Microsoft zieht DMCA zurück: Minecraft-Klon „Allumeria“ ist wieder auf Steam
Nach einer urplötzlichen Copyright-Beschwerde gegen das Indie-Spiel Allumeria macht Microsoft einen Rückzieher, ganz ohne Gerichtsdrama.
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Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Was für eine Achterbahnfahrt für Indie-Entwickler Unomelon. Erst durfte sein „voxelbasiertes“ Sandbox-Spiel Allumeria beim Steam Next Fest antreten, dann verschwand es plötzlich komplett von der Plattform. Der Grund: Eine DMCA-Beschwerde im Namen von Microsoft, die eine Urheberrechtsverletzung gegenüber Minecraft geltend machte.
Jetzt die überraschende Wende: Microsoft hat die DMCA zurückgezogen. Das Spiel ist wieder online. Und das Beste für den Entwickler? Er musste nicht einmal eine Gegenklage einreichen.
Auf Discord schrieb Unomelon, wie PCGamer.com berichtet: „Microsoft hat den Copyright-Claim zurückgezogen. Ich musste nichts unternehmen. Steam-Seite und Spiel sind vollständig wiederhergestellt und es besteht keine Gefahr einer Klage.“
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Ein Albtraum mit Happy End also. Doch was ist überhaupt passiert?
Warum wurde Allumeria überhaupt entfernt?
Die ursprüngliche DMCA-Beschwerde behauptete, Allumeria nutze Inhalte aus Minecraft ohne Genehmigung. Laut Valve-Mail verwies Microsoft dabei auf Gameplay und Assets.Optisch ist die Inspiration nicht zu übersehen. Allumeria ist ein lo-fi Voxel-Sandbox-Spiel mit prozedural generierter Welt. Wer es sieht, denkt sofort an Minecraft. Aber: Voxel-Grafik allein ist kein exklusives Recht. Seit über einem Jahrzehnt existieren unzählige Spiele, die das Baukasten-Prinzip nutzen.
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Interessant ist zudem der Hinweis des Entwicklers, dass die Meldung möglicherweise durch ein automatisiertes Claim-System namens „Tracer.AI“ ausgelöst wurde. Heißt übersetzt: Vielleicht war es kein menschlicher Jurist, sondern ein Algorithmus, der Alarm geschlagen hat. Valve entfernt Spiele bei einer DMCA automatisch, erst danach beginnt das juristische Pingpong.
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Die Situation wirft eine berechtigte Frage auf: Warum trifft es manche Projekte und andere nicht? Spiele wie Hytale oder Vintage Story orientieren sich ebenfalls stark am Minecraft-Prinzip. Doch öffentliche rechtliche Schritte von Microsoft? Fehlanzeige.
Gerade der Entwickler von Vintage Story, Tyron, bezeichnete die DMCA gegen Allumeria auf X.com als „lächerlich“ und forderte eine offizielle Stellungnahme von Mojang Studios. „Das ist absurd. Grafik und Code sind komplett original, es wird nicht einmal dieselbe Programmiersprache verwendet“, so der Entwickler. Es zeigt einmal mehr, wie unklar die Grenze zwischen Inspiration und Urheberrechtsverletzung in der Spielebranche sein kann.
Was wäre passiert, wenn Microsoft nicht zurückgezogen hätte?
Unomelon hätte eine sogenannte DMCA-Counter-Notice einreichen können. Danach hätte Microsoft zehn Tage Zeit gehabt, ein Gerichtsverfahren einzuleiten. Ohne Klage wäre das Spiel automatisch wiederhergestellt worden. Doch so weit kam es gar nicht. Microsoft zog den Claim offenbar eigenständig zurück, ohne öffentliche Erklärung.
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Was von der Geschichte übrig bleibt? Keine Anwaltskosten. Keine Unsicherheit. Kein Rechtsstreit. Für die Branche bleibt jedoch ein ungutes Gefühl: Automatisierte Copyright-Systeme können Existenzen bedrohen, bevor ein Mensch überhaupt genauer hinschaut.
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Allumeria ist nun wieder auf Steam verfügbar (zumindest die Demo-Version) und darf weiterhin um Aufmerksamkeit gegen tausende andere Games kämpfen. Vielleicht bekommt es durch die ganze Geschichte sogar mehr Sichtbarkeit als zuvor.
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