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Artikel von Klaus Kainz +
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Jetzt schon ist der Release-Kalender für den Herbst vollgepackt mit etlichen potenziellen Hits. Frische Marken wie The Blood of Dawnwalker könnten es daher besonders schwer haben, aus der Masse herauszustechen. Allerdings kann das zuständige Studio Rebel Wolves ein beachtliches Resümee vorweisen. Immerhin setzt sich das 2022 gegründete Studio aus Gaming-Veteranen zusammen, die maßgeblich an The Witcher 3 und Cyberpunk 2077 beteiligt waren.

Tatsächlich mag The Blood of Dawnwalker oberflächlich an den alten Hexer erinnern und bedient sich mechanisch bei anderen Open-World-Titeln. Als vollwertiges Vampir-Rollenspiel hat es aber auch ein paar Eigenheiten, durch die es sich spielerisch abheben kann. Wir durften für dieses The Blood of Dawnwalker Preview den Titel jetzt schon vier Stunden lang ausführlich anzocken und an dieser Stelle unsere ersten Eindrücke verraten.

Worum geht es bei The Blood of Dawnwalker?

The Blood of Dawnwalker, Kampfsystem © Bandai Namco

The Blood of Dawnwalker, Kampfsystem © Bandai Namco

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Das Leben in den fiktiven Karpaten von The Blood of Dawnwalker könnte durchaus besser laufen. In der Familie von Titelheld Coen leidet die Mutter an einer unheilbaren Krankheit, die Pest breitet sich aus und im Bauernstand hat man es ohnehin nicht leicht. Und dann herrschen in den Bergen seit einer Weile auch noch Vampire. Diese sogenannten Vrakhiri sind mit dem Dorf einen gruseligen Deal eingegangen: Sie bekommen das Blut der Einwohner, heilen sie dafür aber von Krankheiten. Blöd nur, dass die Blutsauger schnell jähzornig sind – und es nach einem Fauxpas auf Coens Familie abgesehen haben.

Coen wird schließlich transformiert, kann aber tagsüber als Mensch weiterleben – nur nachts wird er zum Vampir. Die Hauptgeschichte rund um die entführte Familie wirkt zwar ein wenig pathetisch. Etwas kurios sind auch manche Charaktermodelle; Coens Vater sieht beispielsweise gleich alt aus wie der Sohnemann. Dafür überzeugten bisher aber die Stimmung und die audiovisuelle Gestaltung der düsteren Berglandschaften.

The Blood of Dawnwalker, Coen © Bandai Namco

The Blood of Dawnwalker, Coen © Bandai Namco

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Obwohl es sich bei Rebel Wolves um ein dediziert kleineres Team als beispielsweise CD Projekt Red handelt, hinkte der Titel – zumindest anfangs – anderen Open Worlds grafisch nicht hinterher. Die Stimmung in den Bergen findet eine gute Balance zwischen Idylle und ein wenig Unbehaglichkeit. Auch der Soundtrack hebt die Atmosphäre, wobei das Orchester aus Polen vor allem klassische Instrumente wie Geigen und Zithern benutzt – aber gelegentlich auch ein wenig damit poltert.

The Blood of Dawnwalker Preview – so spielt sich das Vampir-Rollenspiel mit Doomsday-Uhr

30 virtuelle Tage haben Spieler dann Zeit, bevor Coens Familie den Vampiren zum Fraß vorgeworfen wird. Aber keine Angst vor Stress: Bei der Zeit handelt es sich gewissermaßen um eine verbrauchbare Ressource, nicht um einen tickenden Countdown. Jeder Tag in der Beta-Version bestand bisher aus insgesamt acht Einheiten. Werden Quests erledigt oder besonders starke Skills aufgelevelt, werden meistens ein oder zwei Einheiten abgeknipst. Dazwischen gibt es quasi keine zeitlichen Beschränkungen, um die Welt abzuklappern.

The Blood of Dawnwalker, Menü © Bandai Namco

The Blood of Dawnwalker, Menü © Bandai Namco

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Als „narrative Sandbox“ wird Dawnwalker beworben. Es soll ganz den Spielern überlassen werden, mit welchen Quests man die Tage verbringt, welche NPCs sterben oder überleben und ob Coen lieber als Vampir oder Mensch vorgehen soll. Viele verschiedene Enden soll es dabei auch geben. Perfektionisten könnte das zwar abschrecken. Denn der Titel ist nicht darauf ausgelegt, innerhalb dieses virtuellen Monats alle Quests zu machen. Allerdings sorgt das für ein erfrischendes RPG-Konzept. Immerhin könnte sich so jedes Durchspielen anders anfühlen, jeder Spieler könnte eine ganz eigene Geschichte für Coen bauen.

