Microsoft gibt zu: PlayStation bietet mehr „Exklusivität“ als Xbox
Ein Microsoft-Manager macht Xbox kleiner als es ist, indem er meint, dass die PlayStation-Konsolen viel "exklusiver" sind.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
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- Das Wichtigste in Kürze
- Microsoft versucht sich als Außenseiter gegenüber Sony darzustellen
- Xbox hat zu wenig exklusive Spiele, im Vergleich mit PlayStation
- Call of Duty soll für alle Konsolen, auch jene von Nintendo erscheinen
Die allererste PlayStation-Konsole erschien am 3. Dezember 1994 in Japan, erst am 29. September 2015 auch bei uns in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Viele Jahre danach, genauer am 15. November 2001 erschien die Xbox in den USA, bei uns am 14. März 2002. Was ich damit sagen möchte? Die Marke PlayStation ist älter als Xbox, also verwundert es nicht, dass es mehr „exklusive Videospiele“ für das ältere System gibt. Trotzdem wird dieses Argument von Microsoft verwendet, um sich selbst kleiner zu machen.
Exklusive Spiele sind ein gutes Verkaufsargument. Wenn man 2022 zurückblickt, dann hatte PlayStation hier klar die Nase vorne mit Spielen wie Gran Turismo 7, Horizon Forbidden West und God of War Ragnarök. Für nächstes Jahr dürfte es bei Xbox anders aussehen, allem voran Starfield, dem neuesten Rollenspiel von Bethesda.
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Normalerweise würde man erwarten, dass ein Konsolenhersteller nicht zugibt, dass er weniger exklusive Spiele für seine Hardware anbietet. Ein Microsoft-Manager hat das nun getan, als er die exklusiven Xbox- mit PlayStation-Spielen verglichen hat. Das hat jedoch seine Gründe.
PlayStation vs. Xbox – ein Duell mit oder ohne Feuer?
Blickt man die Zeit zurück, seitdem Xbox auf dem Markt ist, dann hatten Nintendo und Sony immer die Nase vorne, bis auf wenige Ausnahmen. Als SEGA seine Dreamcast beendete, kam die Xbox. Microsoft setze sich in die Lücke und startete einen Dreikampf, wobei der größte Erfolg schon etwas zurückliegt, als die Xbox 360 die PS3 erfolgreich herausforderte.
Man könnte auch meinen, Microsoft möchte seine Xbox „klein reden“. Auf der jährlichen Aktionärsversammlung erörterte Brad Smith, Vice Chairman und Präsident von Microsoft, die laufenden Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Versuch von Microsoft, Activision-Blizzard zu erwerben. Wir wir berichteten sieht die FTC die geplante Übernahme sehr skeptisch. Die US-Bundesbehörde meint, dass die Übernahme den Wettbewerb ersticken könnte (via Bloomberg.com / Paywall-Artikel).
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Microsoft der Außenseiter
Wären die Xbox Game Studios nach der Eingliederung von Activision-Blizzard zu mächtig? Immerhin versucht Microsoft sich klein zu reden, indem man die bisher veröffentlichten exklusiven Spiele auflistet:
- PlayStation: 286 exklusive Titel
- Xbox: 59 exklusive Titel (und 8 davon fangen mit „Halo“ an)
Klar, exklusive Spiele sind ein wichtiges Verkaufsargument. Wer bisher narrative Spiele mit guter Grafik mochte, griff zur PlayStation. Immerhin sind The Last of Us, God of War oder Horizon starke Franchises die Höchstbewertungen erreichen. Bei Rennspielfreunden am Konsolenmarkt wählt man zwischen Gran Turismo oder Forza. Die einen lieben mehr Realismus, die anderen mehr Arcade. Shooter-Freunden ist es egal, ob sie Call of Duty auf PlayStation oder Xbox spielen, außer sie wollen exklusive Inhalte früher besitzen, dann eher die Sony-Konsole. Die Halo-Karte hat Xbox seit Infinite verspielt. Das Argument zählt derzeit nicht mehr.

Halo Infinite hatte einen guten Start, aber das Interesse der Spieler ging schnell verloren, nachdem Probleme und Verzögerungen auftraten. – (C) 343 Industries, Xbox Game Studios
Xbox Game Studios: derzeit mit zu wenig Output
Microsoft hat die letzten Jahre die Anzahl seiner Videospieleentwickler in die Höhe geschraubt und zählt heute mehr als PlayStation, auch ohne dem Activision-Blizzard-Deal. Einige Analysten haben schnell Call of Duty ins Spiel gebracht, dass schnell exklusiv nur für Xbox-Konsolen erschienen könnte. Dem ist nicht so. Microsoft hat sogar Nintendo einen Deal angeboten, um Call of Duty auf die Nintendo Switch zu bringen.
Call of Duty für alle, also die gleiche Behandlung wie Minecraft.
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2022 hat Xbox in Sachen exklusive Spiele sowieso nicht aufholen können, vor allem wenn man sich anscheinend nicht sicher ist, welche Grafik-Engine man verwendet. Die beiden Bethesda-Spiele Starfield und Redfall wurden zudem auf 2023 verschoben, um qualitativ bessere Spiele zu veröffentlichen. Die Entwicklung des Xbox Series-Konsolenexklusiven S.T.A.L.K.E.R. 2 wurde aufgrund des Angriffs auf die Ukraine kurzfristig (und verständlich) unterbrochen, nachdem Entwickler GSC Game World sein Studio nach Tschechien/Prag verlagert hat.
Ab 2023 versprach Phil Spencer neue exklusive Konsolenexklusive Xbox-Spiele jedes Jahr, die allesamt ab dem ersten Tag im Gaming-Abo Xbox Game Pass verfügbar sind. Das wird Xbox Series X/S auch brauchen, um mit PlayStation 5 Schritt zu halten. Microsoft als Außenseiter darzustellen ist eine interessante Strategie, die so aktuell sogar irgendwie stimmt, aber wenn man sich nicht all zu blöd anstellt, auch bald schon anders aussehen könnte. Auch ohne Activision-Blizzard und sein Call of Duty.
Ob man damit die FTC, die EU und andere Behörden überzeugt, dass der Activision-Blizzard-Deal doch zustande kommt? Es bleibt unklar, ob sich solche Zugeständnisse von Microsoft positiv auf den Mega-Deal auswirken werden. Probieren kann man es.
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