Scheitert der Deal doch?

Microsoft-Activision-Blizzard-Fusion für 10 Jahre blockiert?

Mögliche Blockade für Fusion: UK-Kartellbehörde prüft Microsofts Übernahme von Activision Blizzard für 10 Jahre.

Activision-Blizzard wurde von Microsoft/Xbox gekauft. - (C) Activision-Blizzard, Microsoft - Bildmontage

Die britische Competition and Markets Authority (CMA) hat entschieden, dass der geplante Zusammenschluss von Microsoft und Activision Blizzard in Großbritannien blockiert wird, es sei denn, die Berufung der Unternehmen ist erfolgreich. Die CMA argumentierte, dass der Deal den „Status quo“ in der Gaming-Branche gefährde und Microsoft einen unfairen Vorteil im Bereich Cloud-Gaming erhalte.

Dies geht aus dem Abschlussbericht der CMA über die geplante Übernahme hervor. Der Deal könnte also wegen Großbritannien blockiert werden, wie wir vor wenigen Tagen berichtet haben.

Microsoft-Activision-Blizzard-Fusion für 10 Jahre nicht möglich?

Im Bericht skizziert die CMA, dass ihre Ablehnung des Deals auch „[beide] Parteien daran hindern würde, für einen weiteren Zeitraum zu versuchen, zu fusionieren“. Genauer heißt es, dass „unsere übliche Praxis darin besteht, eine künftige Fusion zwischen den Parteien für die nächsten zehn Jahre zu verhindern, sofern sich die Umstände nicht ändern“, wie ResetEra-User „Idas“ aufschlüsselt.

Was heißt das konkret? Sollte die Berufung nicht erfolgreich sein, wird die Fusion für zehn Jahre blockiert, wodurch Microsoft und Activision Blizzard mögliche Veränderungen in der Branche verpassen könnten. Derzeit ist unklar, was eine erfolgreiche Berufung beinhalten müsste, um den Deal zu retten. Sowohl Microsoft als auch Activision Blizzard haben angekündigt, gegen die Entscheidung Einspruch einzulegen.

Microsoft muss nachlegen

Beide Unternehmen, Microsoft und Activision Blizzard, haben die Möglichkeit, gegen die Ablehnung des Deals durch die CMA Einspruch einzulegen. Bisher haben beide Seiten angekündigt, den Fall anzufechten. Activision Blizzard bezeichnete die Entscheidung als Nachteil für die britische Bevölkerung und drohte damit, ihre Wachstumsstrategie in Großbritannien zu überdenken.

Der umstrittene CEO von Activision Blizzard, Bobby Kotick, argumentierte sogar, dass es mehr Fusionen zwischen US-Unternehmen geben sollte, um mit Konzernen wie Tencent in China zu konkurrieren. Immerhin ist „Tencent Games“ der weltweit größte Publisher von Videospielen, noch vor Sony Interactive Entertainment (SIE), Microsoft, Activision Blizzard, Electronic Arts, NetEase oder Nintendo. Ob die Aussage von Kotick auf Verständnis bei der britischen Aufsichtsbehörde stoßen wird ist fraglich.

Es bleibt abzuwarten, ob weitere Länder ähnliche Bedenken hinsichtlich des Deals äußern werden. Immerhin haben Länder wie Japan dem Deal bereits zugestimmt, die meinen, dass der Deal Sony mit seiner PlayStation nicht schade. Die Briten sehen die Probleme der geplanten Fusion eher im Cloud-Gaming-Bereich.

Was kommt, sollte der Activision-Blizzard-Deal für Microsoft nicht funktionieren?

Xbox-Chef und Microsoft-VP für Gaming, Phil Spencer, hat bereits in vorherigen Interviews gesagt, dass die Akquisitionen von Microsoft noch lange nicht vorbei ist. Auch nicht, sollte der Deal mit Activision-Blizzard wirklich durchgehen. Es könnten kleinere Übernahmen zustande kommen, wie jene von Sony die kurz nach der Großankündigung von Microsoft Bungie übernommen haben. Dieses Vorhaben wurde viel schneller bei den Aufsichtsbehörden weltweit genehmigt.

Es ist möglich, dass die CMA die einzige Hürde auf ihrem Weg darstellt, aber es ist auch eine Hürde von großer Tragweite, die den Deal auf der ganzen Welt in Frage stellt.

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