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Gamestop wird beschuldigt Kunden auszuspionieren

Die Videospielmarktkette wird derzeit beschuldigt Kunden gegen ihren Willen auszuspionieren und Daten weiterzuverkaufen

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Bildquelle: GameStop

Gamestop ist wohl die bekannteste Videospielmarktkette der Welt. Auch wenn sie wegen ihrer hohen Wiederverkaufspreise oftmals unter Fans in der Kritik steht, besteht sie seit Jahren. Unlängst war sie vor allem in den Medien vertreten, weil Reddit-Nutzer ihre Aktien verwendet haben, um der Wallstreet eins auszuwischen. Die skurrile Saga hat für so viel Aufsehen gesorgt, dass auch bereits eine Filmadaption in Produktion ist, bei der Schauspieler wie Seth Rogen, Sebstian Stan und ,,Riddler”-Schauspieler Paul Dano beteiligt sind.

Doch wegen eines gänzlich anderen Themas ist der Markt nun erneut im Fokus. Diesmal dürfte er sich jedoch über die Publicity nicht so sehr freuen. Denn wie Bloomberg berichtete, wurde in Kalifornien ein Klage gegen das Unternehmen eingereicht. Darin wird es beschuldigt Kunden während Servicgesprächen mit dem Telefonsupport gegen ihren Willen aufzunehmen und die gewonnene Daten dann an Dritte weiterzuverkaufen.

Sollte der Sachverhalt tatsächlich den Tatsachen entsprechen, würde Gamestop damit den kalifornische ,,Invasion of Privacy Act” verletzen, wonach Webbetreiber keine Transkripte der Gespräche ihrer Besucher erstellten dürfen, ohne zuvor das Einverständnis aller beteiligten Parteien erhalten zu haben. Laut den Anwälten von Miguel A. Licea, der die Klage einreichte, wäre es für das Unternehmen ein leichtes, Kunden vor diesem Eingriff in die Privatsphäre zu schützen. Denn die meisten Websites würden auf ihrer Homepage darüber in Kenntnis setzen.

Laute Vorwürfe gegen Gamestop

Laut der Anwälte wäre das im Falle von Gamestop allerdings nicht ausreichend geschehen. In der Klage führen sie daher weiter aus: (via Kotaku).

,,Der Beschuldigte teilt die geheimen Transkripte mit Zendesk [Software-Unternehmen], einer Drittpartei, die öffentlich mit der Fähigkeit angibt höchst persönliche Daten von Chat-Transkripten für Verkaufs- und Marketinggründe zu sammeln. Anstelle lediglich einen Softwareservice zur Verfügung zu stellen, erlaubt der Beschuldigte Zendesk die geheime Transkripte abzufangen und zu verwenden.”

,,In der Natur des Geschäfts des Beschuldigten, teilten Websitebesucher für gewöhnlich höchst persönliche und sensible Daten mit dem Beschuldigten, wenn sie die Chat-Funktion der Website nutzen. Nutzer wären schockiert und entsetzt, wenn sie wüssten, dass der Beschuldigte heimliche Transkripte dieser Gespräche erzeugt und sie mit einer dritten Seite teilt. Das Verhalten des Beschuldigten ist sowohl illegal, als auch beleidigend.”

Zum jetzigen Zeitpunkt hat sich Gamestop noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Auch ein Gerichtstermin steht noch nicht an.

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