Rainbow Six Extraction (PC) – Game Review
Ein Beispiel, wenn man gute Ideen hat, aber dafür nicht das richtige Gameplay zusammenbekommt.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
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- Das Wichtigste in Kürze
- Rainbow Six Extraction folgt dem Trend der Koop-Shooter
- Parasitäre Alien-Invasion auf der Erde ohne wirklichen Horror
- Feinstes Rainbow Six Siege Gunplay, aber wenig eigenständige Identität
Rainbow Six Siege mag ich sehr. Auch Left 4 Dead bzw. dessen geistigen Nachfolger Back 4 Blood. Das passt zusammen, habe ich mir bei Rainbow Six Extraction für einen Test-Bericht so gedacht. Also voreingenommen. Irgendwie aber nicht mehr, sobald ich es gespielt habe. Das Spiel hat Höhen und Tiefen, aber bleibt für mich weit unter den Erwartungen.
Sobald die Freiheitsstatue versenkt wurde war mir klar, dass wird nix. Monotonie an der Tagesordnung. Und so war es dann auch.
Das Spiel ist hohl. Also wirklich. Man betrifft eine Karte mit 3 verschiedenen Sektoren, allein oder mit zwei anderen Spielern, erfüllt in jedem Sektor ein zufällig zugewiesenes Ziel, erledigt die Aufgabe und zieht weiter. Es gibt eine Art attraktive Risiko-Ertrags-Dynamik, ob man zwischen den Zielen weiterfährt oder früh zurückkehrt, aber die Wahl war normalerweise relativ einfach zu treffen.
Es ist nicht so das mir an Rainbow Six Extraction gar nichts gefällt. Das Gunplay ist super, weil es von Siege übernommen wurde. Im Grunde ist es ein „Spieler gegen außerirdischen Parasiten“, statt „Spieler gegen Spieler“. Wie ein überbordeter PvE-Spiemodi für Rainbow Six Siege, den man für viel Geld verkauft.
Koop-Shooter in Mode
Klar, die kooperativen Shooter, also jene die man mit seinen Freunden spielt, haben sich die letzten Jahre immer öfters präsentiert. Aliens: Fireteam Elite und Back 4 Blood sind zwei gute Beispiele. Gute Spiele, aber nicht überragend. Obwohl B4B vieles von Left 4 Dead, der Mutter dieses Shooter-Sub-Genres übernommen hat. Irgendwie fehlte der letzte Kick und Extraction hat sehr wenig was mich ermutigen würde, es wieder zu starten. Es spielt sich auch etwas anders, vielleicht ist das der Grund für meine Abneigung. Das liegt natürlich an dem Fokus auf Stealth und Taktik und mit dem zusätzlichen Gefühl der Gefahr in Form von Operator-Verletzungen und sogar Gefangennahmen ist es oft angespannt und aufregend. Manchmal.
Aliens! Ach ja, die hätte ich fast vergessen. Für ein Spiel aus dem Tom Clancy-Universum ist es schon etwas eigenartig, dass die Antagonisten eine mysteriöse Rasse formverändernder außerirdischer Kreaturen sind. Parasitäre Außerirdische, bitte.
Nur ein Spin-Off von Rainbow Six Siege
Welchen Grund gibt es für einen Siege-Spieler Rainbow Six Extraction zu starten? Nun, ich hab darüber sicherlich einige Stunden nachgedacht und folgendes dabei herausgefunden: Die Tatsache, dass mir nichts eingefallen ist.
Dadurch das es ein Spin-Off eines großartigen Taktik-Shooters ist, dass ein ganz anderes Publikum anzieht, passt es nicht zusammen. In diesem Spiel muss man Nester von parasitären Aliens zerstören. Klar, man muss die Operatoren miteinander kämpfen lassen, kann viel taktisches Geplänkel daraus „zaubern“, aber das hört sich theoretisch besser an, als es tatsächlich ist.
Lernkurve
Rainbow Six Extraction besteht aus festen Lernkurven. Hier ist es jedoch verlängert und führt zu einer etwas komplexen Wiederholung, bevor es schließlich zu einer Vertrautheit kommt. Jeder Einfall besteht aus drei Phasen, von denen jede anspruchsvoller ist als die vorherige. Jede Stufe bietet eines von vielen zufälligen Zielen. Natürlich werden die Operatoren auch stärker, also ihre Fähigkeiten, also wird es auch wiederum nicht „sauschwer“. Von vorne bis hinten zieht sich diese „Identitätskrise“ des Spiels wie ein Faden durch.
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Fazit zu Rainbow Six Extraction
Das man als Rainbow Six Siege-Spieler nicht automatisch zu Extraction greift, sollte jedem klar sein. Es hat viel mit anderen Koop-Shootern zu tun, bei dem man Horden von Zombies, Aliens oder sonst etwas abmurksen muss. Stealth und Taktik kommt eben obendrauf. Wer das mag, also wer das wirklich mag, für den wird Extraction eine Erfüllung sein. Ich fand es einfallslos, optisch langweilig und leblos. Es fehlt einfach der echte Horror, immerhin sprechen wir von „parasitären Aliens“.
Alleine macht Rainbow Six Extraction sowieso keinen Spaß. Man könnte so gut seine Operatoren leveln, aber das dauert einfach zu lange. Durch die zufälligen Ziele ist nicht jede Karte so wie zuvor, es ist abwechslungsreich. Der Wiederspielwert ist gegeben, aber wie gesagt, dass muss man wollen. Mir selbst fehlt bei dem Titel die Langzeitmotivation. Dadurch das man das Gunplay von Siege übernommen hat, spielt es sich eigentlich gut, aber es fehlt einfach die eigene Identität, die dieser Titel durchaus benötigt hätte.
Rainbow Six Extraction ist seit dem 20. Januar 2022 für Windows PC, PS5, PS4, Xbox Series X/S und Xbox One verfügbar.
Die PlayStation 5– oder Xbox Series X/S-Version von Rainbow Six Extraction von Ubisoft bekommt ihr ab einem Preis von 39,95 Euro (ohne Lieferkosten). Die digitale Version für den PlayStation Store kostet aktuell 49,99 Euro.
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Test-System: Intel Core i7 10700K, 8x 3.80GHz; ASUS TUF GAMING Z490-PLUS, S. 1200 Motherboard, NVIDIA GeForce RTX 3080 10GB; 64GB Ballistix RAM DDR4-3600; Gespeichert auf NVMe M.2.


