GameStop-Chef Ryan Cohen macht aus dem eBay-Übernahmeversuch eine PR-Show
Ryan Cohen nutzt ausgerechnet eBay, um Aufmerksamkeit für GameStops Milliarden-Angebot zu erzeugen. Seine Auktionen wurden kurzzeitig sogar gesperrt.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Der geplante eBay-Deal von GameStop wird immer kurioser. CEO Ryan Cohen verkauft derzeit persönliche und GameStop-nahe Sammlerstücke auf eBay, um öffentlichkeitswirksam Geld für den möglichen Kauf von eBay zu sammeln. Dazu gehören unter anderem eine „Halo 2-Master Chief“-Statue, seltene Videospiele, GameStop-Schilder, Sportkarten und weitere Sammlerobjekte. Cohen kommentierte die Aktion sinngemäß damit, dass er Dinge auf eBay verkaufe, um eBay zu bezahlen.
Der Hintergrund ist GameStops überraschendes Übernahmeangebot für eBay. Laut The Guardian bietet GameStop rund 55,5 Milliarden US-Dollar für den Online-Marktplatz. Das Angebot soll zur Hälfte aus Bargeld und zur Hälfte aus GameStop-Aktien bestehen. GameStop hält demnach bereits rund fünf Prozent an eBay und bietet 125 US-Dollar je Aktie.
Halo-Statue, GameStop-Schilder und kuriose Auktionen
Die Auktionen selbst ziehen bereits hohe Gebote an. The Register berichtet von insgesamt 36 Einträgen. Besonders gefragt sind GameStop-Ladenschilder und die besagte Halo 2-Statue, die jeweils Gebote im fünfstelligen Bereich erreichten. Auch ungewöhnliche Gegenstände wie ein Paar Adidas-Socken oder GameStop-Merchandise tauchten in Berichten zu Cohens eBay-Aktion auf.
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Cohen nutzt seine Bekanntheit aus der Meme-Stock-Ära, um den Deal stärker ins Gespräch zu bringen. Die Formulierung „Ich verkaufe Sachen auf eBay, um meine eBay-Kosten zu decken“ passen genau zu dieser Strategie: Der Verkauf der Objekte dürfte den Kaufpreis natürlich nicht ernsthaft finanzieren, erzeugt aber enorme Aufmerksamkeit. Zumindest meine hat er erhalten (und meine Halo 2-Statue deutlich teurer gemacht).
Überraschung: eBay sperrte Cohens Konto kurzzeitig
Besonders kurios (und irgendwie witzig): Cohens eBay-Konto wurde kurzzeitig wegen verdächtiger Aktivitäten gesperrt. Der Account soll wegen hochpreisiger und zahlreicher Listings automatisch markiert worden sein. Nach einer manuellen Prüfung wurde das Konto wieder freigeschaltet. Die Sperre soll nicht direkt mit GameStops Übernahmeangebot zusammengehangen haben.
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Der eBay-Plan bleibt umstritten
Ob der Deal realistische Chancen hat, bleibt offen. eBay prüft das Angebot weiterhin. Cohen hat bereits angedeutet, dass GameStop den Vorschlag notfalls direkt an die Aktionäre herantragen könnte. Gleichzeitig gibt es Skepsis an der Finanzierung und am strategischen Sinn der Übernahme.
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Für GameStop ist die Aktion trotzdem wirkungsvoll. Statt einer trockenen Finanzmeldung spricht die Gaming- UND die Wirtschaftscommunity nun über Halo-Statuen, Retro-Spiele und ein gesperrtes eBay-Konto. Cohen macht aus einem Milliardenangebot ein Internet-Ereignis. Genau das passt zur Geschichte von GameStop, das seit dem Meme-Stock-Hype nicht mehr nur als klassischer Spielehändler wahrgenommen wird.
Ob GameStop eBay wirklich kaufen kann, bleibt offen. Sicher ist nur: Ryan Cohen versteht es, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Und diesmal nutzt er dafür ausgerechnet die Plattform, die er übernehmen will.
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