Das Ende einer Ära: Wie die E3 sich selbst umgebracht hat

Geoff Keighley enthüllt die erschütternde Wahrheit hinter dem Niedergang der legendären Videospielmesse.

Die E3 2023 findet nicht statt. - (C) E3

Du hast es sicher schon gehört: Die E3 wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Viele Menschen sind der Meinung, dass dies das endgültige Aus für die Veranstaltung bedeutet. Doch neben der Trauer über das verlorene Highlight des Spielejahres gibt es auch Schuldzuweisungen. Insbesondere Geoff Keighley, der Gründer des Summer Game Fest, steht im Fokus. Doch Keighley selbst ist überzeugt, dass die E3 bereits im Sterben lag, bevor er überhaupt auf der Bildfläche erschien.

In einem Interview mit VGC erklärt Keighley: “Ich denke, die E3 hat sich in gewisser Weise selbst umgebracht. Ich verstehe, warum die Leute behaupten, dass das Summer Game Fest die E3 getötet hat. Aber meiner Meinung nach habe ich das Summer Game Fest ins Leben gerufen, weil ich gesehen habe, wie die Räder der E3 vom Wagen fielen.”

Geoff Keighley spricht über den Niedergang der E3

Keighley, der seit seiner Jugend ein großer Fan der E3 war, bedauert den Niedergang der einstigen Institution zutiefst.

“Die E3 war über zwei Jahrzehnte hinweg ein fester Bestandteil meines Lebens, seit ich 15 Jahre alt war. Von der ersten E3 im Jahr 1995 an habe ich jede Show besucht. Ich habe sie geliebt. Sie hat meinen Sommer geprägt. Es war so aufregend für mich, und es war herzzerreißend zu sehen, wie sie auseinanderfiel. Ich glaube, die E3 hatte ein Relevanzproblem und in den letzten Jahren auch ein Beteiligungsproblem.”

Keighley argumentiert, dass die kommende Event-Saison ohne das Summer Game Fest “wirklich zersplittert” wäre. Bereits jetzt beobachten wir, wie Xbox und PlayStation sich entschieden haben, eigene separate Veranstaltungen abzuhalten, anstatt sie in einem größeren Rahmen zu integrieren. Ohne ein zentrales Showcase wie das Summer Game Fest würden wahrscheinlich viele andere Publisher diesem Beispiel folgen.

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Trotzdem betont Keighley, dass er nie gewollt hat, dass die E3 zusammenbricht. Tatsächlich hatte er Pläne für eine Koexistenz von E3 und Summer Game Fest, da beide Veranstaltungen unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Während die E3 sich auf den Handel und die Verbraucher konzentrierte, verfolgte Keighley mit dem Summer Game Fest eine andere Vision.

Online-Event wegen Covid-19 erfolgreich?

Als die COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 ausbrach und Präsenzveranstaltungen wie die E3 (und viele andere) nicht mehr möglich waren, startete Keighley sein eigenes Online-Event, das Summer Game Fest. Aufgrund von Lockdowns und Beschränkungen wurde das Festival, das direkt zu den Menschen nach Hause gestreamt wurde, sofort zu einem großen Erfolg.

Im Gegensatz dazu versuchte die E3 im Jahr 2021 mit einer reinen Online-Show das Modell des Summer Game Fest zu übernehmen. Dennoch musste die E3 sowohl ihre Shows für 2022 als auch für 2023 absagen, was für viele das Ende der Veranstaltung, wie wir sie kannten, bedeutete. Was die Zukunft bringt, bleibt abzuwarten, aber die Aussichten sind düster. Hingegen setzt das Summer Game Fest am 8. Juni bereits seine vierte Ausgabe fort und hat praktisch den Platz der E3 eingenommen.

Was passiert am Summer Game Fest 2023?

Das vollständige Line-up des diesjährigen Summer Game Fest ist noch nicht bekannt. Doch es gibt bereits vielversprechende Ankündigungen, darunter der heiß erwartete Cyberpunk 2077 DLC “Phantom Liberty” sowie das Gameplay-Debüt von Mortal Kombat 1.

Die Ära der E3 scheint vorbei zu sein, aber das Summer Game Fest hat sich als neuer Anführer der Gaming-Events etabliert. Die spannenden Enthüllungen und Neuigkeiten, die uns jedes Jahr erwarten, machen deutlich, dass das Summer Game Fest nicht nur die Räder der E3 ersetzt hat, sondern auch für eine lebhafte Zukunft des Gamings sorgt.

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