Andersrum: Microsoft kauft Candy Crush & Co. für 37 Milliarden Euro
Wer sagt das Xbox große Namen wie Call of Duty, Diablo, World of Warcraft und Co gekauft hat? Der eigentliche Star ist Candy Crush und seine Freunde.
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
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- Das Wichtigste in Kürze
- Microsoft und Activision Blizzard geben an wie viele monatliche Spieler für Xbox neu dazukommen
- Insgesamt spricht man von 400 Millionen monatlichen Spielern
- 245 Millionen davon entfallen auf Titel von King (Smartphone-Spiele)
Microsoft zahlt 95 US-Dollar pro Aktie oder 68,7 Milliarden US-Dollar für Activision Blizzard. In Euro sind das 60,4 Milliarden. Eine gewaltige Summe. Aber dachte die ist für Call of Duty, Diablo, Overwatch, Heartstone, World of Warcraft und mehr – der irrt. Von den 400 Millionen monatlichen Spielern, die Activision Blizzard und Microsoft angeben, sind 245 Millionen Spieler am Smartphone, also „Mobile“. Der Techgigant hinter Xbox, Windows und Co zahlt also tatsächlich 37 Milliarden Euro für Candy Crush (und einiger seiner Freunde wie Bubble Witch oder Farm Heroes).
Seid ihr Gamer? Also ich fühle mich als solcher, wenn ich am PC oder auf Konsole spiele. „Mobil“ ist für mich eigentlich immer eine Handheld-Konsole gewesen, aber kein Smartphone. Damit telefoniert oder schreibt man, liest seine E-Mails und Nachrichten. Und schaut Videos. Manchmal zu viel davon. Und wenn man alle Videos auf Instagram, TikTok oder YouTube satt hat, dann spielt man eines dieser Minispiele. Also eigentlich sitzt man dabei meistens am Klo, wenn man sonst PC- oder Konsolen-Spieler ist (oder beides, so wie ich).
Ich bin ein Freund von Schlussrechnungen, also Prozentrechnen. Arbeitsbedingt. Also im „echten Leben“, außerhalb von DailyGame, benötige ich das in der Firma ab und zu. Wenn ich das jetzt schnell ausrechnen muss, dann käme ich auf einen Candy Crush-Anteil vom Activision Blizzard-Kauf von Microsoft auf 37 Milliarden Euro. Also wenn man davon ausgeht, dass die Zahl von 245 Mio. der insgesamt 400 Mio. monatlichen Spieler von Activision Blizzard stimmt. Somit bleiben nur noch 155 Mio. Spieler für „Größen“ wie Call of Duty, World of Warcraft, Heartstone, Diablo oder Overwatch. Oder 23,4 Milliarden Euro.
23,4 Milliarden Euro ist aber auch viel Geld
Sicher, keine Frage. Ich selbst habe nur ein paar Euro weniger am Konto. Die Frage ist natürlich, wie „scheiße groß“ ist dieser „Mobile Markt für Spiele“ überhaupt? Ich mein, es ist ein Handyspiel. Anscheinend geben aber hinter „unserer Gaming-Blase“ manche Menschen auf dieser Welt (es dürften mehr sein als wir dachten) richtig viel Geld dafür aus, um Candy Crush weiterzuspielen. Oder eben um seinen Level zu steigern oder eine Erdbeere mehr anzubauen.
Erst vor wenigen Tagen kaufte sich Take-Two Interactive Zynga, ebenfalls einer dieser ominösen Handyspielanbieter, für 12,7 Milliarden US-Dollar. Dahinter stehen „Spiele“ wie FarmVille, Zynga Poker oder Golf Rival. Mit „echtem Gaming“ hat das nichts zu tun, aber bringt echt viel Geld. Anscheinend so viel, dass alle plötzlich ein „Meta-Unternehmen“ werden möchten. Bethesda bekam Microsoft durch die ZeniMax-Übernahme (dem Mutterkonzern) für schlappe 7,5 Milliarden US-Dollar (ein wenig hinter der Kommastelle in Euro), aber da waren auch keine Smartphone-Spiele dabei, sondern nur Fallout, Starfield, The Elder Scrolls oder Doom. Richtig große Marken.
Wer also von uns dachte, dass über 60 Milliarden Euro für den Xbox Game Pass sind, der irrt. Es waren nur 23,4 Milliarden Euro. Das macht die Sache auch nicht wirklich viel kleiner, aber zeigt, wie groß Mobile Games anscheinend geworden sind. Richtig groß.
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Was? Das ist zu viel?!
Mit dem Activision Blizzard-Deal ist Xbox nun das drittgrößte Gaming-Unternehmen der Welt. Sony liegt anscheinend noch davor, aber an erster Stelle steht Tencent. Diese besitzen neben ihrer Smartphone-Titel auch noch 48% von Epic Games (Fortnite, Unreal Engine), 22% von Bloober Team (The Medium), 5% von Tesla (dem Elektroautohersteller), 5% von Ubisoft und sind stolze Besitzer von Riot Games (League of Legends), Sumo Digital, usw. Sogar an Spotify halten sie 7,5%. Wer sagt mit Mobile Games ála Candy Crush kann man nichts verdienen, der irrt.
Sollte ich mich tatsächlich irgendwo an einer Kommastelle vertan haben, dann entschuldigt mich bitte. Ich bin gerade nebenbei dran 3 andere Webseiten aus Deutschland mit „Game“ am Anfang aufzukaufen, samt Redaktion, nachdem sich die Umsätze mit meinem Handyspiel so exorbitant vervielfältigt haben. Wer hätte auch gedacht das „Tower Defense 3000“ ein solcher Erfolg wird.
Fiktion Ende. (Beim Schreiben des Artikels habe ich mindestens 3 Mal Candy Crash geschrieben, statt Crush. Ich weiß auch nicht warum.)
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