Joseimuke vs. Otome: Wo liegt der Unterschied?
Zwischen Herzklopfen und Selbstprojektion: Eine Orientierungshilfe durch weiblich adressierte Mediengenres.
Eva Krumm Evas erste Gaming-Erfahrung war Pokémon auf dem Game Boy - ein prägendes Erlebnis, das ihre Leidenschaft für Videospiele entfacht hat. Zusammen mit ihrem Großvater entdeckte sie die Regenbogenstrecke in Mario Kart auf dem SNES, ein Moment, den sie bis heute mit Gaming verbindet. Besonders angetan haben es ihr JRPGs, Otome-Games und Horror, doch auch Indie-Perlen gehören zu ihrem festen Repertoire. Abseits des Spielens verfolgt sie mit Begeisterung aktuelle Entwicklungen in der Gaming-Szene und teilt ihre Eindrücke als Chefredakteurin bei DailyGame.
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Der Unterschied zwischen Joseimuke und Otome kann etwas verwirrend sein, weswegen ich hier einmal versuchen werde zu erklären, was sie bedeuten und wie man sie genau einordnet.
Bei Joseimuke handelt es sich um einen Oberbegriff für Medien, die sich an Frauen richten. Übersetzt heißt es so viel wie „an Frauen gerichtet“. Darunter fallen zum Beispiel Otome Games, Boys Love, Shoujo-Manga und ähnliche Formate. Es ist also ein allgemeiner Sammelbegriff für Inhalte, die mit einem Fokus auf ein weibliches Publikum produziert wurden. Das bedeutet natürlich nicht, dass diese Inhalte nicht auch Männer begeistern können – ähnlich wie Shonen-Manga und -Anime zwar für Jungen gedacht sind, aber auch viele weibliche Fans haben.
Otome: Romantik aus der Sicht einer Heldin
Otome hingegen lässt sich mit „an junge Damen gerichtet“ übersetzen. Es umfasst Medien, in denen wir uns in eine weibliche Hauptfigur hineinversetzen, um männliche Charaktere zu erobern. Dazu gehören klassischerweise Otome Games. BL-Games fallen also nicht unter Otome, wohl aber unter Joseimuke. In Otome sind deutliche romantische Elemente eingebaut, die sie von anderen Titeln unterscheiden, in denen der Fokus nicht auf dem Aufbau einer Liebesbeziehung liegt.
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Ein weiteres Genre, das unter Joseimuke fällt, aber etwas schwerer zu greifen ist, nennt sich Yumemuke, also „an Träumer gerichtet“. Hier steht häufig eine Figur im Fokus, die im Originalwerk nicht existiert – zum Beispiel in Fanfiction, in der ein Originalcharakter mit einem bestehenden Charakter (egal ob männlich oder weiblich) eine Beziehung eingeht. Ob die Romanze hetero- oder homosexuell ist, spielt dabei keine Rolle. Für diesen Beitrag lasse ich Yumemuke jedoch bewusst außen vor.
Wenn die Grenzen verschwimmen
Der Grund, warum diese Definitionen manchmal so verwirrend sind, liegt darin, dass die Grenzen nicht immer klar gezogen werden können. Spiele wie zum Beispiel B-Project: Ryusei*Fantasia oder Idolish7 haben zwar eine Protagonistin, die eine männliche Idol-Gruppe managt, aber es kommt zu keinen echten romantischen Beziehungen. Dennoch gibt es Momente, die Herzklopfen auslösen können – ein Merkmal, das eigentlich typisch für Otome Games ist. Gerade Mobile Games vermischen solche Elemente sehr stark, wodurch es oft schwer zu sagen ist, ob es sich nur um Joseimuke handelt oder ob es bereits unter Otome fällt.
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Die Übersetzungen der Genre-Bezeichnungen machen es anfangs nicht leicht, den Unterschied zu verstehen. Der Grad zwischen „an Frauen gerichtet“ und „an junge Damen gerichtet“ ist sprachlich sehr schmal. Erst wenn man sich mit den Definitionen näher beschäftigt und in verschiedene Medien hineinschnuppert, wird das Bild klarer.
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Also nochmal in kurz zusammen gefasst. Joseimuke ist der Oberbegriff für Medien, die sich an Frauen richten:
- Otome
- Shojou-Manga (Fruits Basket, Kimi ni Todoke, Ouran Highschool Host Club, etc.)
- BL-Games und -Manga (Voice Love on Air, Dramatical Murder, etc.)
- Games mit weibliche Hauptcharakter ohne Romanze (B-Project Ryusei*Fantasia, I*CHU: Chibi Edition, etc.)
Otome ist ein Subgenre innerhalb von Joseimuke mit romantischem Fokus:
- Amnesia: Memories
- Collar x Malice
- Hakuoki
- etc
Ich hoffe, damit ist etwas klarer geworden, was der Unterschied zwischen Joseimuke und Otome ist. Da Otome-Games immer beliebter werden und mittlerweile auch regelmäßig neue Titel im Westen erscheinen, wächst die Fangemeinde stetig.
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