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Artikel von Markus Bauer +
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Die Lage rund um Xbox spitzt sich weiter zu. Nachdem zuletzt bereits über mögliche Entlassungen, Studioschließungen und gestrichene Projekte berichtet wurde, trifft es nun offenbar auch ein großes externes Projekt: Project Fantasy von IO Interactive. Das Studio hinter Hitman und 007 First Light arbeitet seit Jahren an einem neuen Online-Fantasy-RPG. Doch nun ist eine wichtige Partnerschaft geplatzt. IO Interactive teilte selbst mit, dass die Zusammenarbeit mit einem externen Partner bei Project Fantasy beendet wurde. Das habe kurzfristige Folgen, darunter auch Personalentscheidungen.

Microsoft soll laut der zitierten Stellungnahme aus einem Bloomberg-Bericht von Jason Schreier zwar nicht die gesamte Spiele-Investition reduzieren, aber genauer entscheiden, welche Projekte künftig unterstützt werden. Für IO Interactive kommt der Einschnitt zu einem bitteren Zeitpunkt. Das Studio hatte zuletzt mit 007 First Light einen großen Erfolg gefeiert. Der Titel verkaufte sich millionenfach. Trotzdem steht nun ausgerechnet das nächste große eigene Projekt unter Druck.

Microsoft fokussiert sich offenbar auf größere Prioritäten

Xbox sagte gegenüber Bloomberg, dass man genauer darauf achtet, wo investiert werde. Man wolle sich auf die höchsten Prioritäten konzentrieren. Gleichzeitig betone Microsoft, dass die Gesamtinvestition in neue Spiele nicht reduziert werden. Es gehe also weniger um „weniger Geld“ und mehr um „anderes Geld“.

Das klingt nüchtern? Für Entwickler kann es brutal werden. Wenn ein Publisher plötzlich entscheidet, dass ein Projekt nicht mehr zu den wichtigsten Prioritäten gehört, kann das für externe Studios enorme Folgen haben. Project Fantasy wirkt nun wie ein Beispiel dafür, wie hart Xbox seine Strategie gerade neu sortiert.

IO Interactive bleibt bei Project Fantasy, aber die Zukunft wirkt unsicherer

Project Fantasy wurde als Online-Fantasy-Rollenspiel angekündigt und sollte für IO Interactive eine neue große Marke neben Hitman und James Bond werden. Genau deshalb ist der mögliche Rückzug von Microsoft so brisant. Eine neue IP aufzubauen, ist teuer. Ein Online-RPG noch mehr. Ohne starken Finanzierungspartner wird der Weg schwieriger. IO Interactive betont zwar (via X.com), dass Project Fantasy weiterhin erscheinen soll. Doch die aktuelle Lage dürfte den Zeitplan, den Umfang und möglicherweise auch die Ausrichtung beeinflussen. Wenn Personal abgebaut werden muss, bleibt selten alles unverändert.

Für Fans ist das besonders bitter, weil IO Interactive gerade bewiesen hat, dass es große Lizenzen und starke Systeme beherrscht. Project Fantasy hätte die Chance gehabt, zu zeigen, was das Studio außerhalb von Auftragskillern und Bond kann.

Xbox selbst könnte vor noch größeren Einschnitten stehen

Das Schicksal von IO steht anscheinend nicht allein. Microsoft könnte im Rahmen einer großen Xbox-Umstrukturierung mindestens fünf Studios schließen oder ausgliedern. Auch Spielstreichungen und Zusammenschlüsse sollen im Raum stehen. Microsoft soll sogar prüfen, das kommende Marvel’s Blade von Arkane zu streichen und das Studio möglicherweise zu verkaufen. Außerdem werden Namen wie Compulsion Games, Double Fine, Ninja Theory und Undead Labs im Zusammenhang mit möglichen Verkäufen, Ausgründungen oder Schließungen genannt.

Marvel's Blade könnte eingestellt werden. - Bild: (C) Marvel, Arkane Lyon

Marvel’s Blade könnte eingestellt werden. – Bild: (C) Marvel, Arkane Lyon

Auch dazu gilt: Nicht alles ist endgültig entschieden.

Das größere Problem ist nicht nur ein einzelnes Projekt. Es ist die Richtung. Xbox hatte jahrelang versucht, mit vielen Studios, neuen Marken und kreativen Projekten ein breites Portfolio aufzubauen. Genau diese Breite scheint nun unter Druck zu geraten.

Wenn Microsoft künftig vor allem auf sichere Blockbuster, bekannte Marken und hohe Prioritäten setzt, könnten experimentellere Projekte schneller gestrichen werden. Für eine Plattform, die ohnehin um Identität kämpft, ist das gefährlich. Halo, Gears of War, Call of Duty und Forza sind stark. Aber sie reichen nicht allein, um Xbox als kreative Heimat wirken zu lassen.

Wenn Xbox nur noch dort investiert, wo der Erfolg fast garantiert wirkt, könnte die Sparrunde kurzfristig Kosten senken. Langfristig verliert die Marke aber vielleicht genau das, was sie dringend bräuchte: Vertrauen, Vielfalt und echte Überraschungen.

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