Offene Gaming-Headsets gewinnen an Bedeutung und könnten geschlossene Modelle herausfordern
Lange galten geschlossene Headsets als erste Wahl für Gamer. Doch immer mehr Spieler entdecken die Vorteile offener Bauweisen, die mit einer natürlicheren Klangbühne und höherem Tragekomfort überzeugen wollen.
René Nikel Seit Dino Wars oder North & South am Amiga hat sich in der Spieleindustrie so einiges verändert, meine Leidenschaft für Videospiele allerdings nicht. Bereits mit fünf Jahren hatte ich zum ersten Mal einen Joystick in der Hand und seit diesem Moment war die virtuelle Welt wie ein zweites Zuhause für mich. Ich finde so ziemlich jedes Genre interessant, selbst wenn es sich nur um einen kleinen Indie Titel handelt. Die aktuellste Nintendo Konsole und ein leistungsstarker PC gehören bei mir zur Grundausstattung. Seit mittlerweile fast zehn Jahren verbinde ich meine Begeisterung für Videospiele außerdem mit dem Gaming Journalismus.
Gaming-Headsets gehören inzwischen zur Grundausstattung vieler Gamer. Über Jahre dominierten dabei vor allem geschlossene Modelle, die Außengeräusche abschirmen und kräftige Bässe liefern. Doch in den vergangenen Jahren zeichnet sich ein neuer Trend ab. Immer mehr Hersteller setzen auf offene Gaming-Headsets und immer mehr Spieler entdecken deren Vorteile für sich.
Was lange als Nischenprodukt für Audiophile galt, entwickelt sich langsam zu einer ernsthaften Alternative für klassische Gaming-Headsets. Der Grund dafür liegt nicht nur in der Klangqualität, sondern auch im deutlich angenehmeren Tragegefühl bei langen Gaming-Sessions.
Was offene Headsets von geschlossenen unterscheidet
Der größte Unterschied liegt in der Bauweise der Ohrmuscheln. Während geschlossene Headsets die Rückseite der Lautsprecher vollständig abschirmen, besitzen offene Modelle ein luftdurchlässiges Gehäuse.
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Dadurch kann sich der Schall freier ausbreiten. Das Ergebnis ist eine deutlich größere und natürlichere Klangbühne. Geräusche wirken räumlicher und weniger eingeengt als bei vielen geschlossenen Headsets.
Vor allem in Spielen mit großen offenen Welten oder atmosphärischem Sounddesign entsteht dadurch ein immersiveres Spielerlebnis.
Räumlicher Klang als großer Vorteil
Besonders in Shootern kann die offene Bauweise Vorteile bieten. Schritte, Schüsse oder Umgebungsgeräusche lassen sich häufig präziser orten, weil die Klangbühne breiter wirkt.
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Viele Spieler, die erstmals ein hochwertiges offenes Headset ausprobieren, beschreiben den Klang als natürlicher und luftiger. Musik, Filme und Spiele profitieren gleichermaßen von dieser Darstellung.
Gerade deshalb setzen viele Audio-Enthusiasten seit Jahren auf offene Kopfhörer statt auf klassische Gaming-Headsets.

Lange Gaming-Sessions stellen hohe Anforderungen an den Tragekomfort eines Headsets. – Bild: Pexels / Tima Miroshnichenko
Komfort für lange Spielesessions
Ein weiterer Vorteil wird häufig unterschätzt. Offene Headsets erzeugen deutlich weniger Wärmestau an den Ohren.
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Da Luft besser zirkulieren kann, fühlen sich die Ohrpolster selbst nach mehreren Stunden meist angenehmer an. Besonders im Sommer oder bei langen Gaming-Abenden macht sich dieser Unterschied bemerkbar.
Für viele von euch wird deshalb nicht die Klangqualität, sondern der höhere Tragekomfort zum entscheidenden Kaufargument.
Es gibt auch Nachteile
Trotz aller Vorteile eignen sich offene Gaming-Headsets nicht für jede Situation.
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Da die Ohrmuscheln offen konstruiert sind, dringen Umgebungsgeräusche leichter an das Ohr. Gleichzeitig kann auch der abgespielte Sound von anderen Personen im Raum gehört werden.
