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Gamer-Blog: Ist der Destiny 2-Entwickler, Bungie, wirklich frei?

Wo geht der Weg mit Destiny 2 hin?

Das sich Bungie, der Entwickler von Destiny 2, von Activision diese Woche losgelöst hat bleibt sicherlich in den Geschichtsbüchern von 2019 hängen. Zumindest für jene Bücher, die sich mit Videospielen beschäftigen. Im noch jungen Jahr 2019 gleich solch einen „Big Bang“ zu erleben – wow! Doch wo geht die Reise für den einstigen Halo- und nun Destiny-Entwickler hin?

„Bungie hat sich aus der Publisher-Schlinge befreit“, so könnte man es kurzum erklären. Der Destiny 2-Entwickler ist nun unabhängig und behält auch noch die Rechte für seine Spielemarke weiter. Damit hätte wohl niemand von uns gerechnet. Doch, wenn man es nüchtern betrachtet, und Bungie die letzten Jahrzehnte ein wenig verfolg, dann weiß man wie der Spieleentwickler wirklich tickt.

Bei Activision gibt es einen strengen Fahrplan, und dieser bringt Umsatz. Mit der Call of Duty-Reihe haben die Amerikaner eine mächtige Spielemarke, welche jedes Jahr in Rotation einen neuen Shooter auf den Markt bringt, welcher gleich einmal in einer Startwoche eine halbe Milliarde US-Dollar Umsatz einbringt. Und wenn das nur 450 Millionen wären, würden gleich die ersten Köpfe rollen.

Wie das kreative Studio von Bungie da hineingepasst hat? Nach Microsoft war ihnen da alles recht? – Nun ja, immerhin kann man sagen dass man im 10-Jahres-Takt bleibt, wenn es um Publisher-Wechsel geht.

Die Hüter sind nun ohne Publisher am Markt. Ob das gut geht?

Bungie ist unabhängig

Zuerst entwickelte man ein Jahrzehnt für Microsoft exklusiv Halo-Games, dann wieder rund ein Jahrzehnt für Activision Destiny-Spiele, davor war man schon alleine. So oder so war man immer an der kurzen Leine und musste sich mit seinem Publisher absprechen. Das möchte der Entwickler Bungie nicht mehr machen, immerhin soll man nach der Beendigung des Activision-Vertrages sogar Champagner ausgegeben haben… Mit den Geldern durch die Destiny-Erlöse ist man anscheinend in der Lage sich selbst zu verwalten und zu finanzieren. Die Frage ist, ob das tatsächlich der beste Weg für sie ist.

Oder sollten sie sich erneut einen Publisher anschließen? Kehrt man gar zu Microsoft zurück? Oder sollte man mit Sony zusammenarbeiten und sich erstklassigen First-Party-Entwicklern wie Naughty Dog zukünftig messen? Oder probiert man gar etwas Neues und arbeitet mit Nintendo zusammen und entwickelt einen erstklassigen Handheld-Shooter?

“Nein, so einfach macht es Bungie sicherlich nicht”, glaubt DailyGame.

Die Frage ist komplizierter und lässt sich von Fanboy-Kriegen nicht provozieren. Bungie ist und bleibt ein komplizierter, sprunghafter und genialer Haufen an Spieleentwicklern!

Wurscht, welcher Publisher jetzt kommt!

Egal ob Bungie mit Microsoft, Activision, Sony, Nintendo oder EA, Ubisoft, SEGA oder sonst wem zusammenarbeitet, es wäre alles zum Scheitern verurteilt. Erinnern wir uns weit zurück, bis zur Entwicklung von Halo 2. Man verwarf hinter den Kulissen monatelange Arbeit in Sachen Story- und Gameplay, weil man damit nicht zufrieden war, auch mit der Tatsache, dass man den Releasetermin nicht halten konnte. Bei Destiny machte man es ähnlich – obwohl man „die Story“ bei diesem Titel auch wirklich suchen muss.

Das Problem liegt einfach gesagt in der Kultur von Bungie. Man ist nicht so zielstrebig wie andere, vielleicht kann man der Führung auch „Schwäche“ nachsagen, aber im kreativen Prozess lassen sie sich nicht stören. Man verwirft lieber 5 vor 11 ein ganzes Konzept, bevor man sich dafür vor seinen Fans schämen muss. Umgangssprachlich spricht man von „Eiern in der Hose haben“. Und wenn es ein „Eier-Rating“ bei Spieleentwicklern gäbe, dann wäre Bungie weit oben, vielleicht sogar in den Top 3. Und damit macht man sich bei Spielepublishern, die finanzielle Verpflichtungen gegenüber ihren Investoren haben, nicht gerade beliebt. Der Konflikt ist also mehr als vorprogrammiert! Auch wenn der Prozess zweifellos für alle Spieleentwickler kein leichter ist, Bungie’s Leute gehen auch nicht immer die einfachsten Wege. Dafür sind sie bekannt.

Wir hätten auch kein Problem damit, wenn sich Bungie der Entwicklung von Halo Infinite bei 343 anschließen würde…

Starke Fanbase!

Egal ob Halo oder Destiny: Bungie schaffte es immer ein Millionen-Publikum auf seine Seite zu ziehen. Diese starke Fanbase hat auch kein Problem damit, dass Bungie nicht unbedingt der „schnellste Spieleentwickler“ aller Zeiten ist. So hat Activision oftmals nachgeholfen, indem man „Aushilfe“ in Form von Inhaltsentwicklung anderen Studios hat machen lassen. Die Destiny 2-Erweiterung „Warmind“ zum Beispiel stammt von Beenox. Die PC-Portierung von Destiny 2 von Vicarious Visions, einem anderen Activision-Studio. Jetzt da Bungie alleine da steht, muss man weitere Inhalte für Destiny 2 selbst verwalten und machen. Ob das die Fanbase aushält, wird man sehen.

Als „alter Halo-Gamer“ habe ich mich selbst damit schon damals abgefunden, dass eben alles ein wenig länger dauert. Ob Destiny 3 daher wirklich, wie von Insidern prognostiziert, im Jahr 2020 erscheint, bleibt daher ein offenes Geheimnis – welches wahrscheinlich so nicht eintreten wird.

Fazit

Bungie ist frei – und muss (und sollte) damit leben. Als Gamer dürfen wir uns auf ein Feuerwerk von Kreativität freuen, in der Hoffnung das das Geld ausreicht, welches der Entwickler bisher verdient hat, um uns endlich das Destiny zu geben, dass wir verdient haben. Dann sollte Bungie aber auch finanziell einen solchen Erfolg feiern dürfen, damit die Unabhängigkeit bestehen bleibt.

Lebe lang und in Erfolg, Bungie!

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