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Artikel von Markus Bauer +
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Der Epic Games Store hat seit Jahren ein Imageproblem. Viele Spieler öffnen ihn, holen sich ein Gratis-Spiel und schließen ihn wieder. Als echte Alternative zu Steam hat sich Epics Plattform trotz Exklusivdeals, Fortnite und regelmäßiger Geschenke nie vollständig durchgesetzt. Zu langsam, zu unübersichtlich, zu wenig Funktionen: Genau diese Kritik begleitet den Launcher seit Jahren.

Jetzt wollen die Fortnite-Herausgeber offenbar genau dort ansetzen. Das Unternehmen plant eine große Überarbeitung des Epic Games Store. Im Mittelpunkt steht der Epic Games Launcher V2, der die Plattform schneller, moderner und deutlich komfortabler machen soll.

Der wichtigste Punkt ist die Geschwindigkeit, wie man auf einer Präsentation im Rahmen der Unreal Fest betonte. Der neue Launcher soll beim Kaltstart etwa fünfmal schneller sein als wie bisher. Beim Wiederherstellen aus dem System-Tray spricht Epic sogar von bis zu 6,5-mal schnellerer Performance.  Das klingt nach einer technischen Detailverbesserung, ist für Spieler aber enorm wichtig. Ein Launcher wird nicht besser, nur weil er mehr Features hat. Er muss schnell starten, flott reagieren und nicht ständig wie ein Hindernis wirken. Gerade hier hatte Epic lange ein Problem.

Epic Games Store: Neue Profile, Reviews und soziale Funktionen

Epic Games will aber nicht nur am Tempo arbeiten. Der neue Launcher soll auch Funktionen bekommen, die Steam seit Jahren selbstverständlich wirken lassen. Spielerprofile, User-Reviews, universelle Controller-Unterstützung, private Nachrichten, Voice-Chat, Partysysteme und personalisierte Empfehlungen. Genau diese Punkte zeigen, wie groß der Abstand zu Steam bisher war. Der Store von Valve ist nicht nur ein Shop. Steam ist Bibliothek, Community, Bewertungsplattform, Mod-Verzeichnis, Freundesliste und Komfortsystem in einem. Epic hatte zwar starke Spiele, aber nie dieselbe Plattformtiefe.

Gefühlt öffnen PC-Spieler den Epic Games Store nur für Fortnite, Rocket League und ein paar Gratis-Spiele. Seine Freunde hat man auf Steam. - Bild: Epic Games

Gefühlt öffnen PC-Spieler den Epic Games Store nur für Fortnite, Rocket League und ein paar Gratis-Spiele. Seine Freunde hat man auf Steam. – Bild: Epic Games

Wenn Epic jetzt Reviews, bessere Profile und soziale Funktionen nachliefert, ist das überfällig. Es macht den Store nicht automatisch besser als Steam. Aber es nimmt einige der offensichtlichsten Schwächen weg.

So spannend der Umbau klingt, Steam bleibt ein gewaltiger Gegner. Die Entwickler von u.a. Half-Life oder Portal hat über Jahrzehnte Vertrauen, Funktionen und Gewohnheiten aufgebaut. Viele PC-Spieler besitzen dort riesige Bibliotheken. Sie haben Freunde, Achievements, Workshop-Mods, Reviews, Wunschlisten, Community-Guides und Zahlungsmethoden längst eingerichtet. Epic kann nicht einfach einen schnelleren Launcher veröffentlichen und erwarten, dass Spieler ihre Hauptplattform wechseln. Dafür sitzt Steam zu tief im Alltag vieler PC-Spieler.

Trotzdem kann Epic mit dem neuen Launcher wichtiger werden. Nicht als sofortiger Steam-Killer, sondern als „ernstzunehmendere zweite Plattform“. Vor allem dann, wenn Exklusivtitel, Fortnite, Unreal Engine, Gratis-Spiele und bessere Store-Funktionen enger zusammenwachsen.

Der Umbau soll über die nächsten Monate kommen

Epic plant die neuen Funktionen nicht alle auf einmal. Der Rollout soll über die kommenden zwölf Monate verteilt erfolgen. Genannt werden unter anderem private Betaphasen, Verbesserungen bei Installationen, Cross-Region-Gifting, spätere Profilfunktionen und weitere Entwicklerwerkzeuge. Das ist wahrscheinlich der richtige Weg. Ein kompletter Plattformumbau kann schnell chaotisch werden, wenn zu viel auf einmal kommt. Epic muss vor allem beweisen, dass der Launcher stabiler, schneller und angenehmer wird, ohne neue Probleme zu erzeugen.

Wird der Epic Games Store damit plötzlich Steam schlagen? Eher nicht. Dafür ist Valves Plattform zu stark, zu vertraut und zu tief im PC-Gaming verankert. Aber Epic könnte endlich aus der Rolle des „Gratis-Spiele-Launchers“ herauskommen. Und das wäre schon ein großer Schritt. Denn Konkurrenz zum Store von Valve funktioniert nur, wenn Spieler den zweiten Launcher nicht mehr genervt öffnen, sondern freiwillig nutzen.

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