Selbst der Schöpfer von „Prince of Persia“ ist enttäuscht: „Sands of Time“-Remake hinterlässt offene Wunden
Jordan Mechner reagiert emotional auf die überraschende Einstellung des Remakes und erinnert daran, was Spielabbrüche für Entwickler wirklich bedeuten.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Die Einstellung des Prince of Persia: The Sands of Time Remakes hat viele Fans getroffen. Doch besonders schwer wiegt die Reaktion eines Mannes, der die Serie überhaupt erst erschaffen hat: Jordan Mechner. In einem neuen Blogeintrag äußert sich der Schöpfer von Prince of Persia ungewöhnlich offen, persönlich und ernüchtert über das Aus des Projekts und macht klar, dass es hier um weit mehr geht als um ein einzelnes Spiel.
Die Entscheidung fiel im Zuge einer umfassenden Restrukturierung bei Ubisoft, bei der mehrere laufende Projekte beendet wurden. Das „Sands of Time“-Remake, jahrelang in Entwicklung, quasi fertig und mehrfach verschoben, wird nie erscheinen. Für Mechner ist das nicht nur eine kreative Enttäuschung, sondern auch ein Déjà-vu.
„Das ist eine brutale Erfahrung“, so der Schöpfer von Prince of Persia
Mechner hatte gehofft, das neue Jahr mit guten Nachrichten zu beginnen, stattdessen musste er das Ende eines Projekts kommentieren, das ihm persönlich viel bedeutet. In seinem Blog schreibt er, er habe sein erstes Posting 2026 eigentlich dem Release des Remakes widmen wollen. Stattdessen sende er nun sein Mitgefühl an das Entwicklerteam in Montreal (Kanada).
Besonders eindrücklich ist, wie Mechner beschreibt, was eine solche Absage für Entwickler bedeutet. Spiele würden nicht einfach „eingestellt“, sie würden abgebrochen, oft nach Jahren harter Arbeit. Für jüngere Teammitglieder könne das besonders verheerend sein: Viele Jahre Einsatz, Crunch, Wochenenden im Studio und am Ende bleibt kein fertiges Werk, das man im Lebenslauf zeigen kann.
Mechner spricht bewusst von Verlust und Trauer. Worte, die in der Öffentlichkeit oft als übertrieben abgetan werden, für Kreative aber Realität sind.

Prince of Persia: The Sands of Time erschien ursprünglich im November 2023 für PS2, Xbox, GameCube, PC und Game Boy Advance. – Bild: Ubisoft
Eine Branche, die ihre Schattenseiten zeigt
Die Absage des Remakes legt erneut offen, wie gnadenlos die Spieleindustrie sein kann. Projekte werden nicht immer wegen schlechter Qualität eingestellt, sondern häufig aus wirtschaftlichen oder strategischen Gründen. Für Außenstehende ist das eine nüchterne Business-Entscheidung. Für Entwickler das Ende von etwas, das sie emotional mitgetragen haben.
Mechner selbst sagt, genau solche Momente hätten ihn dankbar gemacht, sich in den letzten Jahren stärker auf Bücher und Kunst konzentriert zu haben. Dort seien Budgets kleiner, Risiken überschaubarer und die kreative Kontrolle größer. Ein bemerkenswerter Satz von jemandem, der einst eines der wichtigsten Action-Adventures der Spielegeschichte geschaffen hat.
Die Stimme der Beteiligten wird lauter
Mechner ist nicht allein mit seiner Enttäuschung. Die Schauspielerin Eman Ayaz sprach in ihrem YouTube-Kanal über ein „abgesagtes Projekt“. Aufgrund ihrer Geheimhaltungsklausel durfte sie nicht verraten, dass es sich um Prince of Persia: Sands of Time handelte. Aber es passt alles zusammen, was sie sagt und vor allem der Zeitpunkt.
„Und diese Woche habe ich im Internet erfahren, dass das Projekt abgebrochen wurde“, so Ayaz. „Mein Bruder hat mich über WhatsApp kontaktiert und gefragt, ob alles in Ordnung sei. Ich antwortete: ‚Ja, alles gut. Warum sollte es nicht in Ordnung sein?‘ Daraufhin schickte er mir einen Link zu einem Artikel. Dort las ich, dass das Projekt endgültig auf Eis gelegt wurde.“ (transkribiert von TheGamer.com)
YouTube-Video
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Solche Reaktionen zeigen, wie groß die emotionale Fallhöhe bei AAA-Produktionen geworden ist. Je länger ein Spiel in Entwicklung ist, desto härter trifft sein Ende.
Trotz allem: Hoffnung für Prince of Persia
Trotz der Enttäuschung blickt Mechner nicht nur zurück, sondern auch nach vorn. Er erinnert daran, dass die Serie zuletzt durchaus Lichtblicke hatte. Prince of Persia: The Lost Crown (DG-Score 10/10) wurde von Fans und Kritikern positiv aufgenommen und zeigten, dass die Marke noch immer lebt. Unser Tester, Manuel, sagte über den Titel Anfang 2024: „Ein absoluter Videospieltiteltreffer, welcher in keiner Metroidvania Reihe fehlen darf!“
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So zuversichtlich wie unser Test zu „The Lost Crown“ ist auch die Einstellung von Jordan Mechner zur Zukunft von Prince of Persia. Seine Zuversicht gründet allerdings weniger auf Ubisoft als Unternehmen, sondern auf der Community und den Entwicklern, die sich seit Jahrzehnten um Prince of Persia scharen. Leidenschaft, Talent und Ausdauer seien noch immer da und hätten die Serie schon öfter durch schwierige Phasen getragen.
Ein Mahnmal für die Branche?
Das Ende des „Sands of Time“-Remake ist mehr als eine weitere Ubisoft-Schlagzeile. Es ist ein Symbol für eine Branche im Umbruch, in der selbst ikonische Namen und sichere Nostalgie-Projekte keine Garantie mehr sind.
Dass ausgerechnet der Erfinder von Prince of Persia daran erinnert, wie schmerzhaft solche Entscheidungen sind, verleiht der Debatte eine gewisse Emotionalität, die wir oft vergessen. Für Fans bleibt die Enttäuschung. Für Entwickler bleibt die Hoffnung, dass ihre Arbeit (irgendwann) gesehen wird.
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