8 Min. lesen
Artikel von René Nikel +
DailyGame bei Google merken

Ich muss selber zugeben, dass ich auf den Test der Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed schon sehr gespannt war. Ich hatte zwar bereits etliche Tastaturen zum Testen, dies ist jedoch meine erste Low-Profile-Tastatur. Ohne euch zu viel verraten zu wollen, kann ich euch eines schon vorweg sagen. Die Tastatur gehört zu den besten, wenn es um das Tippgefühl geht. Leider gibt es aber auch ein paar Kritikpunkte, die Razer Synapse betreffen. Schauen wir uns die Tastatur einfach einmal gemeinsam an.

Lieferumfang und erster Eindruck

Die Tastatur kommt gut verpackt an und wie bei Razer üblich in einer Verpackung, die sofort erkennen lässt, dass sie speziell für Gamer entwickelt wurde. Neben der Tastatur befinden sich ein USB-Kabel sowie ein USB-Empfänger im Lieferumfang, der sicher in der Tastatur verstaut werden kann und dadurch nicht verloren geht.

Bereits beim ersten Auspacken hinterlässt die BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed einen hochwertigen Eindruck. Das Gehäuse wirkt sauber verarbeitet, nichts knarzt oder gibt bei leichtem Druck nach. Auch das Lautstärkerad sowie die Zusatztasten vermitteln einen wertigen Eindruck und besitzen einen angenehmen Druckpunkt. Insgesamt fühlt sich die Tastatur hochwertig an und wird dem Preis von rund 180 Euro meiner Meinung nach gerecht.

Werbung

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed Lieferumfang

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed Lieferumfang – Bild: René Nikel

Schlanke Bauform mit vielen Zusatzfunktionen

Was mich bei der BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed tatsächlich positiv überrascht hat, ist die relativ schlanke Bauform. Dadurch findet sie auf nahezu jedem Schreibtisch problemlos Platz und bietet trotzdem zahlreiche Zusatzfunktionen.

Oben links befinden sich drei frei belegbare Tasten. Oben rechts findet ihr Multimedia-Tasten inklusive eines Lautstärkerads. Oberhalb des Nummernblocks befinden sich außerdem drei weitere Tasten: die AI-Prompt-Taste, die standardmäßig Razers KI-Funktion startet, aber frei belegt werden kann, die HyperSpeed-Taste sowie die Bluetooth-Taste, mit der ihr zwischen drei gekoppelten Geräten wechseln könnt. Zusätzlich gibt es noch die Akkutaste. Ein kurzer Tastendruck zeigt den aktuellen Akkustand über die LEDs des Nummernblocks an, während ein längerer Tastendruck den Energiesparmodus aktiviert.

Werbung

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed blau beleuchtet

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed blau beleuchtet – Bild: René Nikel

Die Switches

Razer setzt nicht auf die klassischen Cherry-MX-Switches, sondern verwendet eigene Schalter, welche speziell für Razer entwickelt wurden. Bei der BlackWidow V4 Low-Profile kommen Green, Yellow und Orange-Switches zum Einsatz.

Vergleicht man diese mit Cherry, entsprechen die Green ungefähr den MX Blue, die Orange den MX Brown und die Yellow den MX Red.

Werbung

Welche Variante besser oder schlechter ist, lässt sich kaum beantworten. Das hängt letztendlich von eurem persönlichen Geschmack und Einsatzzweck ab.

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed RGB-Feuereffekt

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed RGB-Feuereffekt – Bild: René Nikel

Das Arbeiten im Alltag

Meine letzten beiden Tastaturen waren die SteelSeries Apex Pro mit Hall-Effect-Switches und zuletzt die CHERRY MX 3.0S Wireless mit MX Brown.

Werbung

Wenn es ausschließlich ums Gaming geht, kommt für mich aktuell kaum ein anderer Switch an Hall-Effect-Schalter heran. Beim täglichen Arbeiten oder Schreiben tun sich jedoch viele, mich eingeschlossen, mit linearen Hall-Effect oder MX Red Switches etwas schwer. Ich neige damit deutlich häufiger zu Tippfehlern, was beispielsweise beim Programmieren in Visual Studio eher ungünstig ist.