Wer in einer lauten Umgebung spielt oder andere Mitbewohner nicht stören möchte, fährt mit einem geschlossenen Headset häufig besser.
Aus diesem Grund setzen viele E-Sport-Profis bei Turnieren weiterhin auf geschlossene Modelle oder kombinieren offene Kopfhörer mit zusätzlichem Gehörschutz.
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Immer mehr Hersteller entdecken den Markt
Lange Zeit stammten offene Kopfhörer hauptsächlich von klassischen Hi-Fi-Herstellern. Mittlerweile wächst jedoch auch das Interesse der Gaming-Branche.
Unternehmen wie SteelSeries, Beyerdynamic, EPOS oder Audio-Technica zeigen, dass hochwertige Audiotechnik und Gaming längst kein Widerspruch mehr sind. Gleichzeitig greifen viele Spieler bewusst zu Studio-Kopfhörern und kombinieren diese mit einem separaten Mikrofon.
Dieser Trend zeigt, dass Audioqualität für viele Nutzer wichtiger wird als auffällige RGB-Beleuchtung oder möglichst viele Marketing-Begriffe auf der Verpackung.
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Für wen lohnt sich ein offenes Gaming-Headset?
Die Antwort hängt stark vom Einsatzgebiet ab. Wer hauptsächlich allein spielt, Wert auf eine natürliche Klangdarstellung legt und in einer ruhigen Umgebung unterwegs ist, dürfte von einem offenen Headset besonders profitieren.
Spieler, die häufig kompetitive Shooter spielen, können von der besseren räumlichen Ortung profitieren. Ebenso interessant sind offene Modelle für alle, die ihr Headset nicht nur zum Spielen, sondern auch zum Musikhören oder Filmeschauen nutzen.
Wer dagegen regelmäßig unterwegs ist, in einer lauten Umgebung spielt oder andere Personen nicht stören möchte, ist mit einem geschlossenen Headset oft besser beraten.
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Mehr Auswahl für Gamer
Die wachsende Zahl offener Gaming-Headsets zeigt, dass sich der Markt verändert. Immer mehr Hersteller erkennen, dass viele Spieler nicht nur Wert auf niedrige Latenzen oder kräftige Bässe legen, sondern auch auf eine möglichst natürliche Klangwiedergabe.
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Offene Headsets werden geschlossene Modelle vermutlich nicht vollständig ersetzen. Dafür sind die Anforderungen der Nutzer zu unterschiedlich. Dennoch entwickeln sie sich zunehmend von einer Speziallösung für Audio-Enthusiasten zu einer ernsthaften Alternative für den Gaming-Alltag.
Gerade Spieler, die bislang ausschließlich geschlossene Headsets genutzt haben, könnten überrascht sein, wie groß der Unterschied tatsächlich ausfällt. Wer einmal eine hochwertige offene Klangbühne erlebt hat, versteht schnell, warum diese Bauweise seit Jahren eine treue Fangemeinde besitzt und nun auch im Gaming-Bereich immer mehr Aufmerksamkeit erhält.
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persönlichen Abschluss
Aus eigener Erfahrung weiß ich beide Konzepte zu schätzen. Für das Gaming am PC nutze ich ein Beyerdynamic MMX 300, während ich beim Klavierspielen auf einen Beyerdynamic DT 880 Edition mit 250 Ohm setze. Beide Kopfhörer verfolgen unterschiedliche Ansätze und genau das macht ihren jeweiligen Reiz aus. Das geschlossene MMX 300 überzeugt mit seiner guten Abschirmung und eignet sich hervorragend für Gaming, während der halboffene DT 880 Edition mit einer besonders natürlichen und räumlichen Klangwiedergabe punktet.
Neben offenen und geschlossenen Modellen gibt es übrigens auch halboffene Kopfhörer, eben wie der DT880. Sie verbinden Eigenschaften beider Bauweisen miteinander. Sie lassen etwas Luft und Klang nach außen, schirmen aber gleichzeitig besser ab als vollständig offene Modelle. Dadurch bieten sie einen guten Mittelweg zwischen natürlicher Klangbühne und einer gewissen Geräuschisolierung, auch wenn sie die jeweiligen Stärken der beiden Konzepte nicht vollständig erreichen.
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