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Marvel: Im Kino top – Im TV flop?

Wie es DC im Kino ergeht, so geht es Marvel im TV-Geschäft. Netflix hat bereits mit der Einstellung der ersten Marvel-Serien begonnen. Hat Marvel noch ein Zugpferd im TV?

So sehr das MCU mit seiner Entwicklung über die letzte Dekade gelobt wird, umso schwerer fällt es ihnen, im TV-Geschäft wirklich Fuß zu fassen. Immer wieder gibt es Neuversuche, die meisten scheitern jedoch bereits nach 1-2 Staffeln. Mit Netflix wagte man einen Schritt mit Daredevil, welcher sehr erfolgreich war. Aufgrund von diesem sprang Marvel mit Netflix gleich in eine Offensive und brachte nicht eine sondern gleich 4 weitere Superhelden ins Spiel, gepaart mit einer gemeinsamen Serie, wo alle aufeinander treffen sollten. Man merkte, dies war eine Reaktion auf die sehr erfolgreichen DC-Serien rund um Arrow, Flash und Supergirl, welche sich jedes Jahr in einem Crossover treffen.

Die B-Kategorie der Stars

Was aber bei Marvel extrem auffällt: Die Serien drehen sich alle um eher unbekannte Charaktere. Die A-Liga ist bereits im Kino!

Während DC mit Arrow, Flash, Supergirl und Gotham die großen Gewichte bringt, mausert Marvel mit der C- und D-Liga herum. Dies leider auch nicht sehr gut. Während Comic Fans dies sicher loben, die Stories dieser Helden zu sehen, ist eine enorme Vorarbeit zu leisten, um Nicht-Kenner von diesen Neulingen zu überzeugen. Genau da scheitert es. Bis jetzt konnte kaum einer dieser Helden die Zuseher überzeugen. Zeitgleich verändern die Produzenten die Inhalte der Stories noch zusätzlich, welches den Fans dann wieder nicht schmeckt.

Dabei gäbe es durchaus Potential bei Marvel. Was ist mit den Fantastischen 4? Spider-Gwen? Spider-Woman? Wolverines Tochter? Eine der vielen Inkarnationen von Captain Marvel?  

Marvel hätte uns einiges mehr zu bieten, aber der Fokus liegt ganz klar auf dem MCU, sodass die TV-Produzenten viel Freiheit genießen und die Essenz der Comics verloren geht. Es ist unklar, was die Strategie von Marvel im TV-Bereich ist, aber ich habe das Gefühl, dass nur das B-Team an den Serien arbeitet, denn die Detailtreue und den Wortwitz, wie man ihn aus den Kinofilmen kennt, vermisst man in den Serien.

Es laufen in den USA noch ein paar Serien, die sich mit dem Mutanten-Thema auseinandersetzen, wie “The Legion”, “The Runaways” oder “The Gifted”. “The Inhumans” wurde bereits nach der ersten Staffel eingestellt, obwohl es thematisch neben Agents of S.H.I.E.L.D. sicherlich interessant gewesen wäre für zukünftige Crossovers. Die anderen Serien liefern im Moment noch gute Zahlen und wurden für weitere Staffeln bestellt. Sie sind aber kein Gewicht gegen DC. Warten wir mal ab, wie es mit dem MCU weitergeht, vielleicht werden sie hier noch zukünftige Ableger für den TV-Bereich produzieren.


Hier ist eine Übersicht der weiteren Serien, welche entweder eingestellt oder noch am Laufen sind.

Marvel´s Agents of S.H.I.E.L.D.

Dies ist die bislang am Längsten laufende Marvel-Serie. Sie wurde direkt nach den Avengers gestartet und dreht sich um Phil Coulson, die Nr. 2 von Nick Fury in S.H.I.E.L.D. Die Idee hier war es, parallel zum MCU eine Serie im TV-Bereich zu starten, welche von den MCU-Ereignissen beeinflusst wird.

 

 

Anfänglich dachte man noch, dass die Geschehnisse der Serie ebenfalls sich im MCU wiederspiegeln würden, dem war aber leider nicht so. Während die erste Staffel noch einige Parallelen aufwies und die Ereignisse die Entwicklung beeinflussten, wurden diese mit der Zeit immer weniger. Die Serie fand in der letzten Staffel auch einen würdigen Abschluss, auch in Bezug auf Ereignisse aus Infinity War. Während man annahm, dass die Serie nun endgültig eingestellt wird, wurde sie für eine weitere Staffel verlängert. Man versucht mit neuen Charakteren einen Neustart und wieder Leben in die Serie zu bringen. Ob dies gelingt, ist noch fraglich.

Agent Carter

Dies hätte der Vorgänger von “Agents of S.H.I.E.L.D.” sein sollen. Auch hier stammen die Schauspieler aus dem ersten Teil von Captain America und man setzte die Serie nach den Geschehnissen des Films fort.

 

 

So war auch Howard Stark, Vater von Tony Stark und dessen Buttler Jarvis, Namensgeber der Iron Man AI, Teil der Serie. Die Serie hätte die Zeit, in der Captian America “auf Eis lag” überbrücken und zeigen sollen, wie Agent Carter die Organisation “S.H.I.E.L.D” gründet. Leider wurde sie wegen zu wenig Zuseher nach der zweiten Staffel eingestellt.

Daredevil

Daredevil ist aktuell das Trumpf im Ärmel von Marvel. Die Serie ist gerade in die 3. Staffel gezogen, welche sich über positive Stimmen der Fans und Kritiker erfreut.

 

 

Nach der zweiten Staffel war es lange still um den Marvel-Rächer der Nacht, aber nun ist sie endlich da und kann sich wortwörtlich sehen lassen. Es ist anzunehmen dass die Story um Matt Murdock noch weitergehen wird. Angeblich hat der Star einen Vertrag für 5 Staffeln inklusive einem Kinoauftritt. Man darf gespannt sein.

