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Artikel von Markus Bauer +
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Wer schon einmal versucht hat, eine neue Konsole zum Start zu kaufen, kennt dieses Gefühl: Du wartest, aktualisierst die Shop-Seite, hoffst auf Glück und siehst wenige Minuten später dieselbe Konsole auf einer Verkaufsplattform zum völlig überzogenen Preis. Scalper (dt.: Wiederverkäufer) gehören seit PS5, Xbox Series X und Switch-Zeiten fast schon zur hässlichen Begleitmusik großer Hardware-Veröffentlichungen.

Jetzt zieht Nintendo in Japan erneut die Bremse. Laut einem offiziellen Beitrag des japanischen Nintendo-Accounts auf X.com wurden im Nintendo Store mehrere Bestellungen der Switch 2 mit Mehrsprach-Unterstützung entdeckt, bei denen der Verdacht auf Hamsterkäufe oder Weiterverkauf besteht. Deshalb wurde der Verkauf dieser Version vorübergehend gestoppt. Künftig dürfen nur noch Kunden kaufen, die bestimmte Bedingungen erfüllen.

Warum ausgerechnet diese Switch 2 in Japan so begehrt ist

Der Fall ist deshalb spannend, weil es in Japan zwei unterschiedliche Varianten der Nintendo Switch 2 gibt. Die normale japanische Version ist günstiger, aber stärker auf den heimischen Markt zugeschnitten. Die Mehrsprach-Version funktioniert dagegen eher wie die internationale Konsole und ist deshalb für Käufer außerhalb Japans deutlich interessanter. Genau diese Version verkauft Nintendo in Japan nur über den eigenen Online-Store.

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Das macht sie zum perfekten Ziel für Wiederverkäufer. Wer mehrere Geräte bekommt, kann sie theoretisch ins Ausland weiterverkaufen, besonders wenn Wechselkurse und Preisunterschiede den Import attraktiv machen. Für echte Spieler ist das frustrierend. Für Scalper ist es ein Geschäftsmodell, dass sich bisher anscheinend ausgezahlt hat.

Nintendo reagiert nun mit einer ziemlich klaren Regel: Wer die Mehrsprach-Version kaufen möchte, muss bis zum 31. Mai 2026 mindestens 50 Stunden Spielzeit auf einer Nintendo Switch gesammelt haben. Demos und kostenlose Spiele zählen dabei nicht. Außerdem gilt ein Limit von einer Konsole pro Nintendo-Account.

Nintendo belohnt damit die falschen Leute weniger

Ganz ehrlich: Diese Maßnahme wirkt strenger als viele andere Anti-Scalper-Versuche, aber sie ergibt Sinn. Nintendo sagt damit im Grunde: Wer unsere Konsole kaufen will, soll zumindest zeigen, dass er wirklich spielt. Natürlich ist das nicht perfekt. Auch Scalper könnten alte Accounts besitzen oder sich irgendwie vorbereiten. Aber die Hürde steigt. Ein frischer „Wegwerf-Account“ reicht nicht mehr. Auch Massenbestellungen werden schwieriger, wenn jeder Account echte Spielzeit braucht und nur ein Gerät kaufen darf.

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Für japanische Nintendo-Fans ist das ein kleiner Sieg. Nicht, weil plötzlich jede Konsole automatisch bei der richtigen Person landet. Sondern weil Nintendo hier sichtbar versucht, den Store nicht einfach den schnellsten Bots und Wiederverkäufern zu überlassen.

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