Eva Krumm Evas erste Gaming-Erfahrung war Pokémon auf dem Game Boy - ein prägendes Erlebnis, das ihre Leidenschaft für Videospiele entfacht hat. Zusammen mit ihrem Großvater entdeckte sie die Regenbogenstrecke in Mario Kart auf dem SNES, ein Moment, den sie bis heute mit Gaming verbindet. Besonders angetan haben es ihr JRPGs, Otome-Games und Horror, doch auch Indie-Perlen gehören zu ihrem festen Repertoire. Abseits des Spielens verfolgt sie mit Begeisterung aktuelle Entwicklungen in der Gaming-Szene und teilt ihre Eindrücke als Chefredakteurin bei DailyGame.
Vor einiger Zeit berichtete Bloomberg, dass Sony versucht, Kadokawa zu übernehmen. Kadokawa bestätigte, dass es Gespräche gegeben habe, jedoch ohne abgeschlossene Vereinbarungen. Diese Übernahme könnte große Auswirkungen auf die Anime-Industrie haben, da Sony dann Rechte an Franchises wie Re:Zero und Oshi no ko besitzen würde. Doch was bedeutet das konkret für die Branche?
Zunächst ist es wichtig zu betonen, dass der Deal noch nicht abgeschlossen ist. Sollte er jedoch zustande kommen, müsste er die japanischen Regulierungsmechanismen durchlaufen. Es wäre zwar unwahrscheinlich, dass dies als Oligopolbildung angesehen wird, dennoch würde es einer staatlichen Prüfung unterzogen. Kadokawa, eines der größten Verlagshäuser in Japan, hat in den letzten Jahren begonnen, sein Geschäft zu diversifizieren und verstärkt in Spiele und Anime zu investieren.
Falls der Deal abgeschlossen wird, könnten die Änderungen für Anime-Fans nicht sofort offensichtlich sein, dennoch könnten sie große Auswirkungen auf die Industrie haben. Ein erster, offensichtlicher Einfluss wäre die Steigerung der Anime-Produktion. Im Jahr 2021 erklärte Kadokawa, dass es bis 2023 jährlich 40 Anime-Titel produzieren wolle. Auch wenn dieses Ziel noch nicht erreicht wurde, hat Kadokawa die Anime-Produktion in den letzten Jahren deutlich erhöht.
Der Anstieg der Anime-Produktion bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Viele Serien werden während der Ausstrahlung verzögert, weil die Produktionszeitpläne sehr knapp bemessen sind. Aus diesem Grund versuchen viele Unternehmen, vorgefertigte Animationen zu verwenden, das heißt, die Animationen vor der Ausstrahlung abzuschließen.
Sony’s Position in der Anime-Industrie
Abgesehen von Kadokawa ist Sony’s Aniplex einer der größten Anime-Produzenten. Aniplex besitzt Studios wie A-1 Pictures, die für viele erfolgreiche Anime verantwortlich sind. Bislang besitzt Sony Studios, Vertriebsunternehmen und Originalinhalte, aber normalerweise nicht das Eigentum an Manga oder Light Novels. Der Deal würde dies ändern und Sony könnte sowohl das Produktionsstudio als auch die Originalinhalte kontrollieren.
Aniplex hat in letzter Zeit verstärkt mit Kadokawa zusammengearbeitet. Eine Fusion wäre für die Öffentlichkeit daher nichts völlig Neues. Es würde jedoch das größte Produktionskomplex im Anime-Bereich schaffen. Die Reaktionen der anderen Akteure in der Branche sind schwer abzuschätzen. Es könnte sein, dass andere große Unternehmen wie Shueisha ebenfalls Teil ihrer eigenen Produktionskomplexe sein wollen und sich mit anderen Unternehmen zusammenschließen. Netflix und Amazon Prime Video könnten versuchen, davon zu profitieren, indem sie sich als Alternativen zu Crunchyroll darstellen. Allerdings haben sie bisher nicht den gleichen Erfolg erzielt. Die meisten japanischen Produktionsunternehmen wissen wahrscheinlich, dass Crunchyroll ihre beste Option ist, um das internationale Publikum zu erreichen.
Zukunftsaussichten
Es ist unwahrscheinlich, dass die Branche einfach zusieht und abwartet. Unternehmen mögen es nicht, das Gefühl zu haben, dass sie nicht viele andere Optionen haben. Dennoch könnte die Aussicht auf eine Zusammenarbeit mit Sony attraktiv sein. Ausländische Unternehmen investieren ebenfalls in die Anime-Produktion, was möglicherweise das Verhalten internationaler Unternehmen beeinflussen könnte.
Damit der Deal abgeschlossen werden kann, müsste Kadokawa zuerst zustimmen und glauben, dass Sonys Angebot vorteilhaft ist. Es könnte sein, dass das Unternehmen Schwierigkeiten hat, die Anime-Produktion zu managen, und daher den Deal als bessere Option ansieht. Es könnte auch zu einer teilweisen Fusion zwischen den Unternehmen kommen oder der Deal könnte am Ende auch gar nicht zustande kommen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese potenzielle Übernahme entwickeln wird und welche Auswirkungen sie auf die Anime-Industrie haben könnte.
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