Netflix, Disney+, Amazon Prime: die besten Neustarts im April

Neuer Monat, neue Streaming-Originals. Netflix, Disney+ und Amazon Prime liefern erneut ein abwechslungsreiches Programm:

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Wie hoch ist das Interesse an Amazon Prime Video, Disney+, Netflix und Co. im Streaming-Vergleich? (C) Amazon, Disney, Netflix; Bildmontage: DailyGame

Der März hat neben tollen Streaminghighlights, auch die prestigeträchtigste Filmnacht des Abends gebracht: Die Verleihung der 94. Academy-Awards. Obwohl man danach nur noch von dem Schlag sprach, den man um die ganze Welt hörte, war der Abend aus einem ganz anderen Grund viel bedeutender.

Denn in der langen Geschichte der Oscars, hat erstmals ein Streamingfilm den begehrten ,,Best Picture”-Hauptpreis mit nach Hause genommen. Mit dem Kritikerliebling Coda ist Apple+ gelungen, was Netflix seit Jahren versucht hat. Und das, obwohl der Streamer diesmal mit The Power of the Dog sogar mit 12 Nominierungen der Frontrunner war. Netflix, Disney+ und Amazon Prime haben nun also einen neuen Konkurrenten, der offensichtlich ernstgenommen werden möchte.

Auch wenn das große Kinosterben ein ernsthaftes Problem in der Zukunft ist, profitieren Filmliebhaber, die die neuste Streifen gemütlich von ihrer Couch aus sehen wollen, davon. Nie waren Monat für Monat so hochaktuelle- und karätige Filme auf Abruf verfügbar. Im April dürfen sich Abonnenten also erneut auf neue gruselige, witzige, nostalgische, actiongeladene und schlicht tolle Filme freuen.

Disney+

Fresh

Wer kennt es nicht? Man hat es satt ständig auf dumme Dates zu gehen. Ein selbstverliebter Hipster da, ein ungewolltes Dickpic dort, doch weit und breit nichts Ernsthaftes. Doch dann kommt wie aus dem Nichts ein netter, sympathischer, gutaussehnder Typ daher und man beginnt doch noch an die Liebe zu glauben. Das dachte sich jedenfalls Noa (Daisy Edgar-Jones), als sie dem sympathischen Steve (Sebastian Stan) ihre Nummer gab. Blöd nur, dass sich schon bald seine monströse Seite offenbart. Denn fleischliche Liebe, nimmt er wohl wortwörtlich.

Fresh debütierte bereits im Januar auf dem Sundance Film Festival, wo er zu einem Kritikerliebling avancieren konnte. Hierzulande feierte der Film seine Premiere am 20. April auf Disney+. Der Thriller überzeugt dabei durch ein packendes Tempo und starke Performances der Hauptdarsteller. Allen voran ,,Marvel-Sternchen” Sebastian Stan, der hier gegen seine bisherigen Leinwandauftritte spielen kann und sichtlich Spaß in der Rolle hat. Als Steve verkörpert er einen manipulativen Boyfriend, der weit entfernt von einem Avenger ist und eher an American Psycho erinnert.

In ihrem Filmdebüt beweist die Regisseurin Mimi Cave indes eine selbstbewusste Führung. In unfähigeren Händen, hätte das Konzept schnell einen belehrenden Charakter angenommen. So wird es zur Auseinandersetzung mit den Gefahren des Datings, ohne dabei Thriller, aber auch Comedy-Elemente zu verlieren.

Netflix

Apollo 10 1/2: Eine Kindheit im Weltraumalter

Richard Linklater ist für seine Coming-of-age-Filme bekannt. Seine Vorliebe für die penible Erforschung des menschlichen Inneren hat beim Oscar-prämierten Boyhood sogar dazu geführt, dass er die selben Schauspieler über mehr als zehn Jahre begleitet hat. Apollo 10 1/2 ist da weniger ambitioniert und deutlich überschaubarer. Aber nicht weniger daran interessiert, ein stimmiges Bild zu malen.

Der Film erzählt dabei von den Bestrebungen der amerikanischen Regierung, in den 1960er-Jahren auf den Mond zu gelangen. Parallel dazu sehen wir die Sicht eines kleinen Jungen aus Texas, der sich selbst in eben jene Weltraummission hineinträumt. Auch wenn man die Handlung mit der Lupe suchen muss, ist Linklater gar nicht daran interessiert eine Geschichte zu erzählen. Vielmehr zeigt der Film auf charmante Weise Alltagsmomente einer typischen, amerikanischen Familie der 1960er-Jahre.

Von der richtigen Technik aus einer Bierdose zu trinken, gemeinsamen Familienabenden vorm Röhrenfernseher, bis hin zum Herumblödeln mit den Nachbarskindern. Apollo 10 1/2 fühlt sich wie das Auskosten der letzten warmen Sonnenstrahlen an einem Ferientag an. Bevor am nächsten Tag wieder die Schule beginnt und das geregelte Leben weitergeht. Warm, nostalgisch, teils melancholisch. Aber stets durch den rosarotgefärbten Blick zurück.

Metal Lords

Mit Metal Lords meldet sich einer der beiden ,,Game of Thrones”-Macher als Drehbuchautor zurück.. Anders als noch ist Westeros, liefert D.W. Weiss allerdings kein mittelalterliches Blutfest mit viel nackter Haut und abgetrennten Köpfen, sondern einen charmanten Teenie-Streifen über Freundschaft und passionierte Metal-Liebhaber.

Der Film handelt dabei von den beiden Metal-Heads, BFFs und Bandpartnern Kevin und Hunter, die sich auf einen ,,Battle of the Bands” vorbereiten wollen, als etwas unterwartetes passiert: Kevin verliebt sich in ein Mädchen. Was zunächst droht die Band entzwei zu reißen, führt schon bald zu einem neuen Verständnis der beiden, die ihre Sichtweise auf Metal und die Welt grundlegend verändern könnte.

Metal Lords versucht dabei in die selbe Kerbe zu schlagen, wie es einst Jack Black in ,,School of Rock” meisterhaft (und besser) schaffte. Selbstverwirklichung und Teenager-Selbstzweifel treffen auf Leidenschaft und Passion.  Gepaart mit einem aufgeladenen Soundtrack, kann der Film auch Filmliebhaber überzeugen, die gar nichts mit Metal zu tun haben.

Amazon Prime

All the Old Knives

Amazon liefert mit All the Old Knives zwar nicht den besten Film des Jahres, aber dennoch leichtverdauliches Futter für Thriller-Fans. Der Spionagefilm ist dabei eine Adaption des gleichnamigen Romans von Olen Steinhauer mit Chris Pine (Star Trek) und Thandiwe Newton (Westworld) in den Hauptrollen.

Die beiden spielen dabei ehemalige Liebhaber und aktive Spione, die für einen Dinnerabend zusammenkommen, der jedoch mehr bedeuten könnte, als es den Anschein geht. Denn durch Rückblicke wird immer klarer, dass ein Geheimnis über den beiden schwebt, das alles verändern könnte. Der Film erfindet als Spionagethriller das Rad nicht neu, möchte das aber auch nicht. Vielmehr wirkt er fast schon wie aus dem Lehrbuch.

Schnelle Action, schöne Locations, eine Liebesplot, der eingeworfen ist und zahlreiche Offenbarungen und Wendungen bereithält. Wer hier hellhörig geworden ist, der wird mit All the Old Knives ein gute Zeit haben. Zusätzlich gibt es eine nette Wien-Verbindung, die hierzulande nicht erst seit Chris Hemsworth gern gesehen ist.

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