LEAK - PS6-Handheld soll Spiele intern nur mit 540p berechnen und daraus 1080p machen
Ein neuer Leak beschreibt Sonys Project Canis als stark auf KI-Upscaling ausgelegten Handheld. Die Rohleistung wäre dabei nur ein Teil der Strategie.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Ein möglicher PS6-Handheld von Sony soll offenbar einen ungewöhnlich aggressiven Weg gehen, um aktuelle PlayStation-Spiele unterwegs flüssig darzustellen. Anspruchsvolle Spiele könnten intern teilweise lediglich in 540p berechnet und anschließend mithilfe einer neuen Generation von PlayStation Spectral Super Resolution (kurz: PSSR) auf 1080p hochskaliert werden.
Die neuen Angaben stammen von GameGPU. Der angebliche PlayStation-Handheld läuft in bisherigen Leaks unter dem Codenamen Project Canis. Sony selbst hat ein solches Gerät bislang nicht angekündigt.
Das Spannende an der neuen Meldung ist deshalb weniger eine weitere theoretische Leistungszahl. Sie zeigt vielmehr, wie Sony die begrenzte Leistung und den niedrigen Stromverbrauch eines Handhelds ausgleichen könnte: Das Spiel rendert in niedriger Auflösung, während KI-Rekonstruktion daraus das Bild für ein 1080p-Display erzeugt.
PS6-Handheld soll intern bei 540p beginnen
Nach den neuen Angaben soll Project Canis im mobilen Betrieb auf einen Stromverbrauch von ungefähr 15 bis 25 Watt begrenzt sein. Das ist für ein tragbares Gerät enorm wichtig, weil höhere Leistung nicht nur mehr Energie benötigt, sondern auch wesentlich mehr Wärme erzeugt. GameGPU behauptet deshalb, dass anspruchsvolle Spiele intern mit 540p laufen könnten. Eine angebliche neue Version von PSSR 3.0 würde dieses Bild anschließend auf die native Full-HD-Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln rekonstruieren.
Hier ist allerdings eine wichtige Einschränkung notwendig: Sony hat PSSR 3.0 bislang nicht offiziell angekündigt. Die Bezeichnung stammt aus den aktuellen Leaks.
Offiziell bestätigt ist dagegen, dass Sony seine KI-basierte Rekonstruktion massiv weiterentwickelt. Die PS5 Pro erhielt dieses Jahr bereits eine neue PSSR-Version aus der Zusammenarbeit mit AMD im Rahmen von Project Amethyst. Sony erklärte, dass dafür sowohl das neuronale Netzwerk als auch der eigentliche Algorithmus grundlegend überarbeitet wurden.
Die Hardware soll deutlich moderner als die PS5 sein
Auch die angeblichen technischen Daten passen zu dieser Strategie. Project Canis soll einen speziell entwickelten AMD-Chip im 3-Nanometer-Verfahren verwenden. Genannt werden vier Zen-6c-Kerne für Spiele sowie zwei besonders sparsame Zen-6-Kerne, die unter anderem Systemaufgaben übernehmen könnten. Die GPU soll lediglich 16 Compute Units besitzen, dafür aber auf einer wesentlich moderneren AMD-Architektur basieren als die heutige PS5. Hinzu kommen laut Leak 24 GB LPDDR5X-Speicher über ein 192-Bit-Interface.
Im mobilen Betrieb soll die GPU mit ungefähr 1,2 GHz arbeiten. In einer Dockingstation wären angeblich bis zu 1,65 GHz möglich. Damit würde Sony ähnlich wie Nintendo bei der Switch einen Unterschied zwischen mobilem und stationärem Betrieb erlauben.
Frühere Informationen von Hardware-Leaker Kepler_L2 passen zumindest teilweise dazu. Er behauptete bereits, dass das PS6-Handheld bei klassischer Rastergrafik etwas schneller als eine Xbox Series S sein könnte und bei Raytracing wesentlich stärker ausfällt.
PSSR macht aus 6 TFLOPS aber keine 14 TFLOPS
Bei einer Angabe aus dem aktuellen Bericht sollte man allerdings vorsichtig sein. GameGPU rechnet dem Handheld durch PSSR eine Art „effektive“ Grafikleistung von bis zu 14 TFLOPS im Dock-Modus zu und bringt das Gerät damit in die Nähe der PS5 Pro.
So lässt sich Upscaling technisch nicht sinnvoll vergleichen. PSSR kann aus einer niedrigeren internen Auflösung ein wesentlich detaillierteres Ausgabebild rekonstruieren und dadurch viel Rechenleistung sparen. Die tatsächliche Rohleistung des Grafikchips wird dadurch aber nicht höher. Ein Handheld mit 540p-Rendering könnte deshalb durchaus ein Bild liefern, das auf dem kleinen Display wie sauberes 1080p aussieht. Daraus wird aber „keine PS5 Pro im Taschenformat“.
Gerade auf einem vergleichsweise kleinen Handheld-Display könnte Sonys Strategie trotzdem aufgehen. Unterschiede zwischen nativer Full-HD-Berechnung und einer hochwertigen KI-Rekonstruktion sind dort wesentlich schwieriger zu erkennen als auf einem großen Fernseher.
Sonys Handheld soll PS5-Spiele direkt ausführen
Der vielleicht wichtigste Punkt bleibt deshalb die Software. Project Canis soll laut bisherigen Leaks darauf ausgelegt sein, PS5-Spiele lokal auszuführen. Damit wäre das Gerät grundsätzlich etwas völlig anderes als die PlayStation Portal, die ursprünglich vor allem als Streaming-Handheld konzipiert wurde.
Sony soll Entwickler bereits dazu bewegen, ihre PS5-Spiele stärker für einen sogenannten Low-Power-Modus vorzubereiten. Ein internes Rendering mit 540p würde zu diesem Ansatz passen. Statt zu versuchen, PS5-Leistung eins zu eins in ein kleines Gehäuse zu pressen, könnte Sony einen modernen und sparsamen Grafikchip mit sehr aggressiver KI-Rekonstruktion kombinieren.
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Ob die neuen Angaben tatsächlich den finalen Handheld beschreiben, wissen wir allerdings nicht. Weder Project Canis noch dessen technische Daten, PSSR 3.0 oder ein Release-Termin wurden von Sony Interactive Entertainment bisher bestätigt.
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