Die MX Blue bieten durch ihren taktilen Druckpunkt bereits ein besseres Schreibgefühl, während die MX Brown für mich den besten Kompromiss aus Lautstärke und taktilem Feedback darstellen.

Für meinen Test erhielt ich die BlackWidow V4 Low-Profile mit den Orange-Low-Profile-Switches und ich muss sagen: auf dieser Tastatur schreibt es sich einfach traumhaft.

Werbung

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed gelb beleuchtet

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed gelb beleuchtet – Bild: René Nikel

Das Gaming

In Razer Synapse gibt es die Möglichkeit, zwischen einem Tipp und einem Gaming-Modus zu wechseln. Im Gaming-Modus wird die Auslösung der Tasten etwas früher erkannt.

Der Unterschied fällt zwar eher subtil aus, kann aber in Spielen wie Counter-Strike 2, Valorant, Overwatch 2, DOOM: The Dark Ages, Battlefield 2042 oder Escape from Tarkov durchaus einen kleinen Vorteil bringen. Allein durch die niedrige Bauhöhe der Low-Profile-Tasten könnten genau diese wenigen Millisekunden im entscheidenden Moment den Unterschied machen.

Werbung

Zum Schreiben würde ich allerdings den Tipp-Modus empfehlen. Andernfalls kann es schneller passieren, dass eine Taste versehentlich doppelt ausgelöst wird.

Insgesammt fühlte sich die Tastatur beim Gamen angenehm direkt an. Durch den kurzen Tastenhub lassen sich Richtungswechsel und schnelle Bewegungen sehr präzise ausführen.

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed bunt beleuchtet

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed bunt beleuchtet – Bild: René Nikel

Werbung

Die Tipplautstärke

Die BlackWidow V4 Low-Profile fällt etwas lauter aus als andere Razer-Tastaturen. Zwar besitzen Razer-Tastaturen bereits ab Werk eine gute Dämpfung, die etwas höhere Lautstärke dürfte jedoch der Low-Profile-Bauweise geschuldet sein.

Trotzdem arbeitet sie noch immer leiser als meine CHERRY MX 3.0S Wireless mit zusätzlichen O-Ring-Dämpfern.

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed grün beleuchtet

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed grün beleuchtet – Bild: René Nikel

Werbung

Low Profile oder normale Tastatur?

Meiner Meinung nach ist das Tippgefühl auf einer Low-Profile-Tastatur wie der BlackWidow V4 einfach fantastisch und einer herkömmlichen Tastatur überlegen. Das Schreiben fühlt sich direkter und präziser an.

Natürlich hängt die Wahl immer vom persönlichen Einsatzzweck ab. Wenn euch ein starkes taktiles Feedback wichtig ist und euch die BlackWidow V4 Low-Profile zu laut erscheint, könnte eine klassische Tastatur von Razer mit höherem Tastenhub besser geeignet sein.

Seid ihr dagegen hauptsächlich Gamer und könnt auf taktiles Feedback verzichten, solltet ihr euch unbedingt Tastaturen mit Hall-Effect-Switches ansehen.

Werbung

Die Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit hängt stark von der eingestellten RGB-Beleuchtung und der täglichen Nutzung ab.

Meiner Erfahrung nach hält der Akku bei einer Helligkeit von etwa 25 bis 35 Prozent ungefähr eine Woche durch. Da die Beleuchtung den größten Einfluss auf den Stromverbrauch hat, fällt die Laufzeit bei höherer Helligkeit oder aufwendigeren RGB-Effekten entsprechend geringer aus.

Solltet ihr die Tastatur ohnehin hauptsächlich am Desktop-PC verwenden, würde ich empfehlen, sie einfach dauerhaft per Kabel angeschlossen zu lassen.

Werbung

BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed grüner Effekt

BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed grüner Effekt – Bild: René Nikel

Der Energiesparmodus

Grundsätzlich finde ich einen Energiesparmodus bei kabellosen Geräten sinnvoll. Leider lässt sich dieser in Synapse nicht anpassen.

Das bedeutet, dass die Abfragerate automatisch auf 250 Hz reduziert wird, die RGB-Beleuchtung vollständig deaktiviert wird und HyperSpeed ebenfalls abgeschaltet wird. Nutzt ihr mehrere Razer-Geräte über HyperSpeed, steht diese Funktion im Energiesparmodus somit nicht mehr zur Verfügung, da nur noch Bluetooth aktiv ist.