Iron Fist

Danny Rand ist der erste Marvel Charakter, welcher dem Rotstift zum Opfer fiel. Bereits in der ersten Staffel heftigst kritisiert, schaffte man es trotz guter zweiter Staffel nicht mehr in eine dritte zu springen.

 

 

Die zweite Staffel fühlte sich viel besser an, die Charaktere waren ausgeglichener, die Kampfsequenzen besser und es ergab alles ein wenig mehr Sinn. Man kürzte auch die Anzahl der Episoden, um nicht unnötige Füller-Folgen produzieren zu müssen. Es passte zusammen. Natürlich hatte die zweite Staffel auch noch ihre Macken, aber man sah, dass die Produzenten die Kritik ernst nahmen und sich durchaus Gedanken gemacht hatten, wie man der Serie mehr Tiefe und Sinn geben kann. Leider reichte es aber nicht aus und die Reise der eisernen Faust ist zu Ende.

Luke Cage

Hier hatte man einen guten Start mit der Einführung bei Jessica Jones, auch die erste Staffel machte einen guten Eindruck. Die zweite hingegen war ein Schuss ins eigene Tor.

Luke Cage ist Iron Fist gefolgt und wird nach 2 Staffeln eingestellt

Unnötige Gespräche, keine klar verständlichen Charaktere, langweilige Backstories und die meisten Episoden wurden mit ewig langen Auftritten von unbekannten Künstlern im Music-Club Harlem´s Paradise gefüllt, weil man anscheinend nicht mehr zu erzählen hatte. Die gesamte Charakter-Entwicklung von Luke Cage war einfach nicht nachvollziehbar und die Serie entwickelte sich in eine Bewältigungsgruppe für Menschen mit Daddy-Issues. Hier die Notbremse zu ziehen war ganz klar die richtige Entscheidung.

Jessica Jones

Während Luke Cage seine Differenzen mit seinem Vater klären musste, fokussierte Jessica Jones auf Mommy-Issues. Die erste Staffel war extrem langsam, gewann aber ab der Hälfte und der Einführung von Killgrave an Gewicht.

 

 

Killgrave war der mit Abstand interessanteste Charakter in der ersten Staffel. In der zweiten Staffel konnte man dieses Loch eindeutig nicht mehr füllen. Die Entwicklung der Beziehung zu ihrer Mutter, oder wie sie tatsächlich zu den Kräften nun kam war nicht ansatzweise genug Stoff um 13 Folgen tatsächlich zu füllen. Es ist davon auszugehen, dass nach Iron Fist und Luke Cage auch hier der Platzverweis erfolgt.

The Punisher

Der Punisher zählt für mich zu einem der interessantesten Charaktere im Marvel-Universum, weil es seinesgleichen einfach keinen gibt. Er hatte eine traumatische Geschichte und er geht im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen für seine Rache. Keine Story ist so klar im Sinne der Brutalität wie seine.

 

 

Die Einführung bei Daredevil war sehr positiv und man hat den Großteil seiner Story da bereits verarbeitet. Die erste Staffel hatte aber immer noch genug Stoff. Sie haben das Universum um den Punisher herum aufgebaut, die Charaktere eingeführt und noch mehr Details zu den furchtbaren Geschehnissen in Kandahar zum Vorschein geführt. The Punisher sollte auf jeden Fall fortgestetzt werden, denn da gibt es durchaus noch einiges an Stoff.

The Defenders

Dies war der Zenit aller Serien, abgesehen von “The Punisher”: Alle Einzelserien sollten zum großen Crossover bei den Defenders kommen. Während DC immer nur ein paar Folgen für ein Crossover genutzt hat, wollte Marvel hier übertrumpfen und machte gleich eine Serie!

 

 

Grundsätzlich eine gute Idee und auch die Story war nicht übel. Aus allen Serien wurde in zwei die Hintergrundgeschichte aufgebaut, nämlich Daredevil und Iron Fist. Jessica Jones und Luke Cage kamen mehr “per Zufall” dazu, weil sie “Bekannte” hatten, die sich in dem Teufelskreis um “The Hand” verwickelt hatten. Es machte Spaß alle Charaktere zusammen zu sehen und die Serie endete auch mit einem Cliffhanger, welcher die dritte Staffel von Daredevil ankündigen sollte. Nachdem aber die Einzelserien der Helden eingestellt wurden, ist auch nicht mehr von einer Fortsetzung des Zusammenschlusses auszugehen.

Cloak & Dagger

Diese Serie wurde bei uns auf Amazon Prime gestartet. Im Vergleich zu allen anderen Serien dreht sich diese um 2 Teenager, die in einen Unfall geraten, welcher ihnen Superkräfte verschafft. Diese kommen zum Vorschein, als sie das erste Mal aufeinander treffen. Danach sind diese nicht mehr wegzudenken.

 

Cloak & Dagger: Superhelden für die Teenager Zielgruppe, eine 2. Staffel folgt. 

 

Hier verbindet Marvel die Superhelden-Story mit Teenager-Drama und erreicht damit ihre Zielgruppe zu 100%. Teenager-Serien finden immer ihre Fans und dann haben sie noch Superkräfte. Die Serie fängt sehr schwach an und man muss durchaus einiges an Teenie-Drama über sich ergehen lassen. Auch die Story an sich ist für eine Staffel ein wenig schwach, aber es sind nur zehn Folgen und sie beschäftigen sich hauptsächlich mit der Reise der zwei Helden, wie sie zur Wahrheit ihrer Vergangenheit finden und die Verantwortung für ihre Kräfte übernehmen. Eine zweite Staffel ist für 2019 bereits bestätigt.

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