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Artikel von Markus Bauer +
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Fable ist für Xbox mehr als nur ein weiteres Rollenspiel. Die Reihe stand immer für eine besondere Mischung aus Märchenwelt, schwarzem Humor, moralischen Entscheidungen, absurden Momenten und britischem Charme. Es war nie das größte Rollenspiel. Es war nie das komplexeste. Aber es hatte eine eigene Stimme. Genau deshalb ist das neue Fable so spannend. Playground Games bringt Albion zurück, aber die Erwartungen sind schwierig. Alte Fans wollen kein beliebiges modernes Open-World-RPG. Sie wollen ein Spiel, das sich wieder nach Fable anfühlt.

Xbox hat zuletzt ausführlicher erklärt, wie die sogenannte „Living Population“ funktionieren soll. NPCs sollen auf die Handlungen des Spielers reagieren, ihn bewerten und ihre Haltung verändern. Es geht laut Xbox nicht um einfache „Gut oder Böse“-Schalter, sondern um Grauzonen und darum, wie die Bewohner Albions den Spieler wahrnehmen.

Das klingt modern und sinnvoll. Gleichzeitig ist genau das ein Balanceakt. Fable lebte immer davon, dass Moral nicht nur ernst, sondern auch albern war. Man konnte ein gefeierter Held sein und trotzdem völlig absurd auftreten. Man konnte gefürchtet werden, aber auch wegen kleiner Entscheidungen lächerliche Reaktionen auslösen. Wenn das neue System zu glatt, zu ernst oder zu sehr wie ein modernes Reputationssystem wirkt, könnte ein Teil des alten Fable-Charmes verloren gehen, den alte Fans (wie ich) geliebt haben.

Playground Games muss mehr liefern als schöne Grafik

Optisch scheint Fable beeindruckend zu werden. Die Gameplay-Präsentation war super und die Rückkehr nach Albion. Gleichzeitig bleibt die entscheidende Frage: Fühlt es sich wirklich wie Fable an?

Fable erscheint am 23. Februar 2027 für Xbox Series X/S, Windows PC und PlayStation 5. - Bild: Playground Games, Xbox Game Studios

Fable erscheint am 23. Februar 2027 für Xbox Series X/S, Windows PC und PlayStation 5. – Bild: Playground Games, Xbox Game Studios

Playground Games ist vor allem durch Forza Horizon bekannt. Das Studio kann wunderschöne Welten bauen, in den man sich verliert. Auf der Rennstrecke. Aber Fable braucht mehr als Technik. Es braucht schräge Figuren, unerwartete Reaktionen, absurde Nebenquests und diesen Ton, der gleichzeitig märchenhaft und respektlos ist. Ein „zu modernes Fable“ könnte genau daran scheitern. Wenn alles zu sauber, zu filmisch und zu sehr nach AAA-Standard wirkt, verliert Albion seine Kanten – die die alten Fans lieben gelernt haben.

Trotzdem wäre es falsch, nur eine Kopie der alten Spiele zu wollen. Fable muss im Jahr 2027 funktionieren. Moderne Kämpfe, bessere Quests, glaubwürdigere NPCs und mehr Entscheidungsfreiheit sind wichtig. Niemand braucht ein Spiel, das nur aus Nostalgie besteht.

Die Kunst liegt darin, „alte Fable-Ideen“ neu zu übersetzen. Häuser kaufen, Beziehungen aufbauen, Ruf verändern, schräge Dorfbewohner treffen, Held oder Schurke werden: All das darf moderner wirken. Aber es darf nicht zu generisch werden.

Fable muss modern werden, aber nicht normal

Das neue Fable darf moderner sein. Es muss es sogar, sonst macht es 2027 keinen Sinn es zu spielen. Aber es darf nicht wie jedes andere große Fantasy-Rollenspiel wirken. Genau das ist die Gefahr.

Die „Living Population“ von Xbox klingt spannend, solange sie nicht nur ein technisches System bleibt. Sie muss lustige, seltsame und überraschende Momente erzeugen. Denn Fable war nie nur ein Spiel über Entscheidungen. Es war ein Spiel darüber, wie Albion auf diese Entscheidungen übertrieben, charmant und manchmal völlig verrückt reagiert.

Wenn Playground Games das trifft, könnte Fable eines der wichtigsten Xbox-Spiele der nächsten Jahre werden. Wenn nicht, bekommen wir vielleicht ein gutes Rollenspiel, aber kein echtes Fable wie damals unter der Leitung von Peter Molyneux, der mit dem neuen Fable nix zu tun hat.

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