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Artikel von Markus Bauer +
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Cheater aus einem laufenden Call of Duty-Match zu werfen, ist eine Sache. Die Anbieter der Software persönlich zu Hause aufzusuchen, ist noch einmal eine völlig andere Stufe. Genau diesen Schritt ist Activision jetzt gegangen. Der Publisher veröffentlichte auf dem offiziellen Call of Duty Account auf X.com ein Video, das zeigt, wie ein Vertreter eine Adresse im US Bundesstaat Ohio aufsucht. Dort wird einem Mann eine Unterlassungsaufforderung im Namen der Anwälte von Activision übergeben.

Das Ziel der Aktion war laut dem CoD-Herausgeber Elocarry, ein Anbieter, der unter anderem Cheats für Call of Duty und Warzone verkauft hatte. Gerade rechtzeitig zum Start der Modern Warfare 4-Beta.

Activision macht aus RICOCHET plötzlich einen Hausbesuch

Das rund um die Aktion veröffentlichte Material soll vom 22. August 2026 stammen. Darin fährt der Vertreter zu einem Wohnhaus, klingelt und erklärt dem Mann an der Tür, dass die Dokumente von Anwälten von Activision kommen.

Wichtig dabei: Im Video ist keine Verhaftung zu sehen. Es handelt sich um die persönliche Zustellung einer rechtlichen Aufforderung, die entsprechenden Aktivitäten einzustellen. Der US-amerikanische Videospiele-Publisher selbst bezeichnet die Aktion dennoch als Teil seines Vorgehens gegen Cheat-Verkäufer.

Interessant ist vor allem die Botschaft dahinter. Activision schreibt, dass RICOCHET Anti-Cheat nicht endet, sobald dein Match vorbei ist. Cheat-Anbieter würden weltweit arbeiten und der Call of Duty-Herausgeber ebenfalls.

Und offenbar soll Ohio kein Einzelfall bleiben. Der Publisher kündigte ausdrücklich an, dass es sich bei diesem Vorgehen nicht um einen isolierten Fall handle.

Call of Duty-Cheats sind inzwischen ein Geschäft mit Konsequenzen

Activision versucht schon länger, nicht nur einzelne Accounts zu sperren, sondern direkt gegen die Infrastruktur hinter Cheats vorzugehen.

Bereits im März 2025 erklärte das RICOCHET Team, dass seit dem Start von Black Ops 6 mehr als 20 Cheat-Entwickler und Dutzende Wiederverkäufer ihr Geschäft aufgrund der Maßnahmen eingestellt hätten. Gleichzeitig waren damals mehr als 228.000 Accounts gesperrt worden.

Dass Activision dabei durchaus bereit ist, vor Gericht zu ziehen, zeigt ein anderer prominenter Fall. 2024 wurde der Cheat-Anbieter EngineOwning zu Schadenersatz von mehr als 14 Millionen US-Dollar verurteilt.

Im Fall von Elocarry scheint die Aktion zumindest bei Call of Duty Wirkung gezeigt zu haben. Die Webseite war nach dem Besuch übrigens weiterhin erreichbar und bot Cheats für mehrere andere Spiele an. Call of Duty und Warzone wurden dort jedoch nicht mehr als verfügbare Spiele geführt.

Ob Hausbesuche künftig tatsächlich häufiger zur Anti-Cheat-Strategie von Activision gehören, bleibt abzuwarten. Für das kommende Modern Warfare 4 wäre das äußerst interessant. Call of Duty hat nicht nur aufgrund gewisser neuer Mechaniken an Spielern verloren, sondern auch aufgrund der Vielzahl an Cheatern. Gerade für die Rückkehr auf eine Nintendo-Konsole dürfte das äußerst interessant werden.

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