Steam will KI-Spiele nicht aussortieren: Valve nimmt schlechte Games bewusst in Kauf
Valve kennt das Problem mit KI-Spielen und minderwertigen Kopien. Entwickler sollen trotzdem nicht ausgeschlossen werden. Stattdessen muss Steam besser werden.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Steam wird Spiele „nicht einfach verstecken oder ausschließen“, nur weil sie mit generativer KI entwickelt wurden oder qualitativ schlecht sind. Valve kennt die zunehmende Kritik an sogenannten „AI Slop“-Spielen sehr genau, hält ein strengeres Aussortieren durch die Plattform aber für den falschen Weg.
Bei der Entwicklerveranstaltung Steam Indie Connect in Südkorea stellten sich Tom Giardino und Marc Wilkinson vom Steam Business Team den Fragen von Indie-Entwicklern. Dabei ging es unter anderem um KI-Kopien, schlechte Spiele und die inzwischen enorme Menge an Titeln beim Steam Next Fest.
Giardino machte Valves grundsätzliche Haltung zu KI ziemlich deutlich:
Wir möchten keine ‚Torwächter‘ sein, die Entwicklern vorschreiben, welche Werkzeuge sie verwenden sollen oder nicht.
Ob ein Entwickler generative KI einsetzt, bleibt grundsätzlich dessen Entscheidung. Das heißt allerdings nicht, dass Valve das aktuelle Problem ignoriert.
Valve weiß, dass Steam schlechte Spiele sichtbar macht
Beim jüngsten Steam Next Fest kritisierten viele Spieler und Entwickler die große Zahl an minderwertigen Spielen. Besonders KI-generierte Inhalte gerieten dabei in den Fokus. Wilkinson erklärte, warum solche Spiele gerade zu Beginn des Festivals ungewöhnlich häufig auftauchen. Während der ersten beiden Tage werden Spiele nahezu zufällig ausgespielt. Erst anschließend übernehmen stärker personalisierte Empfehlungen.
Das soll verhindern, dass Entwickler das System manipulieren und sich frühzeitig besonders viel Sichtbarkeit sichern. Der Nachteil ist Valve durchaus bewusst. Auch Spiele von geringer Qualität bekommen dadurch Aufmerksamkeit.
Wilkinson erklärte, dass zahlreiche Mitarbeiter bereits darüber nachdenken, wie Steam dieses Problem besser lösen könne. Vor wenigen Jahren sei das Steam Next Fest noch wesentlich kleiner gewesen. Giardino erinnerte sich daran, dass Valve Entwickler damals teilweise aktiv zur Teilnahme überreden musste, weil lediglich 50 oder 100 Spiele vertreten waren.
Inzwischen sind es Tausende. „Das Pendel“ ist laut Valve also inzwischen komplett in die andere Richtung ausgeschlagen.
Steam möchte bessere Spiele zeigen statt schlechte Spiele verbieten
Die Lösung soll deshalb nicht darin bestehen, Entwickler auszusperren. Valve erinnert daran, dass diese Diskussion älter als generative KI ist. Schon bei Steam Greenlight verlangten Nutzer Filter, um bestimmte Veröffentlichungen auszublenden. Später gab es ähnliche Forderungen bei Steam Direct. Der Steam-Herausgeber entschied sich jedes Mal dagegen.
Statt gute und schlechte Spiele vorab selbst zu bestimmen, möchte das Unternehmen seine Empfehlungen verbessern. Steam soll anhand des Verhaltens seiner Nutzer besser erkennen, welche Spiele tatsächlich interessant sind. Das betrifft übrigens auch Wunschlisten. Wilkinson stellte bei der Veranstaltung klar, dass die Anzahl der Wishlists eines Spiels keinen direkten Einfluss auf dessen Sichtbarkeit hat. Entscheidend seien vielmehr Spieler, die ein Spiel tatsächlich kaufen und spielen.
KI muss auf Steam weiterhin offengelegt werden
Komplett freie Hand haben Entwickler bei KI trotzdem nicht. Valve verlangt weiterhin eine Offenlegung von generativer KI, wenn damit Inhalte erstellt wurden, die tatsächlich Bestandteil eines Spiels sind. Dazu können beispielsweise Grafiken, Audio, Texte oder Übersetzungen gehören.
Bei KI-Inhalten, die während des Spielens live erzeugt werden, müssen Entwickler außerdem erklären, welche Schutzmaßnahmen verhindern sollen, dass illegale Inhalte generiert werden.
Valve überprüft KI-Inhalte nach eigenen Angaben grundsätzlich nach denselben Kriterien wie andere Inhalte. Die Plattform unterscheidet also nicht automatisch zwischen „mit KI erstellt“ und „gut oder schlecht“. Epic-Chef Tim Sweeney hat die KI-Kennzeichnung auf Steam kritisiert. Interessiert dürfte es beim Half-Life-Entwickler wohl niemanden haben.
KI-Kopien werden zum nächsten Problem für Steam
Bei Steam Indie Connect kam noch ein deutlich unangenehmeres Thema zur Sprache. Indie-Entwickler berichteten von Erpressungsversuchen. Dabei drohen Unbekannte offenbar damit, ein vorgestelltes Indie-Spiel mithilfe von KI zu kopieren und noch vor dem Original auf Steam zu veröffentlichen, wenn der Entwickler nicht bezahlt.
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Giardino erklärte, von solchen Fällen bislang nichts gewusst zu haben. Valve möchte entsprechende Meldungen untersuchen, sieht Erpressung grundsätzlich allerdings auch als Fall für Strafverfolgungsbehörden.
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