücken. Die halbwegs gute Nachricht für alle, die auf das Splinter Cell Remake gewartet haben: Ubisoft betont ausdrücklich, dass das Projekt von den Entlassungen nicht betroffen ist und weiter entwickelt wird.
In einer offiziellen Stellungnahme erklärte das Unternehmen gegenüber Gamespot: „Das Toronto Studio setzt die Entwicklung des Splinter Cell-Spiels fort und fungiert als Co-Entwicklungspartner für Rainbow Six sowie weitere Co-Entwicklungsprojekte.“ Klingt beruhigend. Aber wer die Geschichte dieses Projekts kennt, bleibt skeptisch.
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Vier Jahre Stille und ein Remake ohne Gesicht
Das Splinter Cell Remake wurde im Dezember 2021 angekündigt. Das ist inzwischen mehr als vier Jahre her. Seitdem gibt es kein Gameplay, keinen Trailer und keinen konkreten Releasetermin. Was die Öffentlichkeit gesehen hat, beschränkt sich auf eine Handvoll Entwicklerstatements und die Bestätigung, dass das Spiel auf Ubisofts Snowdrop Engine aufgebaut wird. Auf dieser Engine laufen auch The Division, Avatar: Frontiers of Pandora und Star Wars Outlaws.
Das Ziel war damals eine technische Neuausrichtung mit moderner Grafik, überarbeitetem Gameplay sowie dynamischer Beleuchtung und Schatten, genau jenen Elementen, die das Original von 2002 seinerzeit so beeindruckend gemacht haben.
Fünf Jahre später sind PS5 und Xbox Series X/S längst keine neuen Konsolen mehr. Was damals als Next-Gen-Versprechen vermarktet wurde, ist heute schlicht aktueller Standard. Das Fenster, in dem ein Splinter Cell Remake besonders frisch wirken konnte, schliesst sich mit jedem weiteren Monat ohne Ankündigung ein Stück mehr.
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Ubisoft im Ausnahmezustand
Die Entlassungen in Toronto reihen sich in ein Jahr ein, das für Ubisoft von Beginn an turbulent verlaufen ist. Es ist bereits die vierte Entlassungsrunde des Publishers in 2026. Im Januar wurde bekannt, dass am Hauptsitz in Paris bis zu 200 Stellen abgebaut werden sollen, was Gewerkschaften in Frankreich auf die Barrikaden gebracht und einen Streik ausgelöst hat. Gleichzeitig wurden mehrere Projekte eingestellt oder verschoben: Das Remake von Prince of Persia: The Sands of Time wurde komplett gecancelt, ein Assassin’s Creed 4: Black Flag Remake zurückgestellt und das Halifax Studio geschlossen.
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Hinter all dem steht ein Umbau, den Ubisoft intern als sogenannten „Major Reset“ bezeichnet. Das Unternehmen will seine Strukturen verschlanken, teure Fehlschläge wie Skull and Bones oder XDefiant verdauen. Und gleichzeitig grosse Marken wie Assassin’s Creed und Rainbow Six in eine neue Tochtergesellschaft namens Vantage Studios ausgliedern, die mit Unterstützung des chinesischen Technologiekonzerns Tencent operieren soll. Das klingt nach strategischer Neuausrichtung, fehlt sich für viele Entwicklerinnen und Entwickler aber wie ein Stückwerk aus Krisen-PR und Kostensenkung an.
Was mit dem Splinter Cell Remake passieren könnte
Fans erinnern sich möglicherweise an ein anderes Remake-Projekt, das ebenfalls jahrelang still war, durch interne Wechsel, Projektumbauten und schliesslich eine Absage die Hoffnung der Community zerschlug: Prince of Persia: The Sands of Time. Das Spiel wurde 2020 angekündigt, mehrfach verschoben, intern komplett neu aufgesetzt und letztlich Anfang 2026 still und leise gecancelt. Wer sich das als Referenzpunkt nimmt, versteht, warum die Community beim Splinter Cell Remake trotz der offiziellen Bestätigung nervös bleibt.
Berichte aus dem Jahr 2025 hatten noch einen Release für 2026 ins Spiel gebracht. Angesichts der aktuellen Lage bei Ubisoft Toronto gilt das als wenig realistisch. Selbst optimistische Schätzungen gehen inzwischen eher von 2027 oder später aus. Offizielle Aussagen zum Releaseplan gibt es nach wie vor nicht.
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