Nintendo DMCA-Welle gegen Switch-Emulatoren: Citron, Eden und mehr auf GitHub im Visier
Nintendo hat sämtliche Switch-Emulatoren auf GitHub mit DMCA-Abmahnungen belegt. Was das für Citron, Eden und die Emulations-Community bedeutet.
Tim Rantzau Tim ist seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Nintendo-Fan und hat seine Begeisterung für Spiele mit einem Studium in Game Design vertieft. Beruflich arbeitet er an der Konzeption von Videospielen und kennt dadurch die Branche nicht nur von außen, sondern auch von innen. Seine größte Leidenschaft gilt jedoch dem Spiele-Journalismus, in dem er Trends einordnet, Hintergründe erklärt und mit viel Erfahrung über neue Entwicklungen berichtet.
Nintendo hat es wieder getan und diesmal trifft die Aktion so ziemlich jeden, der sich in der Emulations-Community bewegt. Seit dem 13. Februar 2026 trudeln bei den Entwicklern nahezu aller Switch-Emulatoren auf GitHub DMCA-Abmahnungen ein. Das Ziel ist klar: Nintendo will die öffentliche Verfügbarkeit dieser Software so weit wie möglich einschränken. Ob das gelingt, ist eine andere Frage.
Kurze Erklärung für alle, die mit dem Begriff nichts anfangen können. DMCA steht für Digital Millennium Copyright Act, ein US-amerikanisches Urheberrechtsgesetz. Eine DMCA-Abmahnung ist im Wesentlichen eine offizielle Aufforderung, urheberrechtlich geschütztes Material zu entfernen. In diesem Fall also die Emulator-Software auf der Entwicklungsplattform GitHub.
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Wer ist betroffen?
Die betroffenen Projekte umfassen aktive Emulatoren wie Citron, Eden, Kenji-NX und MeloNX, aber auch bereits eingestellte Projekte wie Sudachi und Skyline. Nintendo benennt in der Abmahnung auch ältere Namen wie Suyu, Ryubing, Pine, Pomelo und Ryujinx.
Die Entwickler der betroffenen Projekte hatten laut den Takedown-Notices lediglich einen Tag Zeit, auf Nintendos Forderungen zu reagieren. Das ist eine bemerkenswert kurze Frist für Teams, die meist ehrenamtlich und in ihrer Freizeit arbeiten.
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Nintendos Argumentation
Nintendos Kern-Argument dreht sich um sogenannte technische Schutzmaßnahmen, im Englischen als Technological Protection Measures (TPMs) bezeichnet. Damit sind die kryptografischen Schlüssel gemeint, die in der Switch-Hardware verbaut sind und dazu dienen, Spiele zu verschlüsseln. Nintendo behauptet, dass Emulatoren diese Schutzmaßnahmen umgehen, indem sie die Entschlüsselung und Ausführung von Spielen auf nicht autorisierter Hardware ermöglichen.
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Dabei liefern weder Citron noch Eden diese Schlüssel mit. Wer die Software nutzen will, muss die eigene Konsole modifizieren und die Schlüssel selbst importieren. Auch ROM-Dateien, also digitale Kopien der Spiele, werden von keinem der genannten Emulatoren mitgeliefert oder verlinkt. Das ist rechtlich ein wichtiger Unterschied, einer, den Nintendo in seiner Argumentation bewusst klein hält.
Die aktuelle DMCA-Welle ist kein Neustart, sondern eine Fortsetzung. Bereits 2024 endete eine Nintendo-Klage gegen die Entwickler des damals meistgenutzten Switch-Emulators Yuzu mit einer Zahlung von 2,4 Millionen US-Dollar und der Übergabe aller Websites an Nintendo.
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