Steam ist im Kern ein MMO: Ex-Valve-Autor erklärt Epics größtes Problem
Chet Faliszek erklärt, warum Steam mehr als ein Spiele-Shop ist und weshalb ein schnellerer Epic Launcher allein Valve kaum gefährlich wird.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Steam ist für Valve offenbar nie einfach nur als digitaler Spiele-Shop gedacht gewesen. Der ehemalige Valve-Autor Chet Faliszek beschreibt die Plattform vielmehr als eine Art „MMO“. Genau diese Denkweise sei einer der Gründe, warum Konkurrenten wie der Epic Games Store so große Schwierigkeiten hätten, Spieler dauerhaft von Steam wegzulocken. Auch wenn viel mehr (teure) Spiele verschenkt werden, als bei Steam selbst.
Faliszek spricht darüber in einem aktuellen Video (via Gamesradar.com) über den neuen Epic Games Launcher. Die entscheidende Frage sei, welches übergeordnete Ziel eine Plattform überhaupt verfolgt. Bei Steam sei diese Richtung laut Faliszek seit Jahren klar. Gabe Newell habe wiederholt über diese Idee gesprochen: Nutzer sollen nicht nur Spiele kaufen, sondern innerhalb des Steam-Ökosystems Fortschritt machen, Dinge sammeln und sich selbst darstellen können.
Steam behandelt dein Konto fast wie einen Charakter
Das klingt zunächst ungewöhnlich, ergibt beim Blick auf Steam aber erstaunlich viel Sinn. Dein Account besitzt ein Level, du sammelst Abzeichen und Trading Cards, kannst dein Profil gestalten, Achievements präsentieren, Gegenstände handeln, anderen Nutzern Awards geben und dich in Gruppen oder Foren beteiligen. Faliszek sieht darin Mechaniken, die stark an ein MMO (Massively Multiplayer Online Game) erinnern. Spieler konsumieren nicht nur Inhalte, sondern entwickeln innerhalb der Plattform eine eigene digitale Identität.
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Genau diese vielen kleinen Systeme sorgen dafür, dass Steam nicht austauschbar wie eine gewöhnliche Shop-App wirkt. Erst vor wenigen Tagen erreichte Valve mit 43,5 Millionen gleichzeitig eingeloggten Steam-Nutzern einen neuen Rekord. Nur rund ein Drittel davon spielte zu diesem Zeitpunkt tatsächlich ein Spiel. Der Rest war trotzdem auf Steam angemeldet. Das passt ziemlich gut zu Faliszeks Argument: Für Millionen Nutzer ist Steam längst mehr als nur der Knopf zum Starten eines Spiels. Es ist quasi der „Startknopf“ für PC-Gaming.
Epic macht seinen Launcher schneller, aber reicht das?
Der Zeitpunkt der Aussagen ist kein Zufall. Epic veröffentlichte am 14. Oktober eine Vorschau seines komplett überarbeiteten Epic Games Launchers. Dieser soll deutlich schneller und reaktionsfreudiger sein, wurde laut Epic mithilfe von „Vibe Coding“ neu entwickelt und erscheint erstmals auch für Linux. Epic selbst bezeichnet die erste Version allerdings als bewusst funktionsarm.
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Faliszek sieht genau darin das Problem. Ein schnellerer Start sei angenehm, ersetze aber keine klare Identität für die Plattform. Epic bietet mit Unreal Engine und UEFN zwar mächtige Werkzeuge für Entwickler und Content-Ersteller. Für den gewöhnlichen Spieler seien solche Möglichkeiten jedoch deutlich aufwendiger als ein Steam-Level, eine neue Trading Card oder eine kleine Profilanpassung.
Das bedeutet nicht, dass Steam perfekt ist. Faliszek kritisiert ausdrücklich auch Valves Umgang mit Moderation und problematischen Community-Inhalten. Trotzdem geben gerade diese Community-Funktionen Spielern einen festen Platz innerhalb des Ökosystems.
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Epic versucht bereits seit Jahren, Steam stärker anzugreifen. Faliszeks Argument erklärt allerdings ziemlich gut, warum Geschwindigkeit allein möglicherweise nicht reicht: Epic konkurriert nicht nur mit einem Shop. Es konkurriert mit über zwei Jahrzehnten gesammelten Profilen, Freunden, Achievements, Inventaren und digitalen Erinnerungen. Und deine Gamer-Freunde sind dort. Also wird der Wechsel nicht einfach werden. Übrigens haben wir gestern – nach 2 Jahren Entwicklungszeit – unsere Gaming-Community gestartet. Auch hier kannst du dich, ähnlich wie bei Steam mit Freunden verbinden, Achievements sammeln und zum Beispiel diesen Beitrag kommentieren. Auch ganz neu ist ist, dass du deine eigene Favoriten-Liste bearbeiten kannst. So kannst du deine Gaming News filtern, wie du es möchtest.
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