Film-Kritik: THOR: Ragnarok – Mit Humor dem Weltuntergang entgegen

Nach eher mäßigen Soloabenteuern des Donnergottes  und besonders Thor: The Dark Kingdom, der für viele Fans als einer der schwächsten Marvel-Filme gilt und man die kurzfristigen Regiewechsel und Drehbuchänderungen dem zweiten Abenteuer des Donnergottes deutlich angemerkt hat, überrascht uns das MCU nach 10 Jahren mit dem finalen Teil der Götter Trilogie.

Mit “Thor: Ragnarok” ist es endlich gelungen, dass der Prinz in die Königsklasse aufsteigt!



In den ersten Minuten erfahren wir durch einen Monolog des Donner Gottes (Chris Hemsworth) was nach den Ereignissen von Avengers: Age of Ultron passiert ist.

Thor war bei seiner Suche nach den Infinity-Steinen” ganze zwei Jahre unterwegs und verpasste damit nicht nur den Civil War auf der Erde, sondern auch die Tatsache, dass sein Bruder Loki (Tom Hiddleston) den Platz des Gottvater Odins (Anthony Hopkins) auf dem Thron eingenommen hat und letzteren nach Midgard, also die Erde verbannt hat und somit die Macht in Asgard an sich gerissen hat.

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Das Wiedersehen der Brüder wird allerdings durch Schwester Hela (Cate Blanchett) ihres Zeichen Göttin des Todes, je unterbrochen.

Die Rückkehr der rachsüchtigen Schwester endet für Thor mit dem Verlust des Mjölnir, Verbannung auf den Müllplaneten Sakaar und Gefangennahme durch eine ehemalige Walküre (Tessa Thompson).

Sakaar wird vom exzentrischen „Grandmaster“ (Jeff Goldblum) regiert der es sich zum Hobby gemacht hat „Neuankömmlinge“ an intergalaktischen Gladiatorenkämpfen teilnehmen zu lassen. Dieser sieht in Thor endlich einen würdigen Herausforderer für seinen ungeschlagenen Champion.

Thors einzige Chance nach Asgard zurück zu kehren ist es also, Siegreich aus dem Kampf hervorzugehen. Wäre da nicht eine Sache die die Dinge etwas kompliziert machen würde…

Der ungeschlagene Champion des Grandmasters ist nämlich kein geringerer als der unglaubliche Hulk (Mark Ruffalo) selbst.

Besonders in der Welt von Marvel, die bei 17 veröffentlichten Filmen immer stark darauf geachtet haben, dass sich alle ähnlich anfühlen, wirkt die die Wahl überraschend.

Man könnte fast meinen bei THOR 3 wurde der „Reboot-Knopf gedrückt

Denn THOR 3 hat mit seinen Vorgängern nur sehr wenig Gemeinsamkeiten. Allerdings nur im positiven Sinne gemeint bedeutet dies, dass der dritte Teil deutlich unterhaltsamer geraten ist als die ersten beiden Filme. In dem Mix aus Buddy-Komödie und Action geladenen Roadmovie ist Thor reifer, witziger und cooler anzusehen und stiehlt sogar Publikumsliebling Loki die Show!

Aus dem ehemaligen Hitzkopf wurde ein richtig sympathischer Kerl und Chris Hemsworth darf (endlich mit richtigen Haarschnitt!!!) zeigen, dass er mehr kann als nur gut auszusehen.

Auch der Rest des Cast kann so richtig überzeugen

Die Figur Mark Ruffalos als Bruce Banner bzw. sein grünes Alter Ego Hulk, unterliefen größere Weiterentwicklungen. Der grüne Hüne ist nun endlich in der Lage Konversationen zu führen und die Dynamik zwischen Hulk/Banner und Thor funktioniert ganz einfach.

Da freut es auch, dass Nebencharaktere wie die von Tessa Thompson gespielte Kopfgeldjägerin überzeugen können. Bereits der erste Auftritt der ehemaligen Walküre zeigt, dass sie in Sachen coolnes und Trinkfestigkeit den „Leading Men“ in nichts nachsteht.

