Resident Evil Requiem erklärt sich selbst – Ein gesunder „Mix“ aus RE2 und RE4?
Capcom spricht über Resident Evil Requiem: zwei Hauptfiguren, weniger Horror als RE7, die Bedeutung des Namens und mögliche Spin-Offs.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Resident Evil Requiem soll vieles gleichzeitig sein. Ein neues Kapitel für die Serie, eine emotionale Geschichte mit zwei gleichwertigen Hauptfiguren und bewusst kein reiner Horrorschocker. In einem ausführlichen Interview mit Gamemeca hat Produzent Masato Kumazawa erklärt, wie Capcom diesen Spagat angeht. Die Aussagen geben tiefe Einblicke in Ton, Struktur und Bedeutung des Spiels und zeigen, warum Requiem anders werden will als viele erwartet haben.
Leon S. Kennedy und Grace Ashcroft stehen in Resident Evil Requiem erstmals gleichberechtigt nebeneinander. Anders als in Resident Evil 6, wo mehrere Kampagnen parallel liefen, verfolgt Requiem einen klaren erzählerischen Ansatz. Beide Figuren sind Teil eines einzigen, kausal verknüpften Handlungsbogens.
„Die Handlung ist exakt zu gleichen Teilen aufgeteilt“, erklärt Kumazawa. Je nach Situation wechselt die Perspektive, aus der gespielt und erzählt wird. Das Ziel ist eine durchgehende Geschichte, die sich organisch entfaltet. Ohne Brüche und ohne separate Kampagnen. Diese Entscheidung ist bewusst gewählt. Capcom möchte, dass sich die Beziehung zwischen Leon und Grace emotional entwickelt, selbst wenn sie nicht dauerhaft gemeinsam unterwegs sind.
Grace bringt Angst / Leon die Kontrolle
Spielerisch verfolgt Requiem einen klaren Kontrast. Graces Abschnitte orientieren sich stark an Resident Evil 2. Enge Räume, Unsicherheit, psychologische Spannung. Grace beginnt als ängstlichster Charakter der gesamten Reihe. Ihre Entwicklung ist zentraler Bestandteil der Story.
„Der besondere Reiz von Grace liegt in der Entwicklung des ängstlichsten Charakters der gesamten Serie“, sagt Kumazawa. Diese Wandlung ist bewusst als kathartischer Prozess angelegt. Als Spielender sollst du ihre Angst nicht nur erleben, sondern überwinden. Leon steht dem bewusst gegenüber. Seine Gameplay-Elemente erinnern stark an Resident Evil 4: Nahkampf, Körpertechniken, dynamische Action. Er fungiert als Kontrapunkt zu Graces beklemmenden Passagen. Nicht als Ersatz, sondern als Balance.
Eine Frage, die viele Fans beschäftigt: Werden Leon und Grace ähnlich zusammen agieren wie Leon und Ashley in Resident Evil 4? Capcom bleibt hier bewusst vage: „Wenn ich diese Frage konkret beantworte, würde ich einen Teil der Freude vorwegnehmen“, so Kumazawa. Resident Evil Requiem setzt also auf Trennung und Wiedersehen, nicht auf „Escort-Gameplay“.

Resident Evil Requiem: Der Schock bei Grace sitzt. Ob uns das Spiel auch so „erstaunen“ lässt, wird sich zeigen. – Bild © Capcom
Warum Requiem weniger gruselig ist als Resident Evil 7
Eine der spannendsten Aussagen betrifft den Horrorgrad. Intern habe man Resident Evil 7 als zu extrem empfunden. Szenen, die beim Spielenden körperliche Erstarrung auslösen, wollte man bewusst vermeiden. „Director Koshi Nakanishi hat oft betont, dass Resident Evil 7 seiner Meinung nach zu gruselig war“, so Kumazawa weiter. Als neue stilistische Richtschnur diente Resident Evil 2. Spannung statt Schock, Atmosphäre statt Dauerstress.
- Diese Gaming-Giganten feiern 2026 ihr großes Jubiläum
- Lesenswerter Artikel
- Resident Evil Requiem knackt 4 Millionen auf der „Wunschliste“
- Lesenswerter Artikel
- Die meisterwarteten Games 2026 – Die Redaktion verrät ihre größten Hoffnungen
- Lesenswerter Artikel
- Monster Hunter Wilds für Nintendo Switch 2 geleakt, mit lokalem Multiplayer
- Lesenswerter Artikel
- Resident Evil Requiem zeigt neues Gameplay – „Kamera-Entscheidung“ spaltet Fans
- Lesenswerter Artikel
- Resident Evil-Ikone kehrt zurück: Action-Teil in „Requiem“ mit Leon spielbar
- Lesenswerter Artikel
- „Bitte spielt es wieder“ – Macher von Monster Hunter Wilds appelliert an Fans zur Rückkehr
- Lesenswerter Artikel
- Capcom plant angeblich Fortsetzung zu Dead Rising
- Lesenswerter Artikel
Warum Requiem im Namen (und nicht die 9)? Der Name ist kein Zufall. Für Grace ist Requiem eng mit der Vergangenheit ihrer Mutter und unverarbeiteten Traumata verknüpft. Gleichzeitig steht der Titel symbolisch für Raccoon City: für die Toten, die Opfer und das, was verloren ging. Hinzu kommt ein bewusst geheim gehaltener Aspekt rund um Leon. „Was das Requiem für Leon bedeutet, möchten wir an dieser Stelle noch nicht verraten“, so der Capcom-Produzent. Klar ist nur: Diese Bedeutung soll persönliche und übergeordnete Handlung miteinander verbinden.
Capcom macht deutlich: Resident Evil Requiem ist kein Schlussstrich. Spin-Offs bleiben möglich, besonders rund um Raccoon City. Konkrete Pläne gibt es noch nicht, aber das Interesse seitens der Entwickler ist da. Immerhin arbeitet eine andere Entwickler-Gruppe von Capcom laut Leaks bereits an etlichen Remakes früherer Spiele, darunter auch Fan-Liebling Code Veronica.
Am 27. Februar 2026 erscheint Resident Evil Requiem für PS5, Xbox Series, Switch 2 und PC. Es wird kein radikaler Neuanfang, sondern eine bewusste Neujustierung. Weniger Schock, mehr Bedeutung. Mehr über das Spiel werden wir offiziell im Showcase im Januar erfahren. Wir sind schon gespannt!
Stimmt etwas nicht oder fehlt dir was? Melde dich, wir kümmern uns darum. Nutze unser Feedback-Formular!