Zumindest die Intro-Stunden fühlten sich durchaus frei an. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann beispielsweise den ersten Tag im Dorf mit der Familie verbringen. Wer abenteuerlustiger ist, stolpert in den Wäldern vielleicht in einen Tempel. Innerhalb der Quest gibt es auch einige Optionen. Züchtigt man einen Rüpel im Dorf selbst oder lässt den Vater Hand anlegen – oder versucht man, die Situation zu deeskalieren? Je nach Entscheidung fallen gleich zu Beginn manche NPCs den Vampiren zum Opfer oder eben nicht. Wie stark die Auswirkungen auf die Story langfristig sind, war aber noch nicht abschätzbar.

Die Welten von Dawnwalker

The Blood of Dawnwalker, NPC © Bandai Namco

The Blood of Dawnwalker, NPC © Bandai Namco

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Eine weitere Besonderheit ist der Tag-Nacht-Wechsel. Je nach Tageszeit, also ob Coen ein Vampir oder Mensch ist, sollen Questziele unterschiedlich erreicht werden. Allerdings zeigten sich auch in der Open World kleine Unterschiede zwischen den Formen. Nur nachts kann Coen etwa die Open-World-typischen Türme erklimmen und auf Wänden laufen oder sich hinter Gegner teleportieren. Als Vampir ist es gleichzeitig immer wieder notwendig, entweder wilden Tieren oder Gegnern das Blut abzusaugen. Eine einfallsreiche Mechanik ist dabei der Blutdurst. Spricht Coen die NPCs mit zu viel Hunger an, verwandeln sich manche Dialogoptionen in unkontrollierbare Fressattacken.

Beim Weltendesign gibt sich der Titel klassisch, so einfallsreich die vampirischen Fähigkeiten auch sein mögen. Denn The Blood of Dawnwalker scheint Spieler nicht natürlich mit auffälligen Kulissen durch die Welt zu lenken, wie in Zelda oder Elden Ring. Stattdessen war das Erkunden ohne Map-Markierungen nur schwer möglich, besonders bei Nacht, ähnlich wie bei  Ubisoft. Dadurch könnte es sich zwar nach einer Weile potenziell nach Open-World-Checkliste anfühlen. Allerdings dürften die freie Questwahl und die Dringlichkeit der Story diesem Gefühl entgegenwirken.

The Blood of Dawnwalker Gameplay – Erkundung und Kämpfe

Für kleinere Settings gibt es einen Detektiv-Modus, ähnlich wie bei The Witcher 3 oder Batman, um gelbe Indizien abzuklappern. Sehr anspruchsvoll war das zu Beginn noch nicht. Es besteht aber das Potenzial, hier mit übernatürlichen Fähigkeiten Abwechslung zu bieten. Coen kann beispielsweise mit den Seelen von Leichen reden, um neue Hinweise zu sammeln.

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The Blood of Dawnwalker © Bandai Namco

The Blood of Dawnwalker © Bandai Namco

Dann war da noch das Kampfsystem. Man kann wie üblich abwägen, welches Equipment die besten Stats hat und ob es sinnvoller ist, Vampir-Fähigkeiten auszubauen oder doch lieber kleine Zauber und Robustheit im Kampf. Das Spiel verlangt auf dem normalen Schwierigkeitsgrad aber definitiv auch gute Reflexe und schlägt in eine Kerbe mit Action-RPGs. Greifen Gegner an, taucht ein kleines Ringmenü mit vier Richtungen auf. Für eine korrekte Abwehr muss dann rechtzeitig der Stick in die angezeigte Richtung gehalten werden. Blockt man besonders kurz vor dem Aufprall, stößt man die Gegner zurück.

Besonders in Duellen motiviert das. Gegen größere Gegnergruppen in der Open World verlangen die Kämpfe aber auch einiges ab. Eine Lernkurve ist durchaus da, wobei diese im finalen Spiel mit smarten Builds und gutem Equip nicht lange allzu steil sein dürfte. Am 3. September will Bandai Namco das düstere Fantasy-Abenteuer für PS5, Xbox Series und PC auf den Markt bringen.

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