Rockstar verteidigt Kündigung an GTA 6-Entwicklern – Jetzt eskaliert der Streit endgültig
"Sie wissen nicht, wer in diesem Discord war." Rockstar verteidigt die Entlassung von GTA-6-Entwicklern erneut. Angebliche Leaks, Discord-Server und harte Vorwürfe.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Die Diskussion rund um die Entlassung von GTA 6-Entwicklern bei Rockstar Games nimmt weiter an Schärfe zu. Nachdem Ende Oktober 2025 insgesamt 31 Mitarbeiter entlassen wurden, hat sich der Entwickler nun erneut öffentlich geäußert und die Vorwürfe konkretisiert. Doch während der Publisher von schweren Regelverstößen spricht, widerspricht die beteiligte Gewerkschaft weiterhin entschieden.
Im Kern geht es um eine entscheidende Frage: Wurden die Entwickler wegen angeblicher Leaks gefeuert – oder weil sie sich gewerkschaftlich organisieren wollten?
Rockstar Games sagt: Es ging um Leaks, nicht um Gewerkschaften
Laut Rockstar wurden die betroffenen Personen entlassen, weil sie vertrauliche Informationen zu kommenden und noch nicht angekündigten Spielen in einem Discord-Server geteilt und diskutiert haben sollen. Dieser Server wurde von der Independent Workers Union of Great Britain (IWGB) betrieben.
Ein Rockstar-Sprecher erklärte gegenüber IGN, dass die betroffenen Personen gegen Unternehmensrichtlinien und rechtliche Verpflichtungen verstoßen hätten. Die Behauptung, die Kündigungen stünden im Zusammenhang mit gewerkschaftlicher Aktivität, sei „vollständig falsch und irreführend“. Rockstar betont außerdem, dass nicht alle Discord-Mitglieder entlassen wurden. Einige Mitarbeitende hätten dort zwar offen über Gewerkschaften gesprochen, seien aber weiterhin angestellt, da sie keine vertraulichen Inhalte geteilt hätten.
Brisanter Vorwurf: Journalist und Konkurrenz-Entwickler im Discord
Zusätzliche Brisanz bekommt der Fall durch die Entwickler-Aussage, dass sich im besagten Discord-Server (mindestens) auch ein Spielejournalist sowie ein Mitarbeiter eines anderen Entwicklerstudios befunden hätten. Das sei ein klarer Beleg dafür, dass es sich nicht um einen geschlossenen, internen Raum gehandelt habe. Laut Rockstar sei der Vorgang sogar von anderen eigenen Mitarbeitern gemeldet worden, die selbst Teil des Discords waren, sich aber über die Inhalte besorgt zeigten.
Der Fall hat inzwischen politische Dimensionen erreicht: Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Vorgänge als „zutiefst besorgniserregend“ und stellte eine Untersuchung in Aussicht (via Eurogamer.net).
Gewerkschaft: Vorwürfe werden entschieden zurückgewiesen
Die IWGB widerspricht Rockstars Darstellung weiterhin vehement. Kommunikationsbeauftragter Jake Thomas erklärte, man wisse nicht einmal, welche konkreten „Game Features“ angeblich geleakt worden sein sollen. Auch der angebliche Journalist sei in Wahrheit ein Gewerkschaftsvertreter und Spieleentwickler, der lediglich früher journalistisch tätig gewesen sei.
In einem offiziellen Statement wirft die Gewerkschaft Rockstar vor, im Nachhinein widersprüchliche Begründungen zu konstruieren, um die Kündigungen zu rechtfertigen. Man spreche von „Falschinformationen und Desinformation“.

Millionen Gamer weltweit warten sehnsüchtig auf den Release von Grand Theft Auto 6 (GTA 6). Das Action-Open-World-Spiel erscheint am 19. November 2026 (dritter offiziell genannter Release-Termin). – Bild: Rockstar Games
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Rockstars knapper Konter: „Sie wissen nicht, wer in diesem Discord war“
Auf die Zurückweisung reagierte Rockstar ungewöhnlich scharf. Gegenüber IGN sagte ein Unternehmensvertreter nur: „Wie wir vermutet haben, sie haben keine Ahnung, wer in diesem Discord war.“ Weitere Details nannte Rockstar an dieser Stelle nicht.
Die IWGB hat bereits im November 2025 rechtliche Schritte eingeleitet und fordert die Wiedereinstellung der entlassenen Entwickler. Sollte das scheitern, will die Gewerkschaft Klagen wegen unrechtmäßiger Kündigung einreichen und sammelt aktuell Spenden für den Rechtsstreit.
Unabhängig davon, wie der Streit ausgeht, ist klar: Der Fall Rockstar vs. IWGB wird weit über GTA 6 hinaus beobachtet. Er berührt zentrale Themen der Spieleindustrie wie Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung, Transparenz und Machtverhältnisse. Für Rockstar kommt die Debatte zu einem heiklen Zeitpunkt. Grand Theft Auto VI ist eines der meist erwarteten Spiele aller Zeiten und jede negative Schlagzeilen werfen unweigerlich Fragen auf, wie es hinter den Kulissen wirklich aussieht. Andererseits gab es vor dem Release von GTA 5 ebenfalls Debatten über Crunch-Time vor dem Release von Videospielen. Und wir wissen alle wie erfolgreich das letzte Grand Theft Auto bis heute ist.
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