“Krieg der Creator”: Influencer verwandeln sich in Spieleentwickler

Melvin Lee Lewis wird zum Spieleentwickler. Wir haben ihn über "Krieg der Creator", einem kommenden Handyspiel, befragt.

"Krieg der Creator" - (C) Melvin Lee Lewis

Melvin Lee Lewis, YouTuber und TikToker, entwickelt gerade mit einem 10-köpfigen Team ein neues Mobile Game. Ein Handyspiel, dass vieler seiner Follower sicherlich interessieren wird. Einen Namen hat das Spiel bereits erhalten: “Krieg der Creator“. Doch was steckt hinter dem Spielkonzept?

Wir haben Melvin dazu befragt.

Krieg der Creator – Das Interview

Doch zuerst: Wer ist Melvin Lee Lewis überhaupt? Und warum sollte man ihn kennen? Melvin wurde 1999 in Dieburg (Deutschland) geboren. Er hatte bereits mehrere Kleinrollen in TV- und Kinoproduktionen und hat auf YouTube 350.000 Abonnenten. Dort beschreibt er auch die Entwicklung seines Videospiels in verschiedenen Tagebucheinträgen, die bereits Millionenfach abgerufen wurden.

DailyGame: Was hat dich dazu inspiriert, Spieleentwickler zu werden? Gibt es bestimmte Spiele oder Erfahrungen, die deine Leidenschaft für die Spieleentwicklung geweckt haben?

Melvin: Ich würde sagen es ist eine Mischung aus 3 Dingen, die mich zur Spieleentwicklung inspiriert haben.

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  1. Die Spiele die ich selbst als Kind und als Jugendlicher gespielt habe. Ich war immer ein wahnsinnig großer Fan von mobilen Games. Spiele wie Clash of Clans, Clash Royal und Star Wars Galaxy of Heroes konnten mich länger fesseln als jeder Triple-A-Titel. Sie schliffen den Grundstein für meine Liebe zu Handyspielen.
  2. Meine Reise auf Social Media und meine Zuschauer. Durch den Gaming Content den ich gedreht habe, die Kommentare die ich bekommen habe und das Feedback, dass ich in meinen Life-Streams bekam, habe ich ein Gefühl dafür bekommen, welche Art spiel sich die Community wünscht und das möchte ich ihnen jetzt geben.
  3. Die Story. Mit die größte Inspiration für das Spiel ist wahrscheinlich die Story. Ich finde die Idee für die Story so interessant, dass es mich jeden Tag in den Fingern juckt, an dem ich sie nicht weiter schreiben kann. Verrückter Weise, sollte aus der Story erst gar kein Spiel gemacht werden, sondern eine TV Serie. Nachdem ich 6 Monate lang im Gespräch war mit ZDF und der Pitch letztendlich nicht genommen wurde, war ich erst mega enttäuscht. Ein paar Wochen später kam mir dann die Idee daraus ein Spiel zu machen.
Melvin Lee Lewis in "Krieg der Creator" - (C) Melvin Lee Lewis

Melvin Lee Lewis als spielbarer Charakter in “Krieg der Creator” – (C) Melvin Lee Lewis

Das Spiel war eigentlich als TV-Serie gedacht, aber ZDF lehnte ab

DailyGame: Wie würdest du den kreativen Prozess beschreiben, wenn es darum geht, ein neues Spiel zu entwickeln? Welche Schritte durchläuft das Team von der Idee bis zur fertigen Veröffentlichung?

Melvin: Zuerst gab es überhaupt noch kein Team. Es gab nur mich in meinem kleinen Studenten-Appartement und eine Idee. Nachdem mir die Idee kam, habe ich mich direkt mit einem Freund aus der Uni, der Informatik studiert hat zusammengesetzt und ihn gefragt, wie man diese Idee umsetzen kann. Er hat mir dann erstmal gesagt, dass wir nicht nur mehr Programmierer brauchen, sondern auch mehr Game Designer. Ich wusste bis Dato noch nicht mal was der Unterschied ist. Nachdem ich mehrere Wochen lang mit Steckbriefen in der Hand von Hörsaal zu Hörsaal in verschiedenen Universitäten und Hochschulen gerannt bin, hab ich es irgendwie geschafft ein 10 Köpfiges Team zusammen zu stellen.

Jetzt treffen wir uns alle 2 Wochen Sonntags mit dem gesamten Team. Die Designer fragen mich meistens, was sie bauen sollen, ich gebe ihnen dann Vorschläge, sie schicken mir verschiedene Art-Styles und wir treffen uns irgendwo in der Mitte.

DailyGame: Wie wichtig ist es deiner Meinung nach, eine starke Geschichte in einem Spiel zu haben? Welche Elemente machen eine fesselnde und packende Spielhandlung aus?

