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Artikel von Markus Bauer +
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Assassin’s Creed Black Flag Resynced macht vieles moderner. Kämpfe fühlen sich direkter an, Edward Kenway hat neue Bewegungen, mehr Wucht und ein deutlich überarbeitetes Kampfsystem. Trotzdem gibt es ein Detail, das viele Fans des Originals stört: Die versteckte Klinge lässt sich im direkten Kampf nicht mehr wie früher nutzen.

Das ist ausgerechnet bei Assassin’s Creed ein sensibles Thema. Die „Hidden Blade“ ist nicht irgendein Werkzeug. Sie ist eines der bekanntesten Symbole der gesamten Reihe. Genau deshalb wundern sich viele Spieler, warum Edward im Remake stärker auf seine Schwerter und andere Kampfoptionen reduziert wird.

Nun hat Richard Knight, Game Director von Assassin’s Creed Black Flag Resynced, die Entscheidung erklärt. In einem Interview mit dem YouTube-Kanal JorRaptor sprach er darüber, warum bestimmte Mechaniken aus dem Original nicht übernommen wurden.

Ubisoft setzte auf den Kern des Kampfsystems

Die kurze Antwort: Es ging um Prioritäten. Laut Knight musste Ubisoft entscheiden, welche Systeme im Remake wirklich neu aufgebaut werden. Das Kampfsystem wurde nicht einfach kopiert, sondern modernisiert und mit heutigen Animationen, Rigs und Charaktermodellen neu zusammengesetzt. Knight erklärt dazu sinngemäß, dass „Edward bereits extrem viele Möglichkeiten habe, Gegner zu erledigen“. Deshalb habe das Team zuerst den Kern des Kampfes richtig hinbekommen wollen.

Die Entwickler haben sich also auf die Kernelemente priorisiert, damit diese sitzen. Das betrifft nicht nur die versteckte Klinge. Auch andere alte Funktionen fehlen, etwa das Aufheben von Waffen besiegter Gegner oder das Nutzen bestimmter Wurfwaffen. Im Original konnte Edward etwa eine Muskete aufheben oder mit fremden Waffen improvisieren. In Resynced ist dieses System deutlich eingeschränkt.

„Niedrige Priorität“ klingt hart, ist aber ehrlich

Besonders deutlich wird Knight beim Thema Wurfwaffen. Solche Funktionen seien zwar cool, aber nicht zwingend notwendig, wenn Edward ohnehin schon viele Wege habe, jemanden auszuschalten. Der Aufwand, solche Features mit modernen Charaktermodellen, Animationen und Technik neu zu bauen, sei schlicht zu hoch gewesen.

Das ist keine besonders romantische Erklärung. Aber sie ist ehrlich. Remakes wirken von außen oft so, als müssten Entwickler nur alte Features hübscher machen. In der Praxis müssen viele Systeme komplett neu gebaut werden. Und genau dabei fallen Dinge manchmal weg, die Fans sehr wohl vermissen. Assassin’s Creed Black Flag lebte auch davon, dass Edward sich schmutzig, flexibel und improvisiert durch Kämpfe prügelte. Eine Axt aufheben, eine Muskete nutzen, mit der versteckten Klinge im Nahkampf zuschlagen: Das passte zu seinem Piratenstil. Den er im Remake nicht mehr hat. Vielleicht ein Grund mehr, warum unsere 8/10 im Testbericht durchaus berechtigt ist.

Edward Kennway fehlt eine wichtige Waffe im Setup. - Bild: Ubisoft - Screenshot by DailyGame

Edward Kennway fehlt eine wichtige Waffe im Setup. – Bild: Ubisoft – Screenshot by DailyGame

Die Community darf weiter hoffen

Ganz geschlossen ist die Tür aber offenbar nicht. Knight sagte, dass Ubisoft die Community beobachtet und wissen will, welche Features die Spieler am meisten zurückhaben möchten. Versprechen könne man aber nichts.

Das ist wichtig, weil Black Flag Resynced offenbar weiter unterstützt wird. Eine „New Game Plus“-Funktion ist bereits in Arbeit, nachdem bereits wohl viele Fans „durch“ sind. Wenn die Entwickler nach dem Launch weiter an Updates, Balancing und neuen Funktionen arbeiten, könnten einzelne fehlende Mechaniken theoretisch zurückkehren. Sicher ist das aber nicht.

Gerade die versteckte Klinge dürfte weit oben auf der Fan-Wunschliste stehen. Nicht unbedingt, weil sie spielerisch zwingend stärker wäre. Sondern weil sie sich nach Assassin’s Creed anfühlt.

Modernisierung hat anscheinend ihren Preis

Die Erklärung zeigt ziemlich gut, wo das Problem vieler moderner Remakes liegt. Entwickler wollen alte Spiele verbessern, müssen aber gleichzeitig entscheiden, welche alten Eigenheiten sie wirklich retten. Manchmal wird ein Spiel dadurch sauberer, zugänglicher und moderner. Bei Black Flag Resynced scheint Ubisoft vor allem ein präziseres, kontrollierteres Kampfsystem gewollt zu haben. Weniger chaotisches Aufheben fremder Waffen, weniger alte Sonderfälle, mehr klarer Flow mit Edwards Hauptwerkzeugen. Gut gemacht? Ich weiß nicht so recht.

Und genau deshalb ist die Diskussion so spannend. Es geht nicht nur um eine fehlende Animation oder eine einzelne Taste. Es geht um die Frage, wie viel Eigenwilligkeit ein Remake behalten muss, damit es sich noch wie das Original anfühlt.

Assassin’s Creed Black Flag Resynced bleibt also ein starkes Remake mit einer ziemlich sichtbaren Lücke. Ubisoft hat erklärt, warum sie entstanden ist. Ob die Community diese Erklärung akzeptiert, ist eine andere Sache. Übrigens haben wir einen interessanten Artikel für dich, der dir zeigt, welche Einstellungen du in Black Flag Resynced ändern solltest, damit es sich besser spielt.

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