Ex-PlayStation-Chef: Schaut nicht nur auf Verkaufszahlen und Blockbuster!
Vom Spiele-Lineup der PS5 und aktuellen Entscheidungen bei Sony dürfte der ehemalige CEO Layden wenig halten.
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Klaus Kainz Ein freiberuflicher Schreiber für Chronik-Themen, manchmal auch Kultur. Vor allem aber ist er faszinierter Zocker seit mehreren Jahrzehnten. Denn Resident Evil ist intensiver als jeder Horrorfilm, Bloodborne oder Metroid Prime immersiver als jeder Fantasy-Roman - und Dampf ablassen geht kaum besser als mit Streets of Rage oder Ninja Gaiden.
Shawn Layden ist zwar im Ruhestand, aber weiter in Gesprächslaune. In Podcasts kommentiert der ehemalige CEO von Sony Interactive Entertainment häufig aktuelle Entwicklungen in der Spieleindustrie. Zuletzt gab er sich beispielsweise überrascht über das Disc-Aus der PS5. Layden begann seine Sony-Karriere in Japan, bevor er von 2014 bis 2019 das Ruder bei PlayStation übernahm und maßgeblich am Erfolg der PS4 beteiligt war.
Zuletzt stampfte Sony Entwicklerstudios wie Bluepoint Games ein und zog die Reißleine beim neuen Spiel von Hideo Kojima – aus Kostengründen. Layden hält von solchen “Tabellen-Entscheidungen” offenbar wenig. “Als wir das Geschäft rund um die PS1, 2 und 3 aufbauten, investierten wir viel Zeit und Ressourcen, um kleinere Spielideen zu verwirklichen. Wir bemühten uns darum, ein gutes AA-Portfolio aufzubauen, das neben Blockbustern wie God of War und Uncharted hineinpasste”, resümierte Layden in einem Gespräch mit dem YouTube-Kanal Kiwi Talkz.
PS5-Spiele: Fokus auf Daten ist für Layden eine Sackgasse
Mit Daten und Zahlen seien keine Hits vorhersagbar, ist Layden überzeugt. Daten seien nichts weiter als eine „Aufzeichnung von Ereignissen”. Man könne damit zwar Spielideen festmachen, “die noch nie jemals funktioniert haben”, wie zum Beispiel Lernspiele für jüngere PlayStation-Fans. Neue Hits bekäme man so aber nicht. “Wenn das wahr wäre, hätten wir alle seit zehn Jahren nur noch USB-Gitarren gebaut. Denn Rock Band und Guitar Hero hatten die Welt im Sturm erobert.”
Auch keines der besonders profitablen Live-Service-Spiele ist laut Layden geplant worden. “Selbst Epic wusste nicht, dass sie Fortnite hatten. Ich erinnere mich als Fortnite ein 60-Dollar-Spiel war. Das hat überhaupt nicht gezündet.” Der beliebte Battle-Royale-Modus und das Free-to-Play-Modell seien eine ungeplante Notfallentscheidung gewesen.
Layden belebte Ratchet & Clank wieder – obwohl ihm abgeraten wurde
Wegen der hohen Entwicklungskosten hätten Sony oder Publisher wie EA für “Wetten” aber nichts mehr übrig. Nun sei die Strategie: “Wir machen Blockbuster, Punkt, aus. Anrufe von kleineren Entwicklern bei Sony oder Microsoft, um einen Vertrag abzuschließen, gibt es kaum noch.” Layden erinnerte daran, wie etwa thatgamecompany experimentelle PlayStation-Spiele wie Journey entwickeln durfte. “Da war auch Masaya Matsuda, dieser japanische Popmusiker. Er wollte ein Spiel entwickeln. Wir sagten zu und es entstand Parappa the Rapper“, so Layden.
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Tatsächlich gab es unter Layden neben Blockbustern wie The Last of Us: Part II auch gelegentlich grünes Licht für nischige Projekte wie das Remake von Medievil und Death Stranding oder Gravity Rush. Ursprünglich hätte ihm das Marketing-Team davon abgeraten, Ratchet & Clank auf PS4 zu finanzieren, wie er im Vorjahr in einem anderen Interview erklärte. “Mir wurde gesagt, dass niemand dieses alte Spiel spielen will”, so Layden. Danach hat sich der Titel immerhin sieben Millionen Mal verkauft.
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