Melvin: Die Geschichte des Spiels ist mir sehr wichtig. Sie ist die Seele und das Herz des Spiels. Wie gesagt, die Story war schon in meinem Kopf, bevor ich überhaupt ein Spiel kreieren wollte. Eins der wichtigsten Dinge um die Story zu erzählen ist für unser Spiel die Welt. Ich habe extra einen Pen & Paper-Profi angeheuert, der mir dabei hilft, die Welt in sich stimmig zu gestalten.

DailyGame: Wie geht ihr bei der Gestaltung der Spielwelt und des Level-Designs vor, um den Spielern ein ansprechendes und herausforderndes Spielerlebnis zu bieten?

Melvin: Die Spielwelt und die Leveldesigns baue ich zusammen mit meinem Pen & Paper (Dungeons and Dragens) Freund und einem Enviromental Artist. Das Game spielt in einem post-apokalyptischen Deutschland ein paar Jahre in der Zukunft. Da die meisten Spiele in New York/ USA spielen, glaube ich ist das eine schöne Abwechslung. Meine Zielgruppe kennt Deutschland und ist hier zu Hause. Warum ihnen nicht etwas Vertrautes in einem neuen Setting geben?

"Krieg der Creator" spielt in einem post-apokalyptischen Deutschland in naher Zukunft. - (C) Melvin Lee Lewis

“Krieg der Creator” spielt in einem post-apokalyptischen Deutschland in naher Zukunft. – (C) Melvin Lee Lewis

Miteinbindung der Community

DailyGame: Welche Rolle spielt die Community bei der Entwicklung und Verbesserung von Spielen? Wie integriert ihr das Feedback der Spieler in eure Arbeit?

Melvin: Fast jeden Tag lade ich ein Update-Videos auf TikTok, YouTube und Instagram hoch. Nach einem Monat haben wir insgesamt bereits über 6.5 Millionen Views auf den Videos und 10.000 Kommentare für Feedback und Vorschläge. Ich versuche mir so viele Kommentare wie möglich durchzulesen, denn die Zuschauer haben echt paar witzige und interessante Ideen.

Zum Beispiel war das Top-Kommentar unter dem zweiten Video die Frage, ob ich nicht ein Capybara in das Spiel einbauen kann (die Kinder auf TikTok lieben diese Tiere). Und das haben wir dann einfach gemacht. Jetzt ist ein Capybara als Haustier und eventuell auch als spielbarer Sondercharakter in dem Game dabei und die Zuschauer haben sich riesig gefreut.

DailyGame: Wie hat sich die Technologie in den letzten Jahren auf die Spieleentwicklung ausgewirkt? Gibt es bestimmte Trends oder Technologien, auf die du besonders gespannt bist? Mit welcher Engine arbeitet ihr?

Melvin: Unsere Engine ist Unity und wir programmieren in C Sharp. Wir sind dankbar in Unity coden zu können. In jedem anderen Programm würden wir wahrscheinlich länger brauchen. Wir sind dankbar, dass wir über GitHub alle von verschiedenen Standorten aus arbeiten können. Und natürlich ist es praktisch sich als Team über verschiedene Kanäle auf einem Discord Server austauschen zu können.

Und natürlich bin ich dankbar für TikTok, YouTube und Instagram, dass sie uns Plattformen bieten, auf denen wir gehört werden um über das Spiel zu sprechen. Und Google Mail, sonst hätte ich DailyGame nicht erreicht.

DailyGame: Welche Ambitionen hast du mit “Krieg der Creator”?

Melvin: Mein Team sagt immer ich lehne mich zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, ich möchte aus “Krieg der Creator” das machen, was George Lucas aus Star Wars gemacht hat.

Damit meine ich nicht, den finanziellen Aspekt. Natürlich werden wir keine Milliarden verdienen. Aber ich meine den künstlerischen Aspekt. Ich will ein Universum schaffen, dass viele interessante Geschichten zu erzählen hat. Und der Startpunkt ist dieses Spiel. Deshalb konzentrieren wir uns gerade voll auf dieses Game und planen schon, wie wir mit Updates die Story weiter erzählen können.

DailyGame: Gibt es bereits Pläne nach dem Release?

Melvin: Wir planen noch kein weiteres Projekt, aber je mehr Concept Art und Story Pieces ich mir zu diesem Spiel anschaue, desto mehr Ideen kommen mir für genau dieses Spiel. Krieg der Kreator wird also die Summe aller kreativen Ideen sein, die wir bei der Entwicklung haben werden. Wir heben uns nichts für einen anderen Teil auf. Alles fließt hier hinein.

DailyGame: Danke für das Interview!
Melvin: Ich danke euch!

Hinweis in eigener Sache: Gaming Blog-Artikel entsprechen der Meinung des Autors und müssen nicht die Meinung der DailyGame-Redaktion widerspiegeln.
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