4 Min. lesen
Artikel von Markus Bauer +
DailyGame bei Google merken

Werbung

Sony hat den oft gerüchteweise genannten PS6-Handheld noch nicht einmal offiziell angekündigt. Trotzdem verdichten sich seit Monaten die Hinweise darauf, dass neben der PlayStation 6 tatsächlich ein tragbares System entstehen könnte.

Technisch klingen die bisherigen Leaks durchaus vielversprechend. Doch ausgerechnet ein Bauteil, das bei einem Handheld kaum eingespart werden kann, entwickelt sich gerade zum Kostentreiber. Und wenn sich der Markt nicht deutlich verändert, könnte Sony vor einer ziemlich unangenehmen Entscheidung stehen.

Selbst 600 Euro könnten für den PS6-Handheld schwierig werden

Der bekannte AMD-Hardware-Leaker Kepler_L2 wurde auf NeoGAF gefragt, ob Sony einen Preis von 600 US-Dollar (rund 600 Euro) für den tragbaren PS6-Ableger halten könnte. Seine Antwort fiel ziemlich eindeutig aus. Unter den aktuellen Marktbedingungen seien 600 Dollar nicht machbar. Als Grund nennt Kepler vor allem LPDDR-Speicher, dessen Preise besonders stark steigen. Die entsprechende Aussage lässt sich direkt im ursprünglichen NeoGAF-Beitrag von Kepler_L2 nachlesen.

Dabei ist eine wichtige Einschränkung notwendig: 600 Euro sind kein von Sony bestätigter Zielpreis. Der Betrag stammt aus der Frage eines NeoGAF-Nutzers. Kepler sagt lediglich, dass ein entsprechender Preis unter den derzeitigen Bedingungen aus seiner Sicht nicht möglich wäre. Wann der Handheld tatsächlich erscheint und wie die Speicherpreise dann aussehen, wissen wir nicht. Auch der PS6-Handheld selbst bleibt bislang ein Gerücht. Aber ein ziemlich Gutes.

Die aktuelle PlayStation 5 Pro (PS5 Pro) zeigt wohin die Preise für eine PS6 gehen werden. Über die 1000 Euro-Marke. Aktuell bekommst du eine PS5 Pro kaum unter 899 Euro. - Bild: Sony Interactive Entertainment

Die aktuelle PlayStation 5 Pro (PS5 Pro) zeigt wohin die Preise für eine PS6 gehen werden. Klar über die 1000 Euro-Marke. Aktuell bekommst du eine PS5 Pro kaum unter 899 Euro. – Bild: Sony Interactive Entertainment

Warum ausgerechnet KI den Speicher so teuer macht

Das Problem beschränkt sich nicht auf PlayStation. Der weltweite Speicher-Markt steht seit Monaten unter Druck. Kepler_L2 erklärt, dass gerade LPDDR-Speicher besonders starke Preissteigerungen erlebt, weil diese Technik inzwischen auch verstärkt in Rechenzentrumsprodukten eingesetzt wird. Die enorme Nachfrage nach Hardware für künstliche Intelligenz verschärft damit den Wettbewerb um verfügbare Produktionskapazitäten.

Genau das wäre für einen leistungsstarken Handheld problematisch. Tragbare Systeme setzen wegen ihres niedrigen Stromverbrauchs und der kompakten Bauweise typischerweise auf LPDDR-Speicher. Frühere Leaks zum PS6-Handheld sprechen ebenfalls von LPDDR5X und einem 192-Bit-Speicherinterface. Je nach endgültiger Ausstattung könnte das System bis zu 48 GB unterstützen, wobei diese technischen Daten bislang ebenfalls nicht von Sony bestätigt wurden.

Sony kennt das Problem längst

Dass steigende Speicherpreise für PlayStation tatsächlich ein Thema sind, ist hingegen keine Spekulation. Sony bestätigte bei seinen aktuellen Geschäftszahlen, dass man ausreichend Speicher beschafft habe, um die prognostizierten PS5-Verkäufe im Geschäftsjahr 2026 abzudecken. An der geplanten Profitabilität der PS5-Hardware ändere sich deshalb derzeit nichts. Langfristig sieht die Sache jedoch anders aus.

Sony selbst nennt in seinem Geschäftsbericht die weltweit stark gestiegene Nachfrage nach Speicherchips sowie Preissteigerungen und Lieferengpässe als mögliches Risiko für mehrere Geschäftsbereiche. Das Unternehmen versucht deshalb, durch Verträge mit Lieferanten, Produktdesign und Verkaufsstrategien gegenzusteuern.

Erst vor wenigen Tagen bestätigte Sony-Chef Hiroki Totoki außerdem erneut, dass Zeitpunkt und Preis der PlayStation 6 noch nicht festgelegt wurden. Die Entwicklung der Komponentenpreise spielt bei diesen Entscheidungen eine Rolle.

Die bisherigen Gerüchte zeichnen das tragbare Gerät eher als günstigeren Einstieg in Sonys nächste Generation. Es soll weniger Rohleistung als die stationäre PS6 bieten, gleichzeitig aber PS5-Spiele sowie kommende Titel mit angepassten Einstellungen ausführen können.

Wenn allerdings bereits der Arbeitsspeicher einen erheblichen Teil der Produktionskosten verschlingt, wird dieser Preisvorteil schwieriger. Sony könnte theoretisch die Ausstattung reduzieren, Hardware stärker subventionieren oder schlicht einen höheren Verkaufspreis verlangen. Eine weitere Möglichkeit wäre, mit dem Marktstart zu warten, bis sich die Lage entspannt. Was davon tatsächlich passiert, ist derzeit völlig offen.

Hast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein !

Kategorie(n)

Mehr entdecken

Weiterlesen