Call of Duty kehrt nach 13 Jahren zu Nintendo zurück, doch der erste Eindruck hat einen Beigeschmack
Modern Warfare 4 läuft auf Switch 2 erstaunlich flüssig. Frühe Tester sehen trotzdem ein Problem, das im Multiplayer entscheidend werden könnte.
Werbung
Markus Bauer Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Call of Duty und Nintendo finden nach langer Pause wieder zusammen. Seit Call of Duty: Ghosts auf der Wii U im Jahr 2013 erschien kein neuer Hauptteil mehr auf einer Nintendo-Konsole. Mit Modern Warfare 4 endet diese Durststrecke am 23. Oktober 2026 endlich. Die Switch 2-Version wird am selben Tag wie die Fassungen für PS5, Xbox Series X/S und PC erscheinen.
Die große Frage war deshalb weniger, ob Call of Duty auf Switch 2 funktioniert. Interessanter ist, wie viele Kompromisse Activision für die deutlich schwächere Hardware eingehen muss. Einige Content Creator konnten die Version bereits ausprobieren. Ihr erster Eindruck fällt überraschend zweigeteilt aus.
Modern Warfare 4 schafft auf Switch 2 tatsächlich 60 FPS
Fangen wir mit der guten Nachricht an. Der Multiplayer von Modern Warfare 4 zielt auf Nintendo Switch 2 tatsächlich auf 60 FPS. Die YouTuber Spawn Wave und Nintendo World Report konnten die Version bereits vor der öffentlichen Beta spielen (via WCCFTech.com). Beide berichten, dass die Bildrate im normalen Spielbetrieb größtenteils gehalten wird. Erst wenn viele Spieler, Explosionen und Effekte gleichzeitig auf dem Bildschirm erscheinen, kommt es zu sichtbaren Einbrüchen und kurzen Rucklern.
Werbung
Das ist durchaus bemerkenswert. Infinity Ward hatte bereits im Mai erklärt, dass die Portierung überraschend problemlos verlaufen sei. Co-Studio-Chef Jack O’Hara sagte damals, man habe Modern Warfare 4 nach Erhalt der Hardware sehr schnell auf Switch 2 zum Laufen gebracht.

Große Explosionen in Call of Duty: Modern Warfare 4 führen in der Beta-Version für die Switch 2 noch zu Rucklern. – Bild: Activision
Für die 60 FPS zahlt die Switch 2 allerdings einen hohen Preis
Genau hier beginnt das Problem. Um die hohe Bildrate zu erreichen, wurde die Bildqualität offenbar stark reduziert. Die frühen Tester berichten von einer niedrigen internen Auflösung und deutlich sichtbarer Artefaktbildung rund um Figuren, Waffen und Gebäude. Besonders bei schnellen Kamerabewegungen oder beim Sprinten soll das Bild teilweise sehr unruhig werden.
Werbung
Nintendo World Report bezeichnet die aktuelle Umsetzung von DLSS sogar als ungewöhnlich schlecht. Activision bestätigte gegenüber den Testern, dass die Switch 2-Version tatsächlich Nvidias Upscaling-Technologie verwendet. Gerade deshalb fällt das Ergebnis derzeit etwas enttäuschend aus. Auf dem kleinen Handheld-Display der Switch 2 fällt die niedrige Auflösung natürlich weniger stark auf. Im TV-Modus werden die Schwächen dagegen wesentlich deutlicher.
Die gute Nachricht: Wir sprechen hier noch über eine Beta-Version. Bis zum Release am 23. Oktober bleiben Activision und den beteiligten Studios noch rund zwei Monate für weitere Optimierungen. Immerhin klingt es nicht vielversprechend, wenn man im Multiplayer mit der Switch 2-Version im Nachteil ist. Vor allem wenn Gegner aufgrund der geringen Sichtweite schlechter zur erkennbar sind. Wenn Switch 2-Spieler über Crossplay direkt gegen Spieler auf anderen Plattformen antreten ist das ein massives Handicap.

Die Kampagne Call of Duty: Modern Warfare 4 soll in der Switch 2-Version „nur“ 30 FPS erreichen, dafür eine bessere Auflösung haben. – Bild: Activision
Werbung
Die Kampagne verfolgt offenbar eine andere Strategie
Noch interessanter wird es bei der Kampagne. Switch-Actu konnte kurz in den Singleplayer-Modus hineinschauen. Dort scheint Activision nicht mehr 60 FPS anzustreben, sondern ungefähr 30 FPS. Dafür wirkte das Bild sichtbar sauberer und schärfer. Die Kampagne belastet das Switch 2-System mit zusätzlichen NPCs, KI und größeren Szenen offenbar stärker als der Multiplayer.
Eine offizielle Aufschlüsselung der Grafikmodi gibt es bislang nicht. Damit wäre durchaus denkbar, dass Activision bis zum Release noch verschiedene Qualitätsoptionen anbietet. Die Tester wünschen sich beispielsweise einen Modus, bei dem Spieler zwischen höherer Auflösung und 60 FPS wählen können. Bestätigt ist das bisher nicht.
- Mario Kart 8 Deluxe: Mit der alten Switch hast du nun einen unfairen Vorteil
- Lesenswerter Artikel
- Nintendo soll zwei Kultreihen für Switch 2 zurückholen, eine davon fehlt seit 15 Jahren
- Lesenswerter Artikel
- Zelda: Ocarina of Time-Remake plötzlich doch im November? Neuer Händlertermin bringt GTA 6 ins Spiel
- Lesenswerter Artikel
- Nintendo Direct offiziell: Gleich zwei Shows im September, Zelda macht den Anfang
- Lesenswerter Artikel
- Ocarina of Time Remake: Ausgerechnet dieses Nintendo-Studio könnte dahinterstecken
- Lesenswerter Artikel
- Nintendo Switch 2 könnte heimlich ein neues Display bekommen
- Lesenswerter Artikel
- Call of Duty: Activision jagt Cheat-Anbieter jetzt bis vor die eigene Haustür
- Lesenswerter Artikel
- Modern Warfare 4 öffnet die Beta für alle und wird deutlich größer
- Lesenswerter Artikel
Nach den ersten Tests scheint Activision dabei zumindest ein wichtiges Ziel erreicht zu haben: Call of Duty läuft im Multiplayer tatsächlich mit rund 60 FPS auf einer Nintendo-Konsole. Ob man dadurch auch konkurrenzfähig bleibt ist derzeit noch ein großes Fragezeichen.
Werbung
Hast du einen Fehler entdeckt oder weitere Infos zu diesem Artikel? Dann schick uns gerne dein !





