PlayStation verkauft Sammler-Editionen ohne Discs – Ein seltsamer PS5-Trend
Warum liefert man eine Sammler-Edition, wie jene von God of War Ragnarök, ohne physische PS5-Disk aus?
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
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Warum macht man das? Seit dem Erscheinen der Sony PlayStation 5 (PS5) werden Sonder- und Sammler-Editionen angeboten, ohne dem Spiel selbst – also als Disk-Version. Was bekommt man dafür? Einen Download-Code. Horizon Forbidden West war das erste Beispiel, aber mit God of War Ragnarök wiederholt man diesen neuen PS5-Trend.
Stell dir vor du kaufst dir einen Sammler-Edition, aber es ist kein Spiel dabei. Was vor Jahren noch undenkbar und zugleich lächerlich gewesen wäre, ist heute bittere Realität. God of War Ragnarök ist das aktuelle Beispiel: Ab dem 15. Juli ist das Spiel vorbestellbar, genauso die beiden Sammler-Editionen, auch mit Thors Hammer-Replika. Eine feine Sache, wenn Fans für ein wenig Plastik und Papier so viel Geld ausgeben und dann nicht einmal eine Disk-Version des Spiels bekommen. So spart man Kosten. Wunderbar.
Irgendwie bekommt man nur noch das Merchandise, aber nicht das Spiel, worum es eigentlich geht.
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Macht der „Day One-Patch“ Disks sowieso unnötig?
Wie oft haben wir es schon erlebt: Du kaufst dir ein Spiel, legst die Disk ein und wartest nach der Installation (für Konsolen-Spieler vor 2013 sowieso ein Unding) noch je nach Internet-Bandbreite auf den Day One-Patch, der oft noch größer ist als das Spiel selbst. Das wäre ein Grund, warum ich als Hersteller keine Disks mehr verkaufen würde. PC-Spieler kennen es und lieben es. Valve hat mit dem Steam Deck bewiesen, dass man keine Cartridges oder Disks benötigt, um einen Gaming-Handheld zu betreiben. Man greift einfach auf seine vorhandene Steam-Bibliothek zurück.

Das findest du in der Jötnar-Edition von God of War Ragnarök. Ein physisches Spiel gibt es nicht dazu, nur einen Download-Code. – Bildquelle: PlayStation Blog
Sammler Editionen ohne Disk: Ist der Download-Code eine Beleidigung?
Ja (und nein). Wie geschrieben: Du packst deine Collector’s Edition aus, für die du vielleicht mehrere hundert Euro bezahlt hast und bekommst das Spiel physisch nicht dazu. Das macht solch kostspielige Editionen doch irgendwie unbrauchbar? Andererseits muss man auch den Ablauf im Hintergrund sehen. Für eine solche Sammler-Edition muss im Hintergrund viel von verschiedenen Herstellern zusammengestückelt werden und abschließend verpackt werden. Was früher sicherlich einfacher war – als heute. Presswerk und Plastikwarenhersteller liegen höchstwahrscheinlich nicht am selben Weg.
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Der eigentliche Grund, warum Sammlereditionen ohne Disk (für mich) wertlos sind: das langfristige Interesse. Eine „Wertanlage“ sind wohl nur ungeöffnete Collector’s Editions von Spielen. Immerhin kann man sie in 20 oder 30 Jahren nicht einfach auspacken und damit zocken.
Ist die PS5 Digital Edition daran Schuld?
Seit dem Release gibt es zwei Versionen der PlayStation 5: Eine mit Laufwerk und eine ohne Laufwerk – vollkommen digital. Der Nachteil von digitalen Gütern: du kannst sie nicht weiterverkaufen. Ich kann man das Spieler jederzeit wieder herunterladen, wenn ich darauf Bock habe, aber so einfach wie früher ist es halt nicht mehr: Disk rein und Spiel an.
PlayStation könnte sich also auch denken: Wenn wir Collector’s Editionen herausbringen, dann kaufen diese nur Spieler mit einer PS5 samt Laufwerk. So kann man alle PlayStation 5-Besitzer bedienen, indem man das Spiel nur als Download-Code anbietet.
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Anscheinend muss ich mich daran gewöhnen: Du kaufst etwas Physisches, damit du etwas Digitales bekommst, dass du eigentlich wolltest. Sammler-Editionen ohne Disk sind bei uns nun Realität. Gewöhn dich daran, auch ich muss es anscheinend.
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