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Spieletest: Jurassic World Evolution (PC-Version)

Theme Park mit T-Rex als Hauptattraktion? Frontier und Universal lassen uns Dino-Parks managen.

Als Michael Crichton einst den Roman Jurassic Park auf den Markt brachte dachte noch niemand an den großen Dino-Hype den er damit erzeugen würde. Mit der ersten Jurassic Park-Trilogie brach Steven Spielberg alle Rekorde, 20 Jahre danach mit Jurassic World, wieder. Klar, dass man auch auf eine ordentliche Videospiel-Adaptierung der Materie baut. Wie sich das von Frontier veröffentlichte Jurassic World Evolution schlägt, erfährt ihr in unserem Spieletest.

Zum Start des fünften Films, „Jurassic World: The Fallen Kingdom“, erschien am 12. Juni 2018 nun auch Jurassic World Evolution für PC, PlayStation 4 und Xbox One. Wie es sich genretypisch gehört habe ich die PC-Version getestet. Aber die Steuerung ist relativ einfach gehalten, so dass sich diese „Wirtschafts-Dino-Simulation“ auch mühelos mit Controller spielen lässt, also damit als „Konsolen-Tauglich“ eingestuft werden kann. Und damit beginnt auch eigentlich schon das „Dilemma“.

Mehr Dino. Weniger Wirtschaft.

Den Begriff „Wirtschafts-Dino-Simulation“ habe ich zuvor nicht ohne Grund verwendet. Es gibt eigentlich nicht viel, was man wirklich im Park managen muss, außer seine Dinos. Das komplette Micro-Management des Spiels dreht sich nämlich um die Haupt-Protagonisten, also so kommt es einem zumindest vor. Insgesamt gibt es 42 Dinos zu erforschen, auszubrüten und als Attraktion im Park zur Schau zu stellen. Das diese „Monster“ ihre eigenen Interessen haben ist klar: Immerhin möchte man der Filmvorlage relativ nahe kommen.

Insgesamt gibt es sechs Inseln mit Dino-Themen-Parks zu füllen. Das versteht sich natürlich mit laufenden Spiel immer mehr verschiedenen Attraktionen und Dinos, welche erforscht werden müssen. Das ist nämlich neben dem Dino-Management das einzig knifflige am Game, wobei man schauen muss das man weiter kommt. Dabei gibt es drei verschiedene Ingame-Charaktere, welche man besänftigen muss. Entweder Wirtschaft, Forschung oder Sicherheit. Diese stellen immer wieder Missionen bereit, welche man erledigen muss. Damit schaltet man gewisse Gebäude, Dinos oder Upgrades zur Forschung frei. Eigentlich alles simpel? Das schon, aber die Dino-Tour ist ziemlich zeitfressend. Um wirklich alle Inseln freizuspielen und jede Menge verschiedene Dinos herumlaufen zu lassen benötigt man mindestens 20 Stunden. Dabei verirrt man sich nicht, wie in anderen Themen-Park-Spielen üblich, ins dekorative „Schön-Bauen“. Denn für Stil-Menschen ist Jurassic World Evolution auf jedem Fall nichts. Zu ungenau kann man seine Gebäude und Zäune aufstellen und muss auf gewisse Terrain-Vorgaben der Inselkarten Rücksicht nehmen. Für Menschen die ihre Gebäude in Reih und Glied aufstellen möchte ist das eine Herausforderung!

Schicke Dinos. Billige Animationen.

Ein erhabener, quasi gottgleicher Moment, wenn man seinen ersten Dino in das neu geschaffene Gehege setzt. Naja, so furchterregend wirkt der erste Vogel-Dino nicht wirklich. Deshalb geht es gleich einmal auf Expedition um weiteres Gen-Material zu beschaffen und um bessere Dinos mit größeren Zähnen zu erschaffen. Die Weltkarte lässt auch nicht wirklich viel Animation zu. Man schickt seinen Helikopter dort hin und in wenigen Minuten kommt er mit neuen Fossilien zurück. Diese werden dann wieder „Browser-Game-Artig“ in neue Dinos umgewandelt. Desto höher das Gen-Material einer Dino-Art aufgeschlüsselt ist, desto weniger „Bruch“ gibt es beim Ausbrüten. Dann gelingt es nach 7-8 Stunden Spielzeit endlich einen Tyrannosaurus Rex in die freie Welt loszulassen.

