PlayStation ohne Discs? Ex-Chef nennt Sonys Zukunft deprimierend
Shawn Layden hält eine Zukunft ohne PlayStation-Discs für deprimierend, aber lösbar. Sony müsste dafür Drittanbieter einbinden.
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Klaus Kainz Ein freiberuflicher Schreiber für Chronik-Themen, manchmal auch Kultur. Vor allem aber ist er faszinierter Zocker seit mehreren Jahrzehnten. Denn Resident Evil ist intensiver als jeder Horrorfilm, Bloodborne oder Metroid Prime immersiver als jeder Fantasy-Roman - und Dampf ablassen geht kaum besser als mit Streets of Rage oder Ninja Gaiden.
Auch zwei Monate nach der offiziellen Ankündigung, ab 2028 keine Discs für PlayStation 5 mehr herstellen zu wollen, nimmt der Unmut in der Fangemeinde nicht ab. In der vergangenen Produktschau von Sony waren daher nicht unbedingt die neuen Trailer am auffälligsten. Während des sogenannten “State of Play” am Donnerstag skandierten nämlich im Chat unzählige User, die über eine Stunde lang Sprüche wie “No Disc, No Buy” spammten. Etwas anderes war kaum zu lesen.
Nun klinkte sich der ehemalige PlayStation-Chef Shawn Layden erneut in die Debatte ein. Layden soll gegenüber dem Kolumnisten Brian Crecente erklärt haben, dass die Zukunft ohne physische Spiele für ihn zwar “deprimierend, aber lösbar” sei. Das größte Problem sei nun, dass Sony selbst für die Herstellung der Blu-rays zuständig sei. Es gebe daher nur solange keine Möglichkeit zum Erhalt des Mediums, “solange Sony nicht beschließt, es an maßgeschneiderte Dritthersteller zu lizenzieren”.
Sony lässt laut Layden Fans im Stich

Xbox Spiele werden zwar mehrheitlich digital gekauft, aber es gibt noch viele Verfechter von physischen Kaufexemplaren. – Foto von johndwilliamsUK
Schon im Juli äußerte sich der Ex-Sony-Chef kritisch gegenüber dem Disc-Aus – besonders mit Blick auf Regionen mit schwacher Internet-Infrastruktur. “Der Gedanke, dass man dort noch immer noch ein PlayStation-4-Spiel kaufen konnte, es in die Konsole einlegen und spielen, war wichtig”, erklärte er damals. Sony würde aus seiner Sicht “diese Leute nicht im Stich lassen.” “Denn im Gegensatz zur Xbox verfügte PlayStation über eine breitere weltweite Fangemeinde”, so Layden (via Eurogamer).
Von 2014 bis 2019 war Layden CEO von Sony Interactive Entertainment und somit maßgeblich am enormen Erfolg der PS4 beteiligt. Ähnlich wie sein alter Kollege Shu Yoshida gibt er nun oft seinen Senf zu aktuellen Entwicklungen in der Spieleindustrie ab, sei es in Podcasts oder Interviews.
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