Überheblich?

Sony belächelt Xbox Game Pass? – Angeblich “keine Konkurrenz”

Ein Bericht besagt, dass Jim Ryan, CEO von SIE, den Xbox Game Pass "nicht als Konkurrenz betrachtet", auch wenn es Bedenken wegen Activision gibt.

Was denkt der PlayStation-Chef über den Xbox Game Pass? - (C) Sony, Microsoft - Bildmontage: DailyGame

Ein neuer Bericht legt nahe, dass der CEO von Sony Interactive Entertainment (SIE), Jim Ryan, den Xbox Game Pass nicht wirklich ernst nimmt. Obwohl das Unternehmen Bedenken hinsichtlich der geplanten Fusion mit Activision Blizzard geäußert hat.

Woher stammt der Bericht? Der bekannte und gut informierte Insider Tom Henderson berichtet auf seiner Webseite Insider-Gaming.com, dass ihm eine anonyme Quelle gesagt habe, dass Jim Ryan Anfang dieses Monats eine Mitarbeiterfragerunde hatte, in der er über den Wettbewerb auf dem Markt sprach.

Xbox Game Pass: kein überzeugender Konkurrent für PlayStation?

Ob es stimmt oder nicht können wir an dieser Stelle nicht verifizieren, aber angeblich sagte Ryan auf eine Frage zum Xbox Game Pass. Darin beschreibt der SIE-Chef die Verkaufszahlen der PlayStation 5, die sich besser entwickeln als jene der Abonnenten des XGP:

“Wenn wir den Game Pass in Betracht ziehen, scheint er niedriger zu werden [Game Pass-Zahlen]. Wenn wir Game Pass betrachten, haben wir in zwei Jahren mehr PS5 verkauft, als sie Abonnenten gewonnen haben, und das seit 6-7 Jahren.”

Derzeit konnte SIE von den PS5-Modellen über 28 Millionen Konsolen verkaufen, seit dem Release im November 2020. Microsoft liegt mit seinen Xbox Series-Modellen bei über 20 Millionen verkauften Einheiten. Vor allem in Japan und Europa hat PlayStation die Nase vorne.

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Xbox Series X und PS5 sind zwei gefragte Produkte, die aufgrund der fehlenden Computer-Chips kaum verfügbar sind. - (C) Microsoft, Sony; Bildmontage: DailyGame

Xbox Series X und PlayStation 5 sind zwei gefragte Produkte, die seit Release nur schwer zu bekommen waren. – (C) Microsoft, Sony; Bildmontage: DailyGame

Ryan vergleicht PlayStation Plus mit XGP

Ein ungleicher Kampf. Während Xbox Game Pass ein Zusatzangebot ist benötigt man PlayStation Plus für das Online-Spielen mit der Konsole. Laut Insider-Gaming.com soll Jim Ryan gesagt haben: “Wir haben nur knapp 50 Millionen Abonnenten und sie sind in den niedrigen 20ern, aber es gibt noch mehr zu tun, um diese Zahl zu steigern.”

Wie viele Abonnenten hat der Xbox Game Pass derzeit? Mit Stand Anfang 2022 hatte der Dienst von Microsoft weltweit rund 25 Millionen Abonnenten. Videospiele-Analysten schätzen, dass sich diese Zahl mit dem Activision-Blizzard-Deal vervierfachen könnte. 100 Millionen Abonnenten? Die 69 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Activision Blizzard könnte dem XGP den nötigen “Booster” bringen. Dank Call of Duty, StarCraft, Diablo und Co. Derzeit ist auch noch nicht klar inwieweit Xbox den XGP auf mobilen Geräten ausbauen möchte.

Sony kämpft gegen Activision-Blizzard-Übernahme durch Microsoft

Das angeblich Herabspielen von SIE gegenüber dem XGP ist – wie gesagt – nicht bestätigt, wäre aber sehr überheblich vom PlayStation-Chef. Immerhin ist man von der Sony-Seite der Meinung, dass der Deal “schlecht für den Wettbewerb, schlecht für die Spieleindustrie und schlecht für die Spieler selbst” ist (via Reuters). Microsoft ist natürlich anderer Meinung: “Dieser Deal wird Spielern, Entwicklern und der Industrie zugute kommen, da wir danach streben, mehr Menschen mehr Spiele zu bringen.”

Um die Wogen zu glätten, vor allem wegen Call of Duty, hat Microsoft – nach Übernahme von Activision-Blizzard, angeboten, dass Call of Duty auch für PlayStation- und Nintendo-Konsolen zugänglich wird. Microsoft geht davon aus, dass der Mega-Deal für fast 70 Milliarden US-Dollar irgendwann Mitte 2023 abgeschlossen ist. Garantie gibt es dafür aber keine, da derzeit von allen Seiten die Übernahme geprüft wird.

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