Jeff Goldblum als schrulliger und launischer Grandmaster, dem die Rolle des Diktators von Sakaar wie auf den Leib geschneidert worden zu sein scheint, brilliert wie man es von Jeff Goldblum gewohnt ist und Cate Blanchett die als Hela, sexy und eiskalt endlich als ernstzunehmender Gegenspieler für die Helden anzusehen ist runden den Cast wunderbar ab. Und beiden merkt man den Spaß an den sie bei der Verkörperung ihrer Charaktere hatten.

Beispiele wie James Gunn mit Guardians of the Galaxy oder Patty Jenkins mit Wonder Woman, sind erfolgreiche Beispiele für ungewöhnliche aber erfolgreiche Regisseur Wahlen

Filmstudios neigen seit einigen Jahren dazu, große Blockbuster-Produktionen in die Hände von Regisseuren zu legen, die eher für kleinere Indie Filme bekannt sind. Besonders bei Lucasfilm arbeitet man zunehmend an einem Ruf, förmlich durch Regisseure zu pflügen. Dass dieser Regiekurs funktionieren kann, bewiesen Patty Jenkins mit WONDER WOMAN und James Gunn mit den beiden GUARDIANS OF THE GALAXY Filmen zuletzt eindrucksvoll.

Während Edgar Wright, der ursprünglich ANT-MAN inszenieren sollte, der Beweis für weniger Erfolgreiche Versuche ist. Mit dieser Information im Hinterkopf war die Tatsache, dass Marvel Studios sich für den dritten Teil der Thor-Reihe einen eher unbekannteren Regisseur ins Boot holte, nicht unbedingt überraschend. Dass ausgerechnet Taika Waititi den Posten bekam, sorgte dann aber doch für große Überraschung.

Der Erzählton ist neu, man merkt dem Film einfach den ganz eigenen filmischen Stil von Taika Waititi, dem wir die Gruselkomödie “5 Zimmer Küche Sarg” – einen Art Dokumentarfilm über eine Vampir-WG – verdanken, zu jeder Minute an.

Schon im Trailer war zu erahnen, dass man an der Humorschraube gedreht hat, und der finale Film bietet dementsprechend eine hohe Gagdichte. Beinahe ähnelt er viel stärker Guardians of the Galaxy als seinen beiden Vorgängern. Allerdings tappt der Waititi mitunter in eine ähnliche Falle wie James Gunn in Guardians of the Galaxy Vol.2.

Gerade in den emotionalen Momenten wäre es in Ordnung gewesen, auf so manchen Gag zu verzichten. Wo Gunn noch knapp die Kurve kriegte, nimmt sich „Thor 3: Ragnarok“ selbst die emotionale Tiefe, was sehr schade ist.

Neue und bekannte Gesichter

Schon im Vorfeld war bekannt, dass Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) und der Hulk in Thor: Ragnarök eine Rolle spielen würden. Der Auftritt von Strange ist zwar ganz nett aber man bekommt beinahe das Gefühl, dass dieser nur im Film ist, weil man eine Abspannszene für dessen Abenteuer im letzten Jahr benötigte. Bei Hulk sieht die Sache dagegen deutlich besser aus. Die Zusammenführung der „Planet Hulk Geschichte“ mit den Abenteurn von Thor passt wie die Faust aufs Auge und fällt zu keiner Zeit ungut auf.

Einzig der Umgang mit bereits etablierten Figuren aus den Vorgängern fehlt ein wenig der Respekt womit gerade Fans der Comicvorlage unglücklich sein dürften.

Durch Helas Hand werden nämlich viele von diesen in wenigen Augenblicken aus dem MCU „geschrieben“.

Fazit

„Thor: Ragnarök“ ist der beste Film der Thor-Reihe. Deutlich unterhaltsamer und spaßiger stellt er seine beiden Vorgänger klar in den Schatten. Das Endprodukt ist dann allerdings doch ein typischer Marvel-Film dem die Handschrift von Waititi ebenso anzusehen ist wie der gewaltige Schatten der die immer näher rückender Ankunft Thanos in „Avengers: Infinity War“ den uns die Mid Credit Scene in Thor 3 vor Augen führt.

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