Werbung

Die visuelle Akkuanzeige per Tastendruck gefällt mir hingegen sehr gut. Den Energiesparmodus selbst finde ich allerdings weniger gelungen.

Ich habe mir deshalb einfach ein eigenes Profil namens „Akku“ erstellt. Dort läuft die Beleuchtung mit 35 Prozent Helligkeit und wird nach fünf Minuten gedimmt. So umgehe ich den aus meiner Sicht etwas unglücklich umgesetzten Energiesparmodus.

Razer Synapse

Hier kommt mein größter Kritikpunkt.

Werbung

Ich hatte bereits einige Razer-Produkte und bin mit Synapse nie wirklich warm geworden. Angefangen beim Kontozwang bis hin zu einer Benutzeroberfläche, die meiner Meinung nach teilweise überladen wirkt.

Dazu kommen einige kleinere Bugs. Nutzt ihr die Tastatur kabellos und aktiviert den WLAN-Energiesparmodus, schaltet sich die RGB-Beleuchtung anschließend nicht mehr automatisch ein. Hier hilft meist nur ein Profilwechsel oder das kurze Umschalten auf den Kabelmodus und wieder zurück.

Dasselbe Verhalten tritt teilweise auch im Kabelbetrieb auf, wenn sich die Beleuchtung nach einer festgelegten Zeit automatisch ausschaltet.

Werbung

Auch dass HyperSpeed im Energiesparmodus deaktiviert wird, gefällt mir persönlich nicht besonders, da der Modus bei mehreren Razer-Geräten dadurch an Sinn verliert.

Außerdem stört mich, dass sich meine gespeicherten Profile ohne Synapse nicht abrufen lassen. Zwar verfügen die meisten Razer-Tastaturen über einen Onboard-Speicher und funktionieren selbstverständlich auch ohne installierte Software. Sogar einige Standardbeleuchtungen lassen sich per Tastenkombination auswählen.

Möchtet ihr jedoch auf eure gespeicherten Profile oder sämtliche Funktionen zugreifen, kommt ihr an Razer Synapse nicht vorbei. Gerade für Nutzer, die ihre Tastatur an mehreren PCs verwenden möchten, ist das eine unnötige Einschränkung.

Werbung

Um aber nicht nur Kritik zu üben, Synapse bietet nahezu jede Einstellung, die man sich wünschen kann. Trotz einiger Schwächen handelt es sich insgesamt um eine sehr umfangreiche und leistungsfähige Software.

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed Synapse

Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed Synapse – Bild: René Nikel

Mein Fazit

Da die Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed meine erste Low-Profile-Tastatur ist, die ich testen durfte, bin ich insgesamt wirklich positiv überrascht. Das Einzige, was ich etwas vermisse, ist eine Handballenauflage. Diese gibt es allerdings sowohl von Razer als auch von vielen anderen Herstellern separat zu kaufen.

Werbung

Trotz ihres kompakten Formfaktors bietet sie zahlreiche Zusatztasten und überzeugt mit einem äußerst direkten, präzisen und angenehmen Schreibgefühl. Für rund 180 Euro bekommt ihr eine hervorragend ausgestattete Tastatur. Auch wenn ich einige kleinere Kritikpunkte habe, kann ich sie jedem empfehlen, der eine Tastatur für den Alltag und gelegentliches Gaming sucht.

Hast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein !

Fragen & Antworten

  • Diese Fragen wurden geklärt
Bewertung von René Nikel
Sehr Gut
8

Die Razer BlackWidow V4 Low-Profile HyperSpeed überzeugt mit einem hervorragenden Tippgefühl. Lediglich Synapse verhindert die Bestnote.

  • Hervorragendes Tippgefühl
  • Sehr hochwertige Verarbeitung
  • Viele frei belegbare Zusatztasten
  • Gute Akkulaufzeit
  • Unterstützung für HyperSpeed und Bluetooth
  • Praktische Akkuanzeige
  • Angenehme Low-Profile-Bauweise
  • Razer Synapse mit kleineren Bugs
  • Gespeicherte Profile ohne Synapse nicht nutzbar
  • Energiesparmodus wenig flexibel
  • Hoher Preis

Kategorie(n)

Mehr entdecken

Weiterlesen