Die Dinos wirken zwar etwas dunkel, obwohl man ihnen auch andere Farben geben kann – richtig geraten, mit dem richtigen Gen-Material, aber dennoch nett animiert. Weniger schick sind die Gebäude. Diese werden in Geisterhand in wenigen Sekunden vom unsichtbaren Bautrupp aufgestellt. Was wäre ein Dino-Park ohne mutige Ranger? Diese Jeeps können sich problemlos durch die Menschenmengen an Besucher durchwurschteln – die Besucher teilen sich dabei auf, wie Moses das Wasser teilte. Die Dinos, wenn sie mal ausgebrochen sind, gehen auf unsere Besucher los, aber der Jeep besitzt eine Art „Godmode“ (Unverwundbarkeit) und wird nicht einmal von den Dinos beachtet. – Ganz nach dem Motto: „Beiß ja nicht die Hand die dich füttert.“

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Kleine Dinos mögen große Dinos.

Das angesprochene Micro-Management der Dinos führt auch auf ihr Verhalten unter den verschiedenen Dino-Arten zurück. So mögen sich gewisse fleißfressende Dinos nicht. Mein erster T-Rex war zwar sehr ausgeglichen, aber alleine wollte er auch nicht so recht in seinem Gehege bleiben und hat sich immer wieder einen Weg zum Souvenirladen gesucht. Aber nicht um hübsche Dino-Hüte zu shoppen, sondern um laufendes Futter in Form von Besuchern einzusammeln. Das bringt negative Einnahmen! Immerhin muss man dann die Versicherungszahlungen übernehmen… Eigenartiger Weise fühlte sich der Tyrannosaurus-Rex pudelwohl mit Velociraptoren. Der T-Rex und ein Rudel an Velociraptoren leben bis an ihr Todesende gemütlich nebeneinander, solange die Futterschüssel‘n immer prall gefüllt waren und das Gehege ihren Ansprüchen genügte. Lässt man einen oder zwei Centosauren los, ebenfalls große Fleischfresser, dann hat auch der König der Dinos das Nachsehen. Aber auch kleine Fleischfresser untereinander können sich nicht wirklich ausstehen. Echt ungeschickt wenn man kein Dino-Experte ist und die quirligen Monster alle „gleich“ heißen… Wenn ich nicht meinen Sohn gehabt hätte, welcher mit tüchtig die einzelnen Dinos erklärte, wäre ich aufgeschmissen gewesen. Dino-Massaker in Reinkultur!

Das Spiel mit dem Feuer, also den Fleischfressern, hatte ich ziemlich schnell geschnallt. Aber bei den weniger spektakulären Pflanzenfressern hatte ich echt meine Probleme. Das Ding mit der Horn-Antenne am Kopf (Parasaurolophus) mag nämlich nur in einer Gruppe leben. Sollte durch das eintönige Attraktions-Leben ein Dino an Altersschwäche umkippen und die Gruppe damit in Anarchie enden, dann kann man schon mal seine Helis losschicken um die Ausbrecher einzufangen. Im fortlaufenden Spiel, bei einer größeren Anzahl von Dinos, einer der wenigen „Stressmomente“ im Spiel. Ansonsten läuft alles „chillig“. Wenn es eine ordentliche „Dino-Liste“ mit allen wichtigen Details geben würde, dann hätte man auch noch einen Überblick darüber gehabt. Vielleicht dann schon zu „chillig“…

Fazit zu Jurassic Park Evolution

Die Einstellungen der einzelnen Shops sind dürftig und mager gehalten, dafür hat es das Dino-Management in sich. Und wenn man weiß, dass es noch einen Dino gibt mit noch mehr Zähnen oder einen Pflanzenfresser, der nicht mehr ins Gehege passt, weil er so riesig ist, möchte man diesen auch erforschen. Kurzum: Man wird es 30-40 Stunden spielen wollen um alle Inseln mit Dinos und Shops auszustatten und um den Tech-Baum nahezu komplett auszufüllen!

Einen Multiplayer-Modus gibt es leider nicht.

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