Xbox: Lieferkette für Disc-Laufwerke könnte vor dem Aus stehen
Die Zukunft physischer Xbox-Spiele könnte von einem unerwarteten Problem bedroht sein: Die Lieferkette.
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Tim Rantzau Tim ist seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Nintendo-Fan und hat seine Begeisterung für Spiele mit einem Studium in Game Design vertieft. Beruflich arbeitet er an der Konzeption von Videospielen und kennt dadurch die Branche nicht nur von außen, sondern auch von innen. Seine größte Leidenschaft gilt jedoch dem Spiele-Journalismus, in dem er Trends einordnet, Hintergründe erklärt und mit viel Erfahrung über neue Entwicklungen berichtet.
Update vom 7. September: Die Hinweise verdichten sich. Nachdem Windows Central bereits von einer zunehmend wegbrechenden Lieferkette für optische Laufwerke berichtete, hat nun auch Digital Foundry ähnliche Informationen erhalten.
Im aktuellen DF Direct Weekly erklärt das Technik-Team, dass es vergleichbare Briefings gegeben habe. Die Lieferkette für die Massenproduktion von Spiele-Blu-rays sehe zunehmend problematisch aus. Für ein Unternehmen wie Microsoft, das optische Laufwerke für seine Konsolen zukaufen muss, werde die Beschaffung schwieriger.
Digital Foundry geht deshalb noch einen Schritt weiter: Die Chancen, dass Xbox Project Helix tatsächlich mit einem physischen Disc-Laufwerk erscheint, seien nach dem aktuellen Informationsstand eher gering.
Ursprünglicher Artikel vom 27. August: Bei der Diskussion um die Zukunft physischer Spiele geht es normalerweise um eine Frage: Wollen Spieler überhaupt noch Discs kaufen? Bei Xbox könnte inzwischen allerdings ein ganz anderes Problem immer wichtiger werden. Die Lieferkette für die benötigten Disc-Laufwerke soll zunehmend wegbrechen.
Das berichtet Windows Central unter Berufung auf eigene Quellen. Demnach geht es weniger darum, dass Microsoft keine physischen Spiele mehr anbieten möchte. Vielmehr könnte es irgendwann schlicht schwieriger werden, Konsolen mit einem optischen Laufwerk zu produzieren.
Hersteller wenden sich von Disc-Laufwerken ab
Der Grund liegt in der Entwicklung des Marktes. Immer mehr Spieler kaufen ihre Games digital und entscheiden sich bei Hardware bewusst für Modelle ohne Laufwerk. Dadurch sinkt der Bedarf an optischen Laufwerken. Für die Hersteller bedeutet das wiederum, dass sich die Produktion entsprechender Komponenten immer weniger lohnt.
Laut dem Bericht werden Produktionslinien deshalb zunehmend auf andere Technologien umgestellt. Dadurch könnte die komplette Lieferkette für die Komponenten, die für ein Disc-Laufwerk benötigt werden, unter Druck geraten. Das wäre für Microsoft ein ziemlich unangenehmes Problem.
Xbox-Chefin lässt Zukunft des Disc-Laufwerks bewusst offen
Inzwischen wird die Frage nach einem Disc-Laufwerk bei der nächsten Xbox noch interessanter. Xbox-Chefin Asha Sharma wurde Ende August von der BBC direkt gefragt, ob Project Helix ohne Disc-Laufwerk erscheinen wird. Eine klare Antwort gab sie nicht. Stattdessen erklärte Sharma lediglich, dass Microsoft an einer ganzen „Familie von Geräten“ für die nächste Xbox-Generation arbeitet und zu einem späteren Zeitpunkt mehr verraten werde. Damit ist weder ein internes noch ein optionales Laufwerk bestätigt, Microsoft schließt physische Medien aber weiterhin auch nicht aus.
Parallel dazu hat Xbox sein neues Disc-to-Digital-System inzwischen offiziell für Xbox Insider gestartet. Unterstützte Xbox-One- und Xbox-Series-X-Discs können dadurch mit einer digitalen Berechtigung verknüpft werden, die anschließend auch auf anderen kompatiblen Xbox-Geräten genutzt werden kann. Microsoft selbst erklärt, dass die meisten Disc-Spiele für Xbox One und Xbox Series X unterstützt werden. Gerade mit Blick auf die bröckelnde Lieferkette für optische Laufwerke könnte dieses System für Project Helix noch wesentlich wichtiger werden: Selbst wenn nicht jedes kommende Xbox-Gerät ein Laufwerk besitzt, könnte Microsoft physische Bibliotheken zumindest über Geräte mit Disc-Laufwerk in die digitale Xbox-Zukunft übertragen.
Die nächste Xbox könnte betroffen sein
Besonders spannend wird das Ganze mit Blick auf die nächste Xbox-Generation. Sollte die Produktion optischer Laufwerke tatsächlich immer schwieriger und teurer werden, könnte Microsoft bei zukünftigen Konsolen stärker auf digitale Modelle setzen.
Das wäre eine ziemlich ironische Entwicklung: Nicht unbedingt Microsoft selbst könnte das Ende der Disc erzwingen – sondern eine Industrie, die immer weniger Interesse daran hat, entsprechende Laufwerke überhaupt noch herzustellen.
Auch Sony bewegt sich zunehmend in Richtung digitaler Spiele. Gleichzeitig sollen vorhandene physische Spiele und Discs weiterhin unterstützt werden.
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Update vom 7. September: Mit den zusätzlichen Informationen von Digital Foundry wird ein Disc-loses Project Helix wahrscheinlicher. Microsoft hat die endgültige Ausstattung der nächsten Xbox zwar noch nicht bestätigt, gleichzeitig wirkt das neue Disc-to-Digital-System immer stärker wie eine Brücke für Spieler, die ihre vorhandenen Xbox-Discs auch in einer zunehmend digitalen Zukunft weiter nutzen möchten.
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